Die Na­tio­nal­bank kämpft an al­len Fron­ten

Ver­tei­di­gung des Min­dest­kur­ses, Ver­wal­tung der De­vi­sen­re­ser­ven und der Ka­pi­tal­puf­fer ste­hen im Mit­tel­punkt – Schwei­zer Wirt­schaft wird ei­ner Re­zes­si­on ent­ge­hen

Finanz und Wirtschaft - - JAHR - AN

Kon­so­li­die­rung steht bei der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) für 2013 ganz oben auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te. Vor ei­nem Jahr stol­per­te die ehr­wür­di­ge In­sti­tu­ti­on in ih­re schwers­te Füh­rungs­kri­se. Phil­ipp Hil­de­brand trat als Prä­si­dent zu­rück, nach­dem be­kannt­ge­wor­den war, dass der obers­te Wäh­rungs­hü­ter der Schweiz pri­va­te De­vi­sen­ge­schäf­te ge­macht hat­te. Die SNB blieb ein Vier­tel­jahr oh­ne of­fi­zi­el­len Chef. Die va­kan­te drit­te Po­si­ti­on im Di­rek­to­ri­um wur­de gar erst nach sie­ben Mo­na­ten ge­füllt. So lan­ge war das Spit­zen­gre­mi­um der No­ten­bank in ih­rer 105-jäh­ri­gen Ge­schich­te nur ein­mal, 1924/25, un­voll­stän­dig be­setzt ge­we­sen. Aber da­mals muss­te die In­sti­tu­ti­on nicht an so vie­len Fron­ten gleich­zei­tig kämp­fen wie heu­te.

Es ist nicht da­ran zu den­ken, dass die SNB kom­men­des Jahr den Min­dest­kurs von 1.20 Fr. für den Eu­ro auf­he­ben kann. Der Auf­wer­tungs­druck auf die Lan­des­wäh­rung ist nach wie vor sehr gross. Sie ver­moch­te bis­her noch nicht ein­mal die Un­ter­gren­ze an­zu­he­ben. Künf­tig wä­re das nur mög­lich, falls sich die Schul­den­kri­se in Eu­ro­pa grund­le­gend ent­span­nen wür­de oder in­ter­na­tio­na­le An­le­ger ihr Ver­trau­en

Schwei­zer Wirt­schafts­wachs­tum gut stand­ge­hal­ten. Aber das Wirt­schafts­wachs­tum kam zeit­wei­se zum Still­stand. Ver­gli­chen mit 2011 lag das Brut­to­in­land­pro­dukt in­des im­mer noch 1% hö­her. Kom­men­des Jahr wird das BIP leicht an Fahrt ge­win­nen und ge­gen 1,5% wach­sen – dank tie­fen Zin­sen, ei­nem sta­bi­len Fran­ken, feh­len­der In­fla­ti­on und ge­sun­den Staats­fi­nan­zen. Die­se Fak­to­ren un­ter­stüt­zen die Kauf­kraft und be­wah­ren das ver­füg­ba­re Ein­kom­men der Pri­vat­haus­hal­te.

Ei­ne Re­zes­si­on droht nicht. In der re­gio­na­len Um­fra­ge der SNB-Aus­sen­stel­len äus­sern sich al­le Sek­to­ren ver­hal­ten po­si­tiv zu den Aus­sich­ten für das rea­le Um­satz­wachs­tum. Schwach­punk­te sind die nied­ri­ge Ka­pa­zi­täts­aus­las­tung in der In­dus­trie und der star­ke Fran­ken so­wie die la­bi­le Nach­fra­ge in Eu­ro­pa, wo zahl­rei­che Län­der ei­ne Re­zes­si­on durch­lau­fen. Die Ar­beits­lo­sen­ra­te in der Schweiz wird leicht stei­gen. 2012 hat sie sich sai­son­be­rei­nigt lang­sam auf 3% er­höht. Für 2013 rech­nen die Kon­junk­tur­for­scher mit ei­ner Fort­set­zung des Trends auf 3,3%. Das ist nicht dra­ma­tisch. Die Be­schäf­ti­gung wird wei­ter wach­sen, al­ler­dings nur noch schwach.

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