Snb-bi­lanz im­mer län­ger

OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ Tie­fe­re Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te der Na­tio­nal­bank – Der Eu­ro­pa­rat ver­liert sein Triple-a

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - ANDRE­AS NEINHAUS

Am Fran­ken­ka­pi­tal­markt herrsch­te in der ver­kürz­ten Han­dels­wo­che fei­er­tags­ähn­li­che Ru­he. Neue Pa­pie­re wur­den nicht auf­ge­legt. Die Ra­ting­agen­tu­ren nah­men nur ei­nen re­le­van­ten Schuld­ner ins Vi­sier: Stan­dard & Poor’s ent­zog dem Eu­ro­pa­rat die Best­no­te. Neu wird die Ent­wick­lungs­bank des Eu­ro­pa­rats (CEB) mit dem zweit­bes­ten Ra­ting AA+ und sta­bi­lem Aus­blick be­wer­tet. CEB ist ei­ne der äl­tes­ten För­der­ban­ken des Kon­ti­nents und hat zwei An­lei­hen aus­ste­hend.

In den ers­ten elf Mo­na­ten des Jah­res hat sich die Bi­lanz der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) um 153 Mrd. auf 499 Mrd. Fr. ver­län­gert. Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te hat sich in­des zu­rück­ge­bil­det: von 16% im Ja­nu­ar auf 12% im No­vem­ber. Der am Frei­tag prä­sen­tier­te SNB-Aus­weis wird von den De­vi­sen­an­la­gen ge­prägt, die sich im Zug derDe­vi­sen­käu­fe­zu­rAuf­recht­er­hal­tung des 1.20-Fr./€-Min­dest­kur­ses auf­ge­häuft ha­ben. Im lau­fen­den Jahr stie­gen sie um 180 Mrd. Fr.

Knapp die Hälf­te der De­vi­sen­an­la­gen (48%) hielt die SNB im drit­ten Quar­tal in Eu­ro. Das ist deut­lich we­ni­ger als im zwei­ten (60%). Da­für wur­den Dol­lar- und Pfund­po­si­tio­nen auf 28 resp. 7% hoch­ge­fah­ren. Eben­so wei­te­te die SNB ih­re Ak­ti­ven in den «üb­ri­gen Wäh­run­gen» aus, zu de­nen u. a. der aus­tra­li­sche Dol­lar zählt. An­ge­sichts des rie­si­gen Vo­lu­mens der Re­ser­ven be­ab­sich­tigt die SNB, künf­tig auch in asia­ti­sche Wäh­run­gen zu in­ves­tie­ren, die sie bis­her nicht be­rück­sich­tigt. Da­zu er­öff­net sie Mit­te 2013 ei­ne ei­ge­ne Nie­der­las­sung in Singapur.

Auf den ers­ten Blick et­was ent­täu­schend en­det die kon­junk­tu­rel­le Be­richt­er­stat­tung in die­sem Jahr. Der UBS-Kon­su­min­di­ka­tor hat sich im No­vem­ber leicht ein­ge­trübt. Die Gross­bank führt das aber auf ei­nen sta­tis­ti­schen Ba­sis- ef­fekt zu­rück: Die Neu­wa­gen­im­ma­tri­ku­la­tio­nen sind stark ge­sun­ken, vor al­lem weil im No­vem­ber 2011 ein Re­kord­er­geb­nis bei den Au­to­an­mel­dun­gen ver­zeich­net wor­den war. Ins­ge­samt ent­wi­ckelt sich der Pri­vat­kon­sum ge­mäss UBS-Öko­no­men er­freu­lich.

Der Er­trags­bi­lanz­über­schuss der Schweiz ver­rin­ger­te sich im drit­ten Quar­tal auf 19,1 Mrd. Fr. (21,7 Mrd. Fr. im zwei­ten Quar­tal). Er lag je­doch fast dop­pelt so hoch wie im Vor­jahr. Ge­mes­sen am BIP be­läuft sich der Sal­do auf 12,8%.

Die ETH-Kon­junk­tur­for­schungs­stel­le Kof or­tet in Sa­chen Fran­ken­kurs ei­ne Kluft zwi­schen Stim­mung und «har­ten Fak­ten». Vie­le Be­ob­ach­ter sei­en da­von aus­ge­gan­ge­nen, dass trotz der Ein­füh­rung des Min­dest­kur­ses der im­mer noch hoch be­wer­te­te Fran­ken zu fal­len­den Ex­por­ten und hö­he­ren Ar­beits­lo­sen­zah­len füh­ren wür­de. Da­zu sei es je­doch nicht ge­kom­men. Die Kof pro­gnos­ti­ziert in ih­rer am Frei­tag pu­bli­zier­ten Win­ter­pro­gno­se für 2013 ein Wirt­schafts­wachs­tum von 1,3%, ei­nen stei­gen­den Aus­sen­han­del, ei­ne mo­de­ra­te In­fla­ti­on (nach ei­nem Mi­nus 2012) und ei­ne Ar­beits­lo­sen­ra­te von 3,2%.

Die Vor­her­sa­ge deckt sich mit der Schät­zung des Staats­se­kre­ta­ri­ats für Wirt­schaft im Eid­ge­nös­si­schen Volks­wirt­schafts­de­par­te­ment. Letz­te­res wird ab nächs­tem Jahr üb­ri­gens in De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung um­ge­tauft. An­le­ger müs­sen sich al­so vom bis­he­ri­gen Kür­zel EVD auf das neue, WBF, um­ge­wöh­nen.

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