Bank­ge­heim­nis im Vi­sier

Die Re­vi­si­on des Steu­er­straf­rechts so­wie die Lö­sung im Steu­er­streit mit den USA stos­sen auf Kri­tik

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - SEI­TEN 3, 5, 7

Der Bun­des­rat hat ei­ne Ge­set­zes­vor­la­ge zum US-Steu­er­streit prä­sen­tiert und die Ver­nehm­las­sung für die Re­vi­si­on des Steu­er­straf­rechts lan­ciert. Bei­des zielt auf ei­ne wei­te­re Lo­cke­rung des Bank­ge­heim­nis­ses.

Die Kan­to­ne sol­len die Kom­pe­tenz er­hal­ten, das steu­er­li­che Bank­ge­heim­nis auch in Hin­ter­zie­hungs­ver­fah­ren zu lüf­ten. An­ge­sichts die­ses Vor­schlags rät der Steu­er­ex­per­te Micha­el Nor­din Per­so­nen, die über un­ver­steu­er­te Ein­künf­te oder Ver­mö­gen ver­fü­gen, zur Selbst­an­zei­ge bei den Steu­er­be­hör­den. In die­sem Zu­sam­men­hang be­zeich­net er ei­ne um­fas­sen­de Steu­er­am­nes­tie als wün­schens­wert. Die Ban­kier­ver­ei­ni­gung lehnt den Re­vi­si­ons­ent­wurf schlicht­weg ab und spricht von der Ein­füh­rung ei­ner Steu­er­po­li­zei, weil Bern Zwangs­mass­nah­men und Haus­durch­su­chun­gen er­leich­tern will.

Aus­ser­dem hat Fi­nanz­mi­nis­te­rin Eve­li­ne Wid­mer-Schlumpf das «Bun­des­ge­setz über Mass­nah­men zur Er­leich­te­rung der Ber­ei­ni­gung des Steu­er­streits der Schwei­zer Ban­ken mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten» vor­ge­stellt. Das Vor­ge­hen ist um­strit­ten, das Par­la­ment fühlt sich über­gan­gen. Denn das An­ge­bot und die Bus­sen­hö­he – man spricht von 7 bis 10 Mrd. $ – sol­len vor­erst ge­heim blei­ben. Die Ban­kier­ver­ei­ni­gung und die Kon­fe­renz der kan­to­na­len Fi­nanz­di­rek­to­ren stim­men zwar zu. Ei­ne ech­te Ver­ein­ba­rung mit den Ame­ri­ka­nern wur­de je­doch nicht er­zielt. Die USA ha­ben ein An­ge­bot ge­macht, des­sen In­halt ge­heim ist. Fak­tisch wird prak­tisch je­de Schwei­zer Bank ge­zwun­gen sein, sich in­di­vi­du­ell der US-Jus­tiz zu of­fen­ba­ren und ei­ne Bus­se zu zah­len, und nicht nur die, ge­gen die be­reits Un­ter­su­chun­gen lau­fen. Denn auf­grund von Ab­schlei­cher­lis­ten wer­den die US-Be­hör­den bes­tens in­for­miert. Von Frei­wil­lig­keit kann kei­ne Re­de sein.

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