Pri­mär­markt pau­siert

OB­LI­GA­TIO­NEN Schwei­zer Kon­junk­tur bes­sert sich – Aus­sen­han­del und Im­mo­bi­li­en­markt zei­gen Stär­ke

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAN­FRED KRÖLLER

Der Fran­ken-Ka­pi­tal­markt hat sich in die Weih­nachts­pau­se ver­ab­schie­det. In der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che gab es kei­ne Neu­emis­sio­nen. Die St. Gal­ler Kan­to­nal­bank hat die Sät­ze für Kas­sen­ob­li­ga­tio­nen mit Lauf­zei­ten von vier und acht Jah­ren um je 125 Ba­sis­punk­te ge­senkt. Die Pa­pie­re wer­fen künf­tig nur noch zwi­schen 0,375 und 0,875% ab.

Das Kon­junk­tur­ba­ro­me­ter des Lau­san­ner Wirt­schafts­in­sti­tuts Crea si­gna­li­siert für das ers­te Quar­tal 2013 ei­ne leich­te Bes­se­rung. Die Wirt­schafts­ent­wick­lung der Schweiz soll­te sta­bil, je­doch un­ter dem Po­ten­zi­al blei­ben.

Im No­vem­ber 2012 nahm der Aus­sen­han­del der Schweiz in bei­den Rich­tun­gen sicht­bar zu. Die Aus­fuh­ren stie­gen re­al und ar­beits­tag­berei­nigt um 3,7% (no­mi­nal 4,8%) auf 18,776 Mrd. Fr., die Ein­fuh­ren er­höh­ten sich um 3,3% (no­mi­nal 5,1%) auf 15,83 Mrd. Fr., teilt die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung (EZV) mit. Die Han­dels­bi­lanz schloss mit dem zweit­höchs­ten je re­gis­trier­ten mo­nat­li­chen Über­schuss: 2,9 Mrd. Fr. We­sent­lich trug da­zu die Che­misch-Phar­ma­zeu­ti­sche In­dus­trie bei. Die Ein­fuh­ren von Ener­gie­trä­gern nah- men um 25% zu. Seit 16 Mo­na­ten ist der Ex­port der Ma­schi­nen- und Elek­tro­nik­in­dus­trie im No­vem­ber erst­mals wie­der ge­stie­gen: 1,1% zum Vor­jahr. Die Au­to­ein­fuh­ren san­ken um 7%. Der Ex­port nach Ita­li­en, zweit­gröss­ter EU-Han­dels­part­ner der Schweiz, fiel um 11%.

Un­ver­än­dert pro­fi­tiert der Schwei­zer Woh­nungs­markt von ei­ner Nach­fra­ge­dy­na­mik, die kaum Schwä­chen zeigt, re­sü­miert Cre­dit Suis­se (CS). Wohn­ei­gen­tum blei­be dank tie­fen Zin­sen be­gehrt, wäh­rend die Nach­fra­ge nach Miet­woh­nun­gen dank der Zu­wan­de­rung in­takt blei­be «und die ins Ei­gen­heim ab­wan­dern­den Mie­ter zu kom­pen­sie­ren ver­mag». We­gen Ka­pa­zi­täts­eng­päs­sen im Bau wür­den die Prei­se un­ver­än­dert schnell stei­gen. CS gibt sich über­zeugt, dass sich das Tem­po bald ver­lang­sa­me. Zu ei­ner Trend­um­kehr rei­che es aber nicht, die Nach­fra­ge­im­pul­se sei­en noch zu stark.

Pfand­brie­fe und An­lei­hen von Re­gio­nen, lo­ka­len Re­gie­run­gen, und öf­fent­li­chen Ban­ken hät­ten sich seit An­fang 2012 gut ent­wi­ckelt. Aus­ge­wähl­te Ti­tel bö­ten at­trak­ti­ve Ren­di­te­auf­schlä­ge und Kur­s­po­ten­zi­al, meint Uwe Py­de, Se­ni­or Ana­lyst der Bant­le­on Bank, und nennt vier Grün­de:

Ge­deck­te Schuld­ver­schrei­bun­gen (Co­ve­r­ed Bonds) aus Ita­li­en und Spa­ni­en bö­ten at­trak­ti­ve Ren­di­te­auf­schlä­ge. Ita­lie­ni­sche CB be­säs­sen ge­gen­über den spa­ni­schen Cé­du­las die Vor­tei­le ei­nes ro­bus­ten Ban­ken­sek­tors und sta­bi­ler Im­mo­bi­li­en­prei­se.

Nied­ri­ge Zin­sen in den Eu­roKern­staa­ten führ­ten da­zu, dass Na­men aus der zwei­ten Rei­he durch Mehr­ren­di­te pro­fi­tier­ten: Bant­le­on nennt Hy­po­the­ken­bank Frankfurt, Deut­sche Pfand­brief­bank, SNS Bank so­wie De­xia und CIF Eu­ro­mort­ga­ge.

Ho­her öf­fent­li­cher Fi­nanz­be­darf ha­be auch Aus­wir­kun­gen auf das Ver­hal­ten qua­si-staat­li­cher Emit­ten­ten, die jetzt viel häu­fi­ger am Pri­mär­markt sei­en.

Die Rah­men­be­din­gun­gen für Co­ve­r­ed Bonds sei­en 2013 po­si­tiv. Da­für sprä­che ne­ben der güns­ti­gen EZB-Re­fi­nan­zie­rung auch die sys­te­mi­sche Re­le­vanz des Mark­tes, ar­gu­men­tiert Bant­le­on.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.