Un­po­pu­lä­re Gold­ak­ti­en

EDEL­ME­TAL­LE 2012 war für Gold­ak­ti­en ent­täu­schend – Gu­te Aus­sicht für Tor­ex Gold

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LOM­BARD ODIER IN­VEST­MENT MA­NA­GERS

Gold­un­ter­neh­men ste­hen nicht in der Gunst der An­le­ger. Des­halb sind sie in zu we­ni­gen Port­fo­li­os ver­tre­ten und un­ter­be­wer­tet. Die Skep­sis ge­gen­über Gold­mi­nen­ak­ti­en be­le­gen die Re­sul­ta­te ei­ner Um­fra­ge des «Wall Street Jour­nal». Auf die Fra­ge, wie – wenn über­haupt – am bes­ten in Gold in­ves­tiert wer­den sol­le, nann­ten 75% Gold­mün­zen und -bar­ren oder phy­sisch hin­ter­leg­te Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds (ETF). Nur 8% vo­tier­ten für Gold­mi­nen­ak­ti­en, -fonds oder ent­spre­chen­de ETF.

Die­se Ab­nei­gung ge­gen­über Gold­ak­ti­en könn­te Ein­stiegs­ge­le­gen­hei­ten er­öff­nen. Es liegt nun an den Mi­n­en­ge­sell­schaf­ten, den Er­war­tun­gen ge­recht zu wer­den und ag­gres­si­ve Ver­käu­fer aus dem Markt zu drän­gen. Der neue Fo­kus auf Ren­ta­bi­li­tät und nach­las­sen­der Kos­ten­druck soll­ten den Gold­kon­zer­nen 2013 ei­ne bes­se­re Per­for­mance er­mög­li­chen, denn 2012 war sie ent­täu­schend. Der Fi­nan­ci­al Ti­mes Gold Mi­nes Preis­in­dex hat seit An­fang Jahr 17,9% ein­ge­büsst und schnitt da­mit schlech­ter ab als das Edel­me­tall selbst, das 5,2% avan­cier­te.

Ei­ni­ge Kon­zer­ne ha­ben im drit­ten Quar­tal die Ge­winn­pro­gno­sen ver­fehlt, was die Schwä­che im vier­ten Quar­tal ver­ur­sacht ha­ben dürf­te. Die Ur­sa­chen für die ent- täu­schen­den Zah­len wa­ren je­doch von ge­rin­ger Be­deu­tung oder nur vor­über­ge­hen­der Na­tur und rei­chen si­cher nicht aus, um ei­ne sol­che Schwä­che der Gold­mi­nen­ak­ti­en zu recht­fer­ti­gen. Man­che Ge­sell­schaf­ten ha­ben die Er­war­tun­gen gar über­trof­fen. Der Markt re­agiert ge­ne­rell aber äus­serst emp­find­lich auf schlech­te Nach­rich­ten aus dem Sek­tor.

Ein wei­te­rer Aspekt, der bei An­la­gen in Gold­mi­nen­kon­zer­ne zu be­rück­sich­ti­gen ist, sind geo­po­li­ti­sche Ri­si­ken. Ein gros­ser Teil der Un­ter­neh­men aus dem Gold­sek­tor ist in Ka­na­da do­mi­zi­liert, dem be­deu­tends­ten Zen­trum für welt­wei­te Mi­nen­ak­ti­vi­tä­ten. Die­se Un­ter­neh­men ope­rie­ren je­doch auf der gan­zen Welt. Um die geo­po­li­ti­schen Ri­si­ken bei In­ves­ti­tio­nen in Gold­mi­nen­ak­ti­en bes­ser ab­schät­zen zu kön­nen, müs­sen sich An­le­ger im Kla­ren sein, in wel­cher Re­gi­on sich die Gold­re­ser­ven des je­wei­li­gen Un­ter­neh­mens be­fin­den.

Wäh­rend die Ri­si­ken in Nord­ame­ri­ka ge­rin­ger sind als in den meis­ten an­de­ren Re­gio­nen, gibt es aber auch da ei­ni­ge Aspek­te, die ei­ner nä­he­ren Be­ob­ach­tung be­dür­fen. Zu Nord­ame­ri­ka ge­hört auch der Gu­er­re­ro-Gold­gür­tel, we­ni­ge Au­to­stun­den süd­lich von Me­xi­co Ci­ty. Das Gold­un­ter­neh- men Tor­ex Gold hat Mit­tel für das Mo­re­los-Pro­jekt auf­ge­nom­men. Die Vor­kom­men in der Mo­re­losMi­ne wei­sen ei­nen sehr ho­hen Gold­ge­halt auf. Un­glück­li­cher­wei­se hat­ten je­doch die Vor­be­sit­zer den Be­zie­hun­gen mit den Eji­dos – ei­ne dort gän­gi­ge Be­sitz­form mit ge­mein­sa­mem Grund­be­sitz und in­di­vi­du­el­len Nut­zungs­rech­ten – zu we­nig Be­ach­tung ge­schenkt, was in Miss­trau­en, ge­richt­li­chen Schrit­ten und Feind­se­lig­keit ge­gen­über dem Un­ter­neh­men re­sul­tier­te. Als Tor­ex Mo­re­los 2009 über­nahm, such­te das Un­ter­neh­men den Dia­log mit den Eji­dos, so­dass das einst so­zi­al un­ver­träg­li­che Pro­jekt nun die lo­ka­le Un­ter­stüt­zung ge­niesst und die Ge­mein­schaft vor Ort ein­bin­det.

Ein Grund zur Sor­ge sind in Me­xi­ko die Kar­tel­le und das Ge­walt­po­ten­zi­al. Be­su­che vor Ort las­sen uns aber zum Schluss kom­men, dass die Mi­nen­un­ter­neh­men von kri­mi­nel­len Ma­chen­schaf­ten nur mi­ni­mal be­trof­fen sind. Auf­wen­di­ge Si­cher­heits­vor­keh­run­gen sind nö­tig, vor al­lem um Dieb­stahl zu ver­hin­dern, doch die Kar­tel­le ha­ben kein In­ter­es­se da­ran, die Mi­nen in Be­schlag zu neh­men.

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