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ÜBER­SICHT Im Us-bud­get­streit ha­ben sich die Fron­ten er­neut ver­här­tet

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - TO­BI­AS BI­SCH­OFF

Nach dem ver­meint­li­chen Welt­un­ter­gang vom Frei­tag ste­hen zu­min­dest bei den Ma­ya die Zei­chen auf Neu­be­ginn. Die Dis­kus­si­on von vor­ne auf­bau­en müs­sen auch die Re­pu­bli­ka­ner und De­mo­kra­ten in Be­zug auf die Um­schif­fung der fis­ka­li­schen Klip­pe. Am Don­ners­tag stimm­te das von der Op­po­si­ti­on be­herrsch­te Re­prä­sen­tan­ten­haus ei­ner Ge­set­zes­vor­la­ge zu, die mas­si­ve Aus­ga­ben­kür­zun­gen vor­sieht und im de­mo­kra­tisch do­mi­nier­ten Se­nat chan­cen­los ist.

Der Mehr­heits­füh­rer der Re­pu­bli­ka­ner, John Bo­eh­ner, hin­ge­gen ver­zich­te­te auf sei­nen so­ge­nann­ten Plan B. Die­ser hät­te die nied­ri­ge­ren Steu­er­sät­ze für al­le Ame­ri­ka­ner bis auf Mil­lio­nä­re bei­be­hal­ten. Da­mit ha­ben sich bei­de Fron­ten wie­der ver­här­tet. S&P 500 Fu­tures fie­len in der Fol­ge 1,2%. Ak­ti­en der Gross­ban­ken wie et­wa je­ne von Bank of Ame­ri­ca oder Ci­ti­group no­tier­ten am Frei­tag vier St­un­den vor Bör­sen­schluss 2,26 re­spek­ti­ve 2,66% im Mi­nus. Nicht ge­en­det hat in der zwei­ten Wo­chen­hälf­te auch der Da­ten­ka­len­der der US-Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren. Am Don­ners­tag stimm­te die Ver­öf­fent­li­chung des Brut­to­in­land­pro­dukts zu­ver­sicht­lich. Die US-Wirt­schaft ist im drit­ten Quar­tal ge­mäss letz­ter Le­sung um 3,1% ge­wach­sen – so viel wie seit En­de 2011 nicht mehr.

Eben­falls so­li­de zeig­te sich der Phil­ly-Fed-In­dex. Die Um­fra­ge der Di­strikt­no­ten­bank aus Phil­adel­phia ist im No­vem­ber er­freu­li­cher aus­ge­fal­len als im Vor­mo­nat. Der In­dex ist von –10,7 auf 8,1 ge­klet­tert. Et­wa den Er­war­tun­gen ent­sprach die Ent­wick­lung des Kon­sums im No­vem­ber. Er stieg lan­des­weit 0,4%, wäh­rend die Ein­kom­men 0,6% avan­cier­ten.

Trü­ber Aus­blick

Eu­ro­päi­sche Leit­in­di­zes

Ge­dämpft wur­de die Stim­mung aber von den Vor­lau­fin­di­ka­to­ren des Con­fe­rence Bo­ard. Sie sind im No­vem­ber um 0,2% ge­fal­len. Im Ok­to­ber und Sep­tem­ber hat­te sich der Aus­blick noch auf­ge­hellt. Ei­ne Pro­gno­se für die US-Kon­junk­tur gleicht al­so wei­ter­hin ei­nem Blick in ei­ne trü­be Kris­tall­ku­gel.

Auch die deut­schen Kon­su­men­ten mach­ten kei­ne Vor­rats­käu­fe als Vor­be­rei­tung für den Welt­un­ter­gang. Sie sind viel­mehr be­sorgt über die Aus­wir­kun­gen der eu­ro­päi­schen Schul­den­kri­se und war­ten mit gros­sen An­schaf­fun­gen zu. Der Kon­sum­kli­ma­in­dex des GfK-Markt­for­schungs­in­sti­tuts ist auf 5,6 Punk­te ge­fal­len und er­reicht da­mit den tiefs­ten Wert seit ei­nem Jahr.

In Rich­tung ei­nes Zah­lungs­aus­fal­les, aber noch lan­ge nicht ei­nes Welt­un­ter­gangs ist Zy­pern ge­rutscht. Die Ra­ting­agen­tur Stan­dard and Poor’s (S&P) hat die Bo­ni­tät des In­sel­staa­tes um zwei Stu­fen auf CCC+ ge­senkt. Der Aus­blick bleibt wei­ter­hin ne­ga­tiv. Grund für die Neu­be­wer­tung sind die nur zö­ger­lich vor­an­kom­men­den Hilfs­geld­ver­hand­lun­gen mit dem In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds.

BoJ sti­mu­liert

Grie­chen­lands Bo­ni­tät hat S&P da­ge­gen nach dem er­folg­rei­chen An­lei­hen­rück­kauf um sechs Stu­fen von SD (Selec­tive De­fault, teil­wei­ser Kre­dit­aus­fall) auf B– auf­ge­wer­tet. Der Aus­blick ist sta­bil. S&P hält die EU-Part­ner für fest ent­schlos­sen, Grie­chen­land in der Eu­ro­zo­ne zu be­hal­ten.

Die Ak­ti­en­märk­te in Eu­ro­pa ver­zeich­ne­ten bis am Don­ners­tag Ge­win­ne. Erst am Frei­tag muss­ten An­le­ger Ver­lus­te hin­neh­men. Der Eu­ro Sto­xx 50 büss­te am Frei­tag an Ter­rain ein, ge­wann aber in Wo­chen­frist 0,8%. Der Dax ver­lor am letz­ten Han­dels­tag der Wo­che eben­falls, avan­cier­te im Ver­gleich zur Vor­wo­che je­doch 0,5%. Der Eu­ro no­tier­te am Don­ners­tag noch auf mehr als 1.324, sank vor dem Wo­che­n­en­de aber auf 1.3176 $/€ (im Wo­chen­ver­gleich prak­tisch un­ver­än­dert).

An den asia­ti­schen Märk­ten mach­te Ja­pan auf sich auf­merk­sam. Zur An­kur­be­lung der sta­gnie­ren­den Wirt­schaft hat die ja­pa­ni­sche No­ten­bank (Bank of Ja­pan) die geld­po­li­ti­schen Zü­gel zum drit­ten Mal bin­nen vier Mo­na­ten ge­lo­ckert. Wie sie am Don­ners­tag in To­kio mit­teil­te, wird sie ihr An­lei­hen­kauf­pro­gramm um 10 Bio. Yen (rund 110,2 Mrd. Fr.) auf to­tal 101 Bio. Yen bis En­de 2013 auf­sto­cken. Zu­gleich be­lies­sen die No­ten­ban­ker den Leit­zins bei 0 bis 0,1%. Der Nik­kei 225 avan­cier­te im Wo­chen­ver­gleich 2,08%.

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