TUI sucht Zu­kunft oh­ne Con­tai­ner-schiff­fahrt

DEUTSCH­LAND Er­neut Di­vi­den­den­aus­fall – Zu­ver­sicht für Tou­ris­tik

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GA

TUI Die Pro­ble­me der Con­tai­ner-Ree­de­rei Ha­pag-Lloyd ha­ben dem TUI-Kon­zern das Er­geb­nis ver­ha­gelt. Ob­wohl das Kern­ge­schäft Rei­sen so viel Ge­winn ab­warf wie nie zu­vor, muss­te TUI 15 Mio. € Ver­lust aus­wei­sen ( Ver­lust von 0.16 € je Ak­tie nach 0.01 € im Vor­jahr). Das reicht nicht aus, um die Di­vi­den­den­zah­lung nach fünf Jah­ren wie­der auf­zu­neh­men. Dank der Ver­bes­se­rung im Rei­se­ge­schäft kann TUI im­mer­hin die Ver­schul­dung deut­lich ab­bau­en. Zu den Haupt­auf­ga­ben des neu­en CEO Fried­rich Jous­sen wird die Tren­nung vom de­fi­zi­tä­ren Ree­de­rei­be­reich Ha­pag-Lloyd zäh­len. Fa­vo­ri­siert wird ein Zu­sam­men­schluss mit der Ree­de­rei Ham­burg Süd.

Ope­ra­tiv ver­dien­te TUI dank lu­kra­ti­ver Ex­klu­siv­rei­sen, ei­nes star­ken Last-Mi­nu­te-Ver­kaufs und der gut aus­ge­las­te­ten ei­ge­nen Ho­tels (u. a. die Riu-Ket­te) knapp ein Vier­tel mehr als im Vor­jahr. Der Ge­winn vor Zin­sen, Steu­ern und Ab­schrei­bun­gen (be­rei­nig­tes Ebi­ta) stieg – um Son­der­ef­fek­te be­rei­nigt – auf re­kord­ho­he 746 Mio. €. Der Um­satz nahm im Jah­res­ver­gleich 5% auf 18,3 Mrd. € zu.

Die Con­tai­ner-Ree­de­rei Ha­pag-Lloyd, an der TUI 22% hält, schrieb 49 Mio. € Ver­lust, im Jahr zu­vor hat­te das Mi­nus erst 2 Mio. € be­tra­gen. Ver­ant­wort­lich da­für wa­ren der har­te Wett­be­werb und Über­ka­pa­zi­tä­ten im Fracht­ge­schäft. We­gen der vo­la­ti­len Er­trags­la­ge ver­sucht TUI seit Jah­ren, sich aus dem Ree­de­r­ei­ge­schäft zu­rück­zu­zie­hen. Am Di­ens­tag gab der Kon­zern be­kannt, ei­nen Zu­sam­men­schluss mit dem hei­mi­schen Kon­kur­ren­ten, der Ree­de­rei Ham­burg Süd, zu prü­fen.

Ei­ne Fu­si­on von Ha­pag-Lloyd und Ham­burg Süd könn­te ge­mäss Fren­zel den Kom­plett­aus­stieg des Rei­se­kon­zerns aus der Con­tai­ner­schiff­fahrt nach sich zie­hen. Al­ter­na­ti­ven zu ei­ner Fu­si­on sind der Ver­kauf der Ha­pag-An­tei­le an ei­nen drit­ten In­ves­tor oder ein Bör­sen­gang. Die Mehr­heit an Ha­pag-Lloyd ge­hört ei­nem Kon­sor­ti­um um die Stadt Ham­burg und KlausMicha­el Küh­ne, Mehr­heits­ak­tio­när von Küh­ne + Na­gel. Die Ree­de­rei Ham­bur­gSüd ge­hört der Oet­ker-Grup­pe.

Wo­hin die Mit­tel aus der er­hoff­ten Ree­de­rei­t­rans­ak­ti­on flies­sen sol­len, mach­te Fren­zel eben­falls klar – in den Aus­bau des Rei­se­ge­schäfts. Für die­ses ist der TUI-Vor­stand ins­ge­samt zu­ver­sicht­lich. Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr soll der Um­satz leicht stei­gen, wo­zu ein hö­he­rer An­teil an Ex­klu­siv­rei­sen bei­tra­gen wer­de. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis soll an das ho­he Ni­veau von 2011/12 an­knüp­fen. Das setzt ei­ne sta­bi­le Nach­fra­ge in den wich­tigs­ten Märk­ten vor­aus. Ana­lys­ten schät­zen für TUI ei­nen Ge­winn je Ak­tie in ei­nem brei­ten Band zwi­schen 0.16 und 0.44 €. Noch auf der op­ti­mis­tischs­ten Beur­tei­lung er­rech­net sich ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 18 (Kuo­ni 13). Die­se Beur­tei­lung nimmt ei­ne noch kei­nes­wegs ge­si­cher­te Lö­sung für Ha­pag-Lloyd vor­weg.

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