So­lar­zu­lie­fe­rer ber­gen Chan­cen nur für ri­si­ko­fä­hi­ge In­ves­to­ren

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - AS/CC/DM

Die Markt­kon­so­li­die­rung im So­lar­sek­tor, die Über­ka­pa­zi­tä­ten ab­bau­en und Raum für neue In­ves­ti­tio­nen schaf­fen könn­te, kommt we­gen der star­ken staat­li­chen Ein­fluss­nah­me kaum vor­an. So blei­ben Auf­trä­ge für neue, ef­fi­zi­en­te­re Pro­duk­ti­ons­an­la­gen noch weit­ge­hend aus. Vor­aus­ge­setzt, es kommt aber zu ei­ner Be­le­bung des Auf­trags­ein­gangs in den nächs­ten zwölf Mo­na­ten, bie­ten sich auf den ge­drück­ten Kurs­ni­veaus der So­lar­zu­lie­fe­rer reiz­vol­le In­vest­ments an. Ei­ne Be­wer­tungs­ein­schät­zung ist der­zeit kaum mög­lich, da die meis­ten Un­ter­neh­men noch Ver­lus­te schrei­ben. Es ist al­so ei­ne über­durch­schnitt­li­che Ri­si­ko­fä­hig­keit ge­fragt.

Cen­tro­therm Pho­to­vol­taics (D) durch­läuft ei­ne Sa­nie­rung in Ei­gen­ver­wal­tung und kon­zen­triert sich im So­lar­markt auf kris­tal­li­ne An­la­gen und die Si­li­zi­um­pro­duk­ti­on. Jüngst kam ein Gross­pro­jekt aus Al­ge­ri­en her­ein. Die Ti­tel sind we­nig li­qui­de, ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung ist wahr­schein­lich. Spe­ku­la­tiv reiz­voll sind auch Am­tech (USA). Der Aus­rüs­ter ist im Kris­tal­lin­markt füh­rend und pro­fi­tiert von glo­ba­len Kun­den­be­zie­hun­gen. So­li­de­re Chan­cen ber­gen di­ver­si­fi­zier­te Grup­pen wie der Halb­lei­ter­spe­zia­list IQE (GB), der im So­lar­markt im Seg­ment kon­zen­trie­ren­de Pho­to­vol­ta­ik ak­tiv ist und die für Mul­ti­junc­tion-Zel­len (vgl. Glos­sar) wich­ti­ge Epita­xie-Kom­pe­tenz be­sitzt. GT Ad­van­ced Tech­no­lo­gies (USA) stellt An­la­gen für die So­lar­si­li­zi­um­her­stel­lung so­wie für Leucht­di­oden (LEDs) her. Il­li­nois Tool Works (USA) ist ei­ne de­fen­si­ve An­la­ge. Durch den Kauf von De­s­patch In­dus­tries 2011 bie­tet der mar­gen­star­ke und pro­fi­ta­ble Ma­schi­nen­bau­kon­zern ein Port­fo­lio im Kris­tal­lin- und Dünn­schicht­markt an.

Mey­er Bur­ger (CH) braucht ei­nen lan­gen Atem. Tech­no­lo­gisch wä­re der Kon­zern nicht an die So­lar­bran­che ge­bun­den, er hat auch Lö­sun­gen für die Halb­lei­ter- und Op­to­elek­tro­nik­in­dus­trie im Kö­cher. Die fak­tisch star­ke Aus­rich­tung auf Pho­to­vol­ta­ik for­der­te ih­ren Tri­but: 2012 schrumpf­te der Auf­trags­ein­gang ge­gen­über 2011 auf gut ein Vier­tel, der Um­satz sank um et­was mehr als die Hälf­te. Nun soll sich die La­ge eher ab der zwei­ten Jah­res­hälf­te bes­sern. Mey­er Bur­ger sei wei­ter über­zeugt, die­ses Jahr noch das ei­ne oder an­de­re grös­se­re Pro­jekt ab­zu­schlies­sen, heisst es auf An­fra­ge. «Wann ge­nau die­se Ab­schlüs­se statt­fin­den wer­den, ist an­ge­sichts der im­mer noch an­ge­spann­ten La­ge im So­lar­markt und der Fi­nan­zie­rungs­si­tua­ti­on bei ge­wis­sen Pro­jek­ten nicht vor­aus­zu­sa­gen», er­klärt ei­ne Spre­che­rin.

Das Frei­han­dels­ab­kom­men der Schweiz mit dem wich­ti­gen Markt Chi­na bringt der Grup­pe in­des kei­ne di­rek­ten Vor­tei­le, weil Im­port­zöl­le be­reits zu­vor nicht auf Hoch­tech­no­lo­gie an­fie­len. Der Or­der­kno­ten

Mey­er Bur­ger N könn­te sich aus an­de­ren Grün­den lö­sen: Die­se Wo­che war Mey­er-Bur­ger-Ma­na­ger Patrick Ho­fer-No­ser in Chi­na un­ter­wegs, in der De­le­ga­ti­on von Bun­des­rä­tin Do­ris Leuthard.

Nach der Ka­pi­tal­er­hö­hung im Früh­jahr hat sich die bi­lan­zi­el­le Si­tua­ti­on vor­erst ent­spannt. Per Jah­res­en­de rech­net das Un­ter­neh­men «nach wie vor mit ei­ner sehr kom­for­ta­blen Li­qui­di­täts­po­si­ti­on». Auch für 2014 könn­te die Ge­sell­schaft ei­nen Ver­lust aus­wei­sen. We­gen der un­si­che­ren Auf­trags­la­ge soll­ten auch ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger erst die Halb­jah­res­zah­len im Au­gust ab­war­ten.

Für Ko­max (CH) ist das So­lar­ge­schäft (An­la­gen für Her­stel­lung von Pa­nels) ei­ne Ne­benspar­te, ver­brennt aber seit Jah­ren Geld: auf Stu­fe Ebit 2012 mehr als 20 Mio. Fr. Auch im lau­fen­den Jahr und wohl auch 2014 wird ein Ver­lust re­sul­tie­ren. Ko­max prüft da­her «sämt­li­che stra­te­gi­sche Op­tio­nen». Ei­ne Ab­tren­nung ist nicht aus­ge­schlos­sen.

Un­ter den Mo­dul­her­stel­lern sind Sun­po­wer (USA) Ef­fi­zi­enz­füh­rer im kris­tal­li­nen Seg­ment und ein Blick wert. Durch In­ves­ti­tio­nen von US-In­ves­tor War­ren Buf­fett in zwei So­lar­parks mit Sun­po­wer-Mo­du­len hat der Kon­zern Rü­cken­de­ckung.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.