UBS wird wie­der zur star­ken Mar­ke

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Das Ak­ti­en­re­se­arch von So­cié­té Gé­né­ra­le hat sei­ne Emp­feh­lung für die UBS-Ak­ti­en kürz­lich von «Hal­ten» auf «Ver­kau­fen» re­du­ziert. Gleich­zei­tig ha­ben die Ex­per­ten das Kurs­ziel für die Ti­tel auf 15 Fr. ge­senkt. Die Ak­tie no­tiert ge­gen­wär­tig über 17 Fr. Als Grund für die Rück­stu­fung ge­ben die Ana­lys­ten an, sie sei­en nicht mehr so si­cher, dass sich die UBS in ih­rem In­vest­ment Ban­king tat­säch­lich aus dem Be­reich Fi­xed In­co­me, Cur­ren­cies and Com­mo­di­ties (FICC) zu­rück­zie­hen wol­le. Sie wür­den erns­te Zwei­fel dar­an he­gen, dass die Bank ih­re Stra­te­gie durch­zie­he und ihr In­vest­ment Ban­king schrump­fe. Die Re­duk­ti­on auf «Sell» sei als War­nung an die In­ves­to­ren ge­dacht, die hof­fen wür­den, dass sich die UBS gra­du­ell zu ei­nem As­set- und Ver­mö­gens­ver­wal­ter än­dern wer­de.

Tat­säch­lich lie­fer­te die UBS In­vest­ment Bank im ers­ten Quar­tal ei­nen Ge­winn vor Steu­ern von 977 Mio. Fr. und lie­fer­te da­mit

KUBS N so viel wie das We­alth Ma­nage­ment (oh­ne Ame­ri­cas) und die Spar­te Re­tail und Cor­po­ra­te zu­sam­men. Auf­fäl­lig war, dass das Fi­xed-In­co­me-Ge­schäft, das in­ner­halb der In­vest­ment­bank den deut­lichs­ten Ab­bau er­fah­ren soll, sei­ne Er­trä­ge so­gar aus­wei­ten konn­te. Die Ren­di­te der In­vest­ment­bank auf dem zu­ge­teil­ten Ei­gen­ka­pi­tal be­trug im ers­ten Quar­tal 49,5%.

Trotz­dem darf aus­ge­schlos­sen wer­den, dass UBS ei­ne Kehrt­wen­de voll­zie­hen wird. VR-Prä­si­dent Axel We­ber spricht sich im Interview de­zi­diert für die Bei­be­hal­tung der Stra­te­gie aus. Für ihn hat zu­dem der Ka­pi­tal­auf­bau – re­spek­ti­ve die Ver­rin­ge­rung der Bi­lanz­ri­si­ken – Prio­ri­tät. Die gu­te Ent­wick­lung im We­alth Ma­nage­ment be­stä­tigt die Aus­rich­tung. Die Spar­te We­alth Ma­nage­ment ver­zeich­ne­te im ers­ten Quar­tal ei­nen Zuf­luss an Net­to­neu­gel­dern von 15 Mrd. Fr., was dem höchs­ten in ei­nem Quar­tal ver­buch­ten Net­to­zu­fluss seit 2007 ent­spricht. Dies deu­tet an, dass die Mar­ke UBS in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung zu ih­rer al­ten Stär­ke zu­rück­fin­det.

Die Kauf­emp­feh­lung für UBS ba­siert aber heu­te nicht auf den Aus­sich­ten ih­res Kern­ge­schäfts, son­dern dar­auf, dass der scho­nen­de Ver­kauf von nicht mehr zum Kern­ge­schäft ge­hö­ren­den Bi­lanz­po­si­tio­nen Ka­pi­tal frei­setzt, das in Form von Di­vi­den­den oder Rück­zah­lun­gen ab 2015, man­che hof­fen schon frü­her, an die Ak­tio­nä­re flies­sen soll. Dies er­gibt für die mitt­le­re Frist ei­nen ver­nünf­ti­gen, wenn auch kei­nen nach­hal­ti­gen In­vest­ment Ca­se. Die­sen muss lang­fris­tig das We­alth Ma­nage­ment lie­fern, wo UBS ih­re glo­ba­le Spit­zen­po­si­ti­on aus­bau­en muss.

Es macht den An­schein, dass UBS die 14 Mrd. Fr. Ei­gen­ka­pi­tal, die in ih­ren bi­lan­zi­el­len Alt­las­ten ge­bun­den sind, dank des Auf­schwungs am US-Im­mo­bi­li­en­markt frü­her als er­war­tet frei­set­zen könn­te. Die Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley rech­nen vor, dass bis 2015 mehr als 8 Mrd. Fr. an ge­bun­de­nem Ei­gen­ka­pi­tal frei­ge­setzt wer­den könn­te, was 13% der heu­ti­gen Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung ent­sprä­che. Ana­lyst Huw van Stee­n­is rech­net da­her da­mit, dass die UBS in den Jah­ren 2015 und 2016 statt­li­che Di­vi­den­den in Hö­he von 1.70 Fr. aus­schüt­ten wird. Be­rech­net auf dem ge­gen­wär­ti­gen Ak­ti­en­kurs ent­spricht das ei­ner Ren­di­te von rund 10%, was ei­ne deut­li­che Hö­her­be­wer­tung der Ti­tel recht­fer­ti­gen wür­de.

Na­tür­lich lau­ern Ri­si­ken. Ers­tens dau­ert es noch lan­ge bis 2015. Und ne­ben den üb­li­chen Markt- und Kre­dit­ri­si­ken könn­ten die zahl­rei­chen Rechts­strei­tig­kei­ten (Li­bor, US-Hy­po­thekar­markt, Cross-Bor­der-Ge­schäft) der UBS noch ei­nen di­cken Strich durch die Rech­nung ma­chen.

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