Ro­che setzt sich un­ter Ak­qui­si­ti­ons­druck

SCHWEIZ Fi­nanz­chef des Phar­ma­kon­zerns stellt Über­nah­men von 6 bis 7 Mrd. $ in Aus­sicht – Hart­nä­cki­ge Spe­ku­la­tio­nen um ei­nen Zu­kauf in der Gen­se­quen­zie­rung

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT/KONSUM - CAR­LA PALM,

DEin Jahr ver­gan­gen

as Über­nah­me­ka­rus­sell im lu­kra­ti­ven Markt für Gen­se­quen­zie­rung dreht sich wie­der. Wie es aus­sieht, ist Ro­che auf Ein­kaufs­tour. Der Phar­ma­kon­zern hin­ter­liess in den letz­ten Ta­gen auf­fäl­li­ge Spu­ren in den Me­di­en, die auf ei­nen Zu­kauf hin­deu­ten. CEO Se­ve­rin Schwan be­stä­tig­te im In­ter­view mit «Fi­nanz und Wirt­schaft», dass Ro­che prü­fe, ob sich neue Mög­lich­kei­ten in die­sem Markt er­gä­ben (vgl. Mitt­wochs­aus­ga­be).

Fi­nanz­chef Alan Hip­pe ver­kün­de­te ge­gen­über Ana­lys­ten von Bloom­berg, die Phar­ma­gesell­schaft wer­de statt auf Ak­ti­en­rück­käu­fe künf­tig auf Über­nah­men in der Grös­sen­ord­nung von 6 bis 7 Mrd. $ setz­ten. Ro­che se­he sich nach in­no­va­ti­ven Tech­no­lo­gi­en um, auch in der Gen­se­quen­zie­rung. Fast zeit­gleich mel­de­te «L‘Age­fi», Ro­che ha­be er­neut ei­nen Ver­such ge­star­tet, die Gen­se­quen­zie­rungs­spe­zia­lis­tin Il­lu­mi­na aus San Die­go (Ka­li­for­ni­en) zu über­neh­men, und bie­te 66 $ je Ak­tie (ins­ge­samt 8,1 Mrd. $). Ge­nau ein Jahr ist es her, dass erst­mals Ge­rüch­te über ein Zu­sam­men­ge­hen von Il­lu­mi­na und Ro­che die Run­de mach­ten. Bei­de Un­ter­neh­men hät­ten sich in­halt­lich her­vor­ra­gend er­gänzt, in der On­ko­lo­gie und in der Dia­gnos­tik. Doch aus dem Zu­kauf wur­de nichts. Il­lu­mi­na mach­te stets deut­lich, of­fen für Kom­bi­na­tio­nen al­ler Art zu sein, be­zeich­ne­te den da­mals ge­bo­te­nen Preis von 51 $ pro Ak­tie aber als in­ak­zep­ta­bel. Ro­che zog sich dar­auf­hin zu­rück – wohl auch un­ter dem Druck grös­se- rer In­ves­to­ren, die ei­ne Ge­winn­ver­wäs­se­rung fürch­te­ten und die Be­wer­tung der Il­lu­mi­na-Ak­ti­en, die da­mals schon auf ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 30 ge­stie­gen war, als nicht ver­tret­bar ab­ta­ten.

In der Zwi­schen­zeit sind Il­lu­mi­na so­gar mit ei­nem KGV von 35 auf Ba­sis der Ge- winn­schät­zung für 2013 be­wer­tet. Die Ge­rüch­te um ein an­geb­lich wie­der auf­ge­flamm­tes In­ter­es­se von Ro­che lies­sen die Ti­tel am Don­ners­tag auf 57 $ (+8%, Jah­res­hoch) stei­gen. Ro­che GS wie­der­um büss­ten am sel­ben Tag leicht ein (–1,1% auf 185 Fr.). Il­lu­mi­na woll­te auf Nach­fra­ge von

Ro­che GS Al­lein das Ti­ming der Ge­rüch­te über­zeu­ge, meint ein Fonds­ma­na­ger in New York im Ge­spräch mit FuW. Il­lu­mi­na konn­te in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten die Markt­füh­rer­schaft ver­tei­di­gen. Vor al­lem weil Kon­kur­ren­tin Li­fe Tech­no­lo­gies Ver­zö­ge­run­gen für ei­ne Pro­dukt­ein­füh­rung mel­den muss­te. An­fang Ja­nu­ar fin­det in San Fran­cis­co die J.-P.-Mor­gan-He­alth­ca­re-Kon­fe­renz statt, an der wei­te­re Neu­ig­kei­ten aus den Un­ter­neh­men er­war­tet wer­den.

Fort­schrit­te er­zielt die pri­vat ge­hal­te­ne Ox­ford Na­no­po­re. Dem bri­ti­schen Un­ter­neh­men ge­lang im Ok­to­ber die Lan­cie-

Ak­ti­en­sta­tis­tik rung ei­nes neu­en DNA-Se­quen­zie­rers. Ro­che wur­de – als Al­ter­na­ti­ve zu Il­lu­mi­na – be­reits In­ter­es­se an Na­no­po­re nach­ge­sagt. «Wer in der Gen­se­quen­zie­rung mit­spie­len will, muss zu­kau­fen», gibt ein Markt­teil­neh­mer zu be­den­ken. Die De­vi­se lau­te «go big». Als Über­nah­me­kan­di­da­ten sei­en zu­dem My­riad Ge­ne­tics und Ge­no­mic He­alth im Spiel.

Ge­win­ner im gan­zen Sze­na­rio sind kur­fris­tig wie­der ein­mal die Il­lu­mi­naAk­tio­nä­re. Die Pa­pie­re wa­ren nach der Ab­sa­ge von Ro­che im Som­mer bis auf 39 $ ge­fal­len. Sie mach­ten Bo­den gut, als im Ok­to­ber ers­te Ge­rüch­te um Ge­sprä­che mit Ro­che in bri­ti­schen Me­di­en auf­tauch­ten. Die Spe­ku­la­tio­nen der letz­ten Wo­che, wohl auch ge­trie­ben von Hedge Funds, sorg­ten für wei­te­ren Schub. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Ro­che im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/ROG

Die Nach­fra­ge nach DNA-Ana­ly­sen wächst ra­sant. Ro­che kann hier nicht ab­seits­ste­hen.

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