«Wir wer­den An­lauf­stel­le ein­rich­ten»

CLAU­DE-ALAIN MAR­GE­LISCH, CEO der Ban­kier­ver­ei­ni­gung, über die Fol­gen des Us-steu­er­streits

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - INTERVIEW: THO­MAS WYSS UND MO­NI­CA HEGG­LIN

Clau­de-Alain Mar­ge­lisch, der Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­lei­tung der Schwei­ze­ri­schen Ban­kier­ver­ei­ni­gung, will die Ban­ken im US-Steu­er­streit un­ter­stüt­zen, da­mit sie «ef­fi­zi­ent und ko­or­di­niert» am Pro­gramm teil­neh­men kön­nen: «Wir wer­den da­für ei­ne An­lauf­stel­le ein­rich­ten.» Herr Mar­ge­lisch, ist die SBVg für oder ge­gen den Vor­schlag aus Bern? Die Ban­kier­ver­ei­ni­gung un­ter­stützt den Ge­set­zes­vor­schlag, da da­mit die Bank­mit­ar­bei­ter bes­ser ge­schützt sind und die Ban­ken über­haupt erst die Mög­lich­keit er­hal­ten, am US-Pro­gramm zu par­ti­zi­pie­ren. Nur so kann wie­der Rechts­si­cher­heit

Ganz wich­tig ist das Ge­setz für die vier­zehn Ban­ken, die be­reits von den US-Jus­tiz­be­hör­den un­ter­sucht wer­den.

Was weiss die Ban­kier­ver­ei­ni­gung über die Ab­ma­chung zwi­schen Bern und den USA in die­ser Sa­che? Wir ha­ben dies­be­züg­lich lei­der kei­ne ak­tu­el­len In­for­ma­tio­nen. Wie vie­le Ban­ken wer­den ge­mäss Ih­ren In­for­ma­tio­nen tan­giert sein bzw. «frei­wil­lig» mit­ma­chen? Das kann zum heu­ti­gen Zeit­punkt nicht ge­sagt wer­den, da die Pa­ra­me­ter des Pro­gramms nicht be­kannt sind. Je­de Bank wird nach Be­kannt­ga­be des Pro­gramms in­di­vi­du­ell ent­schei­den. Ist ir­gend­ein Pro­gramm bes­ser als kei­nes? Ich bin über­zeugt, dass es im In­ter­es­se al­ler Be­tei­lig­ten ist – al­so nicht bloss der Ban­ken, son­dern auch der Schweiz und der USA –, ei­nen Schluss­strich zu zie­hen. Das noch nicht be­kann­te Pro­gramm bie­tet die ein­zi­ge vor­han­de­ne Mög­lich­keit. Je­de Bank kann dann selbst ent­schei­den, ob sie mit­ma­chen muss. Um es un­ge­schminkt zu sa­gen: Oh­ne Pro­gramm ist kei­ne Bank vor der Will­kür ei­nes US-Jus­tiz­be­am­ten ge­schützt.

Bus­sen­hö­he ver­hal­ten Was be­deu­tet die­ses Pro­gramm für die Ver­hand­lun­gen mit der EU? Die Schwei­zer Ban­ken sind of­fen für Ver­hand­lun­gen mit der EU und sind be­reit, im Rah­men die­ser Ge­sprä­che auch über An­lie­gen der EU zu dis­ku­tie­ren. Wich­tig ist da­bei aber auch ei­ne rechts­staat­lich ein­wand­freie Re­ge­lung der Ver­gan­gen­heit. Ich den­ke je­doch nicht, dass die bei­den Si­tua­tio­nen mit­ein­an­der ver­gleich­bar sind. Nicht zu­letzt auch des­halb, weil die Schweiz mit der EU seit 2005 mit dem Zins­be­steue­rungs­ab­kom­men ei­nen Staats­ver­trag hat, der die Schwei­zer Rechts­ord­nung ak­zep­tiert.

Die Schwei­zer Ban­ken sind of­fen für Ver­hand­lun­gen mit der EU und be­reit, über An­lie­gen zu dis­ku­tie­ren.

Un­ter den Schwei­zer Ban­ken herrscht Auf­ruhr. Vie­le füh­len sich be­nach­tei­ligt. Kann die Ban­kier­ver­ei­ni­gung die­se Span­nun­gen über­win­den? Es ist klar, dass die Un­si­cher­heit zu ei­ner ge­wis­sen Auf­re­gung führt. Aber nie­mand kennt das Pro­gramm, und je­de Bank kann nach Be­kannt­ga­be der Eck­wer­te schliess­lich selbst ent­schei­den, ob sie mit­ma­chen soll­te. Wir un­ter­stüt­zen die Ban­ken nach Be­kannt­ga­be der Eck­wer­te, da­mit sie ef­fi­zi­ent und ko­or­di­niert am Pro­gramm teil­neh­men kön­nen. Wir wer­den da­für ei­ne An­lauf­stel­le ein­rich­ten. Das aus­führ­li­che Ge­spräch fin­den Sie auf: fuw.ch/010613-1

«Die

muss sich am Un­rechts­aus­rich­ten.»

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