Auf Grie­chen­land folgt Zy­pern

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

In der Eu­ro­zo­ne ver­la­gert sich die Auf­merk­sam­keit von Grie­chen­land nach Zy­pern. Stan­dard & Poor’s (S&P) hat die Kre­dit­wür­dig­keit des In­sel­staa­tes um zwei Stu­fen auf CCC+ ge­senkt. Der Aus­blick ist ne­ga­tiv. Ge­mäss S&P kom­men die Ver­hand­lun­gen mit den EU-Part­nern und dem In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) über das im Som­mer be­an­trag­te Hilfs­pro­gramm (17,5 Mrd. €) nicht vor­an. Der Gross­teil der Hil­fen ist für die Ban­ken Zy­perns vor­ge­se­hen, die stark in Grie­chen­land en­ga­giert sind. Me­di­en zu­fol­ge will der IWF pri­va­te Gläu­bi­ger be­tei­li­gen. Auch aus der EU wird der Ruf nach ei­nem For­de­rungs­ver­zicht laut. Zy­pern lehnt ei­nen Schul­den­schnitt ab.

Grie­chen­lands Bo­ni­tät hat S&P da­ge­gen nach dem er­folg­rei­chen An­lei­hen­rück­kauf um sechs Stu­fen von SD (Selec­tive De­fault, teil­wei­ser Kre­dit­aus­fall) auf B– auf­ge­wer­tet. Der Aus­blick ist sta­bil. S&P hält die EU-Part­ner für fest ent­schlos­sen, Grie­chen­land in der Eu­ro­zo­ne zu be­hal­ten. Die EZB hat den Bo­ni­täts­schwel­len­wert für grie­chi­sche Schuld­ti­tel aus­ge­setzt und die­se für das Eu­ro­sys­tem wie­der als no­ten­bank­fä­hi­ge Si­cher­hei­ten ein­ge­stuft, al­ler­dings mit Be­wer­tungs­ab­schlä­gen. Die Eu­ro-Ret­tungs­schir­me EFSF und ESM wol­len 2013 bis zu 69 Mrd. € auf­neh­men. 55 bis 60 Mrd. € be­an­sprucht der EFSF als lang­lau­fen­de An­lei­hen zur Re­fi­nan­zie­rung der Ir­land-, Por­tu­gal- und Grie­chen­land­hil­fen. Der ESM will nur zwei Geld­markt­pa­pie­re über 9 Mrd. € ver­län­gern, die der Re­ka­pi­ta­li­sie­rung der spa­ni­schen Ban­ken die­nen. Das Gros der Spa­ni­en­hil­fe (ins­ge­samt 39,5 Mrd. €) wur­de mit län­ger lau­fen­den Bonds fi­nan­ziert.

Die EFSF ist ein wich­ti­ger Schuld­ner in der Eu­ro­zo­ne ge­wor­den. Sei­ne aus­ste­hen­den Bonds hät­ten mit 189 Mrd. € das Vo­lu­men Ös­ter­reichs er­reicht bzw. um 22 Mrd. € über­schrit­ten, wenn man Geld­markt­pa­pie­re ein­be­zie­he, rech­net HSBC vor. Den­noch sei­en die Ren­di­ten der EFSF-An­lei­hen 2012 kon­ti­nu­ier­lich ge­sun­ken.

Deutsch­land will 2013 nur noch 250 Mrd. € auf­neh­men, nach 255 Mrd. 2012, teil­te die Fi­nanz­agen­tur mit. Der Gross­teil soll zur Schul­den­til­gung ver­wen­det wer­den, ein klei­ner Rest zur De­ckung des Haus­halts­de­fi­zits. Über in­fla­ti­ons­in­de­xier­te An­lei­hen will der Bund wei­te­re 8 bis 12 Mrd. € be­schaf­fen, ge­gen­über 9 Mrd. 2012.

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