UBS blickt nach vorn

Vr-prä­si­dent Axel We­ber über die Stär­ken der Bank

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - SEI­TEN 8, 9

Wäh­rend der Rest der schwei­ze­ri­schen Ban­ken­welt im Steu­er­streit mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­sinkt, kann sich die UBS zu­rück­leh­nen: Die Gross­bank hat ih­ren Frie­den mit den USA un­ter dem Schutz ei­nes Staats­ver­trags schon vor drei Jah­ren ge­schlos­sen.

Axel We­ber, seit gut ei­nem Jahr Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent der UBS, schaut nach vorn. Im Interview ver­tei­digt er sei­ne Stra­te­gie, die In­vest­ment­bank zwar zu schrump­fen, aber nicht gänz­lich ab­zu­stos­sen. Er ist über­zeugt, dass an­de­re Gross­ban­ken dem Bei­spiel fol­gen wer­den: «Die heu­ti­gen In­vest­ment­ban­ken sind zu gross und zu kom­plex. Al­le wer­den sich in den nächs­ten fünf bis zehn Jah­ren re­di­men­sio­nie­ren müs­sen», sagt der Deut­sche. Die har­ten Ei­gen­ka­pi­tal­vor­schrif­ten der Schweiz, die von vor­ma­li­gen Kon­zern­chefs der UBS noch hef­tig be­kämpft wor­den wa­ren, hält er für ei­nen kla­ren Wett­be­werbs­vor­teil. Es sei zur Er­hö­hung der Sys­tem­sta­bi­li­tät er­stre­bens­wert, dass sich die in­ter­na­tio­na­len Re­geln den Schwei­zer Stan­dards an­pas­sen: «Die ers­te Ver­tei­di­gungs­li­nie für je­de Bank heisst mehr Ei­gen­ka­pi­tal», meint We­ber.

Als ehe­ma­li­ger Prä­si­dent der Deut­schen Bun­des­bank blickt er mit wach­sen­der Sor­ge auf die Po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank. «Die EZB ist die ul­ti­ma­ti­ve Geld­ge­be­rin der Ban­ken, aber sie ist nicht die ul­ti­ma­ti­ve Fi­nan­zie­re­rin der Staa­ten», sagt We­ber. Da­her hält er die Ent­wick­lung, die EZB als letzt­in­stanz­li­che Käu­fe­rin von Staats­an­lei­hen zu eta­blie­ren, für fehl­ge­lei­tet. Ei­ne Ban­ken­uni­on in Eu­ro­pa sei zwar hilf­reich, aber sie al­lein wer­de die Eu­ro­kri­se nicht lö­sen.

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