Ren­di­te­an­stieg mög­lich

MO­NAT­LI­CHE ZINS­KUR­VE SCHWEIZ Viel hängt von der EZB ab

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - KARS­TEN LINOWSKY,

Im Mai stie­gen die Schwei­zer Zin­sen et­was, nach­dem sie in den zwei Mo­na­ten zu­vor ge­fal­len wa­ren, und die Zins­kur­ve liegt da­mit wie­der deut­lich hö­her als noch am Jah­res­an­fang. Die in­län­di­schen Kon­junk­tur­zah­len ha­ben noch im­mer kei­nen gros­sen Ein­fluss auf die Markt­aus­schlä­ge, die leich­te Ab­wer­tung des Fran­kens in der letz­ten Zeit trug je­doch et­was da­zu bei, den Druck auf die Zins­kur­ve zu ver­rin­gern. Ins­ge­samt blie­ben die Än­de­run­gen aber re­la­tiv ge­ring im Ver­gleich zur Vo­la­ti­li­tät an­de­rer Fi­nanz­märk­te. In die­ser Hin­sicht ist ei­ne ge­wis­se Kon­ti­nui­tät fest­zu­stel­len. Zu­vor wa­ren die Staats­an­lei­he­ren­di­ten trotz der an­hal­ten­den Stär­ke ris­kan­te­rer An­la­gen nicht ge­stie­gen. Mo­men­tan schei­nen die Ren­di­ten nicht zu sin­ken, auch wenn ris­kan­te­re An­la­gen kor­ri­gie­ren.

In den kom­men­den Wo­chen könn­ten die Märk­te in der Schweiz durch ei­ne Rei­he von Fak­to­ren be­ein­flusst wer­den. Vor al­lem ist es un­se­res Erach­tens wich­tig, dass die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen US-Tre­a­su­ries wie­der über 2% ge­stie­gen ist. Als Fol­ge hat sich der Dol­larFran­ken-Spre­ad aus­ge­wei­tet, und in die­sem Um­feld kann die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger «Eid­ge­nos­sen» bei et­wa 0,8% er­war­tet wer­den. Als zwei­ter Fak­tor könn­te ein an­hal­ten­der Wech­sel­kurs über 1.25 Fr./€ ei­nen leich­ten An­stieg des vor­de­ren Kur­ven­endes be­wir­ken. Bis­lang hat sich die­ser Kur­ven­ab­schnitt nicht stark be­wegt, aber je län­ger der Wech­sel­kurs in deut­li­cher Ent­fer­nung von der Un­ter­gren­ze bleibt, des­to wahr­schein­li­cher sind un­se­res Erach­tens ein leich­ter Ren­di­te­an­stieg und ein An­stieg der Kur­ve im Be­reich zwei bis fünf Jah­re. Mit­tel­fris­tig se­hen wir auch Po­ten­zi­al für ei­ne stei­le­re Kur­ve im Be­reich zwei bis zehn

Wie­der leicht stei­ler Jah­re und er­war­ten po­si­ti­ve Er­trä­ge so­wohl für du­ra­ti­ons- als auch für gleich­ge­wich­te­te «Stee­pe­ner»-Stra­te­gi­en.

Der grösste Un­si­cher­heits­fak­tor für die kom­men­den Wo­chen bleibt je­doch wohl die EZB-Sit­zung in der ers­ten Ju­ni­wo­che. Ob­wohl das tat­säch­li­che Er­geb­nis mög­li­cher­wei­se we­ni­ger spek­ta­ku­lär aus­fal­len wird, könn­te im Vor­feld der Sit­zung die Vo­la­ti­li­tät stei­gen und auch den Schwei­zer Markt be­ein­flus­sen, zu­mal sich die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) auf den Wech­sel­kurs kon­zen­triert. So­lan­ge die In­fla­ti­on so tief ist, er­war­ten wir kei­ne Än­de­rung der SNB-Po­li­tik. Zu­sam­men­fas­send se­hen wir auf Ba­sis des kon­struk­ti­ven Wirt­schafts­aus­blicks und des in­ter­na­tio­na­len Um­felds Po­ten­zi­al für ei­nen leich­ten An­stieg der Schwei­zer Ren­di­ten, hal­ten es aber für mög­lich, dass die Ein­schät­zun­gen zur EZB-Po­li­tik die Ent­wick­lun­gen in den nächs­ten bei­den Wo­chen be­stim­men wer­den.

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