Us-bud­get­streit lähmt

ÜBER­SICHT Die Zahl der Ar­beits­lo­sen in Frank­reich steigt auf ein Mehr­jah­res­hoch

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - ANDRE­AS STO­CKER

Die Ak­ti­en­märk­te ver­lo­ren wäh­rend der letz­ten Han­dels­wo­che des Jah­res an Ter­rain. Der Swiss Mar­ket In­dex und der Eu­ro Sto­xx 50 san­ken im Wo­chen­ver­lauf 1 und 0,9%. Auch der S&P 500 büss­te 1,3% ein. Zehn­jäh­ri­ge deut­sche Staats­an­lei­hen war­fen am Frei­tag 1,32% ab, im Wo­chen­ver­gleich sank die Ren­di­te um 6 Ba­sis­punk­te (Bp). US-Tre­a­su­ries glei­cher Lauf­zeit ren­tier­ten 1,71%, was ei­nem Mi­nus von 4 Bp ent­spricht. An­le­ger sind zum Jah­res­wech­sel so­mit in Risk-off-Stim­mung.

Die Bör­sen wur­den vor al­lem durch den Bud­get­streit in den USA be­las­tet, der sich wei­ter zu­spitzt. Wie das US-Schatz­amt mit­teilt, wird die Ver­schul­dung des ame­ri­ka­ni­schen Staats am Sil­ves­ter­tag das ge­setz­lich fest­ge­leg­te Li­mit er­rei­chen. Im Kl­ar­text heisst das, dass sich die US-Re­gie­rung ab An­fang des kom­men­den Jah­res mit Not­fi­nan­zie­run­gen über die Run­den brin­gen muss, so­lan­ge kein Kom­pro­miss in den Bud­get­ver­hand­lun­gen ge­fun­den wird.

Kon­su­men­ten un­si­cher

Noch be­steht ein Fun­ke Hoff­nung, dass es vor dem Jah­res­wech­sel zu ei­ner Ei­ni­gung in Washington kommt. Prä­si­dent Oba­ma hat am Mitt­woch sei­nen Ur­laub ab­ge­bro­chen und ist in die US-Haupt­stadt zu­rück­ge­kehrt. Am Frei­tag­nach­mit­tag hat er füh­ren­de Ver­tre­ter bei­der Par­tei­en zu sich ins Weis­se Haus be­ru­fen, um wei­ter zu ver­han­deln. Das Re­prä­sen­tan­ten­haus wird sich zu­dem am Sonn­tag­abend zu ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Sit­zung tref­fen. Ei­ne Ge­set­zes­vor­la­ge zur Be­en­di­gung des Schul­den­streits könn­te da­mit in letz­ter Mi­nu­te ab­ge­seg­net wer­den.

Auf ei­nen Kom­pro­miss­vor­schlag bis En­de Jahr zu wet­ten, ist al­ler­dings ris­kant. Je län­ger sich das Kräf­te­mes­sen hin­zieht, des­to

Ren­di­ten Staats­an­lei­hen 2012 klei­ner wird zu­dem die Wahr­schein­lich­keit ei­ner um­fas­sen­den Bud­ge­t­re­form. Der Bud­get­streit scheint sich auch auf die US-Kon- su­men­ten­stim­mung zu über­tra­gen. Der ent­spre­chen­de In­dex des Con­fe­rence Bo­ard ist im De­zem­ber auf 65,1 ge­fal­len. Vor ei­nem Mo­nat no­tier­te er noch auf 73,7.

Ja­pans In­dus­trie lahmt

Un­ter­des­sen steigt die Zahl der Ar­beits­lo­sen in Frank­reich ste­tig und ist im No­vem­ber zum neun­zehn­ten Mal in Fol­ge ge­klet­tert. Mitt­ler­wei­le sind mehr als 3 Mio. Fran­zo­sen ar­beits­los; das ist der höchs­te Stand seit fast fünf­zehn Jah­ren. Trotz der schwie­ri­gen Si­tua­ti­on am Ar­beits­markt hat sich das Kon­sum­kli­ma im De­zem­ber aber über­ra­schend auf­ge­hellt. Das Ver­brau­cher­ver­trau­en stieg um zwei Punk­te auf 86 und da­mit auf den höchs­ten Stand seit Au­gust.

Die In­dus­trie­pro­duk­ti­on in Ja­pan ist der­weil kräf­tig ge­sun­ken. Im No­vem­ber be­trug der Rück­gang 1,7%. Das be­sa­gen Da­ten des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums vom Frei­tag. Öko­no­men hat­ten im Schnitt le­dig­lich mit ei­nem Mi­nus von 0,5% ge­rech­net. Die schwä­cheln­de Welt­wirt­schaft schlug da­mit här­ter als ge­dacht auf die ex­port­las­ti­ge ja­pa­ni­sche In­dus­trie durch. Ei­ne wei­te­re Lo­cke­rung der Geld­po­li­tik der ja­pa­ni­schen No­ten­bank ist so­mit zu er­war­ten.

Mit dem Jah­res­en­de vor Au­gen be­ginnt auch die Blü­te­zeit der Per­for­man­ce­rück­bli­cke (vgl. Gra­fik). Wäh­rend das schwa­che Ab­schnei­den des chi­ne­si­schen oder spa­ni­schen Ak­ti­en­markts nicht wirk­lich über­rascht, dürf­te die star­ke Per­for­mance – in Lo­kal­wäh­rung – des grie­chi­schen oder des ja­pa­ni­schen Ak­ti­en­markts schon den ei­nen oder an­de­ren An­le­ger auf dem fal­schen Fuss er­wischt ha­ben. Die zu Jah­res­be­ginn viel ge­prie­se­ne ame­ri­ka­ni­sche Bör­se be­fin­det sich bes­ten­falls im Mit­tel­feld. Mit ei­nem Kurs­ge­winn von über 50% über­trumpft der tür­ki­sche Leit­in­dex al­le an­de­ren be­deu­ten­den Bör­sen­plät­ze.

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