Bri­ti­scher Fi­nanz­mi­nis­ter rech­net mit 7,3 Mrd. Fr.

GROSSBRITTANIEN

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - CP,

Am Frei­tag ha­ben Schwei­zer Ban­ken bri­ti­schen Kon­to­in­ha­bern ei­nen Be­trag von bis zu 41% des Ver­mö­gens per En­de 2012 ab­ge­bucht. Der Ab­zug steht im Zu­sam­men­hang mit dem Steu­er­ab­kom­men, das zwi­schen der Schweiz und Grossbritannien seit An­fang Jahr gilt. Der bri­ti­sche Fi­nanz­mi­nis­ter hofft auf Mil­li­ar­den aus der Schweiz.

Am Frei­tag ist ein wei­te­rer Mei­len­stein in der Um­set­zung des Qu­el­len­steu­er­ab­kom­men mit Grossbritannien er­reicht wor­den. Glei­ches gilt üb­ri­gens auch für Ös­ter­reich. Am 31. Mai wur­de Kun­den aus die­sen Län­dern, die ge­gen­über ih­rer Steu­er­be­hör­de an­onym blei­ben möch­ten oder nichts un­ter­nom­men ha­ben, das Ver­mö­gen deut­lich re­du­ziert. Es geht um die steu­er­li­che «Re­gu­la­ri­sie­rung» die­ser Ver­mö­gen, de­ren Ka­pi­tal­er­trä­ge zu­dem künf­tig ei­ner an­ony­men Ab­gel­tungs­steu­er un­ter­lie­gen. Wie viel nun am Frei­tag den ein­zel­nen Kon­ti be­las­tet wur­de, ist ab­hän­gig da­von, ob das Kon­to be­reits 2002 exis­tier­te oder erst spä­ter er­öff­net wur­de, so­wie vom Ver­mö­gens­stand En­de 2012. Für bri­ti­sche Kun­den – aus­schlag­ge­bend ist die Wohn­sitz­adres­se – wur­den dem­nach je nach den ge­nau­en Um­stän­den 21 bis 41% des Ver­mö­gens per En­de 2012 fäl­lig. Ab En­de Jahr wird dann vom Er­trag die­ser Kon­ti zwi­schen 28 und 48% von der Bank an die Steu­er­be­hör­de in Lon­don über­wie­sen.

Ho­he Er­war­tun­gen

Der bri­ti­sche Fi­nanz­mi­nis­ter Ge­or­ge Os­bor­ne hat an­ge­kün­digt, dass er dank des Steu­er­ab­kom­mens mit der Schweiz in­ner­halb der nächs­ten sechs Jah­re 5 Mrd. £ (7,3 Mrd. Fr.) Ein­nah­men er­war­tet. Al­lein im lau­fen­den Steu­er­jahr (es dau­ert von April bis En­de März) rech­net er we­gen der Ein­mal­zah­lung für die Ver­gan­gen­heit mit 3,1 Mrd. £, wie Zah­len im Bud­get­ent­wurf zeig­ten. Wel­che Da­ten und An­nah­men die­ser Zahl zu­grun­de lie­gen war we­der vom bri­ti­schen Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um noch von der Steu­er­be­hör­de HMRC zu er­fah­ren. Auf­grund der Dau­er der Ein­füh­rung des Ab­kom­mens so­wie der zahl­rei­chen Op­tio­nen, die Kon­to­in­ha­bern zur Ver­fü­gung stan­den, dürf­te die Re­gu­la­ri­sie­rung un­ter den Be­din­gun­gen des Steu­er­ab­kom­mens nicht oft ge­wählt wor­den sein.

Bes­ser über Liech­ten­stein

Laut Steu­er­an­wäl­ten gibt es bes­se­re Va­ri­an­ten, sich den bri­ti­schen Steu­er­be­hör­den zu­min­dest na­ment­lich zu er­klä­ren. Güns­ti­ger ist die Va­ri­an­te über die «Liech­ten­stein Dis­clo­sure Fa­ci­li­ty». Die­se Ein­rich­tung er­laubt es, zu ei­nem Preis von «meist nicht mehr als 15%» des Ver­mö­gens punk­to Schwei­zer Kon­ti rei­nen Tisch zu ma­chen, wie ein An­walt sagt.

Was den Be­trag, der nach En­g­land fliesst, zu­dem ver­rin­gern dürf­te, sind Kon­to­auf­lö­sun­gen. Schwei­zer Ban­ken ha­ben sich aber ver­pflich­tet, Ab­flüs­se von Kon­ti mit bri­ti­schen Adres­sen, die ins Aus­land über­wie­sen wur­den, in ih­rer Sum­me zu mel­den. Das heisst, Grossbritannien kann ba­sie­rend auf die­sen In­for­ma­tio­nen wei­te­re Ziel­na­tio­nen ins Vi­sier neh­men. Nicht zu­letzt hof­fen aber auch die Schwei­zer Ban­ken, dass ge­nü­gend Geld nach Grossbritannien fliesst. 30 un­ter ih­nen ha­ben An­fang Jahr zu­sam­men 500 Mio. Fr. als Vor­aus­zah­lung ge­leis­tet. Die­se flies­sen erst dann voll­ends zu­rück, wenn min­des­tens 1,3 Mrd. Fr. in bri­ti­schen Kas­sen ge­lan­det sind.

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