Kei­ne gros­se Avan­ce mehr bei Alu­mi­ni­um

ROH­STOF­FE

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER,

Die Ent­wick­lung des Alu­mi­nium­mark­tes bleibt ein Rät­sel: In den letz­ten paar Jah­ren ha­ben das Tief­zins­um­feld, die ne­ga­ti­ven Roll­ren­di­ten am Ter­min­markt und das man­gel­haft funk­tio­nie­ren­de La­ger­be­stands­sys­tem der Lon­don Me­tal Ex­ch­an­ge (LME) für gros­ses In­ter­es­se an La­ger­fi­nan­zie­rungs­trans­ak­tio­nen ge­sorgt, was den Alu­mi­ni­um­preis künst­lich ge­stützt hat. Zu­sätz­lich da­zu er­zeu­gen sol­che Fi­nan­zie­rungs­trans­ak­tio­nen, auch Car­ry Tra­des ge­nannt, ei­ne künst­li­che Knapp­heit auf dem phy­si­schen Markt, so­dass die Auf- schlä­ge at­trak­ti­ver aus­fal­len, als das sonst der Fall wä­re. Die künst­li­che Knapp­heit lässt sich wie folgt er­klä­ren: Die glo­ba­len börs­li­chen Alu­mi­ni­um­la­ger­be­stän­de, et­wa an der LME, be­tra­gen zwar re­kord­ho­he 5,1 Mio. t, al­ler­dings sind 70% da­von in Car­ry Tra­des ge­bun­den, wei­te­re 8 bis 9 Mio. t an aus­ser­börs­li­chen Be­stän­den sind es so­gar zu 100%. Das er­gibt ei­nen glo­ba­len Über­hang an Alu­mi­ni­um von rund 13 bis 14 Mio. t. We­gen der at­trak­ti­ven Prä­mi­en boomt die Pro­duk­ti­on un­ge­ach­tet die­ses Über­hangs aber wei­ter­hin. Zu nen­nen ist hier vor al­lem Chi­na, des­sen Alu­mi­ni­um­hüt­ten zu­sätz­lich von güns­ti­gen Ener­gie­prei­sen pro­fi­tie­ren, zu­dem zeich­net sich für 2013 ei­ne Aus­wei­tung der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten in Sau­di-Ara­bi­en und In­di­en ab. An­ge­sichts des­sen spricht we­nig da­für, dass die Prei­se sich auf dem der­zei­ti­gen Ni­veau von 2100 $/t hal­ten. So­lan­ge die Car­ry Tra­des funk­tio­nie­ren, ver­liert die Preis­bil­dung an­hand fun­da­men­ta­ler Fak­to­ren al­ler­dings an Be­deu­tung.

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