In den USA ist Plan B ge­schei­tert

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PDT

Noch vor we­ni­gen Ta­gen war von ei­nem Durch­bruch die Re­de, um die Fis­kal­k­lip­pe zu um­schif­fen, die Ame­ri­kas Wirt­schaft 2013 in ei­ne Re­zes­si­on stür­zen könn­te. Un­mit­tel­bar vor Be­ginn der Fei­er­ta­ge schei­nen die Fron­ten zwi­schen der Re­gie­rung und der re­pu­bli­ka­ni­schen Op­po­si­ti­on aber wie­der fest­ge­fah­ren zu sein.

Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma ist ge­mäss sei­ner jüngs­ten Of­fer­te be­reit, die un­ter sei­nem Vor­gän­ger Ge­or­ge W. Bush ver­ab­schie­de­ten Steu­er­er­leich­te­run­gen nur für Pri­vat­haus­hal­te aus­lau­fen zu las­sen, die über 400 000 $ im Jahr ver­die­nen. Zu­vor hat­te Oba­ma auf ei­ner Ober­gren­ze von 250 000 $ be­harrt. Auch Op­po­si­ti­ons­chef John Bo­eh­ner hat­te Kom­pro­miss­be­reit­schaft si­gna­li­siert: Zu­vor wa­ren sämt­li­che Steu­er­er­hö­hun­gen ta­bu, nun woll­te auch er zu­min­dest Mil­lio­nä­ren tie­fer in die Ta­sche grei­fen.

Noch am Don­ners­tag hat­te ein Re­gie­rungs­spre­cher ge­sagt, die bei­den Sei­ten sei­en «nur we­ni­ge Mil­li­ar­den Dol­lar von­ein­an­der ent­fernt». Doch wei­te­re Kon­flik­te blei­ben un­ge­löst. So for­dert Oba­ma Kür­zun­gen im Rüs­tungs­etat, wäh­rend die Op­po­si­ti­on ver­langt, dass bei mehr dis­kre­tio­nä­ren Aus­ga­ben­pro­gram­men, be­son­ders im So­zi­al­be­reich, der Rot­stift an­ge­setzt wird.

Ei­nig scheint man sich we­nigs­tens im Tau­zie­hen um die An­he­bung der staat­li­chen Schul­den­gren­ze zu sein, die der­zeit bei 16,4 Bio. $ liegt und be­reits im Fe­bru­ar ein wei­te­res Mal er­reicht sein wird. Oba­ma will, dass die­se für zwei Jah­re er­höht wird. Bo­eh­ner, der ei­nen Zeit­plan bis­her ab­ge­lehnt hat­te, ist nun im­mer­hin be­reit, die Dis­kus­si­on um die Schul­den­li­mi­te für ein Jahr aus­zu­set­zen.

Am Don­ners­tag­abend könn­ten die Re­pu­bli­ka­ner aber die letz­ten Hoff­nun­gen auf ei­nen Kom­pro­miss be­gra­ben ha­ben. Das von der Op­po­si­ti­on be­herrsch­te Re­prä­sen­tan­ten­haus stimm­te ei­ner Ge­set­zes­vor­la­ge zu, die mas­si­ve Aus­ga­ben­kür­zun­gen vor­sieht und im de­mo­kra­tisch do­mi­nier­ten Se­nat chan­cen­los ist. Bo­eh­ner hin­ge­gen ver­zich­te­te auf sei­nen so­ge­nann­ten «Plan B». Die­ser hät­te die nied­ri­ge­ren Steu­er­sät­ze für al­le Ame­ri­ka­ner aus­ser für Mil­lio­nä­re bei­be­hal­ten. Da­mit hat­te Bo­eh­ner das Weis­se Haus un­ter Zug­zwang set­zen und zu ei­ner Ab­stim­mung zwin­gen wol­len. «So oder so war es ei­ne Pro­vo­ka­ti­on, die be­weist, das die Op­po­si­ti­on an ei­nem ehr­li­chen Kom­pro­miss gar kein In­ter­es­se hat», sag­te Har­ry Reid, der de­mo­kra­ti­sche Frak­ti­ons­chef im Se­nat. Der kurz­zei­tig auf­ge­flamm­te Op­ti­mis­mus ist wie­der ver­flo­gen.

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