Ita­li­en muss et­was mehr zah­len

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Ha­ben Ita­li­en und Spa­ni­en das Ren­di­te­tal durch­schrit­ten? Es sieht so aus. Seit An­fang Mai ten­die­ren die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen bei­der Län­der ge­ra­de­zu syn­chron wie­der meist auf­wärts. Von den Jah­res­tiefs am 2. bzw. 3. Mai sind die ita­lie­ni­schen und spa­ni­schen Pa­pie­re am Se­kun­där­markt mitt­ler­wei­le wie­der 32 bzw. 36 Ba­sis­punk­te (Bp) ent­fernt. Am Pri­mär­markt hat Ita­li­en am Don­ners­tag bei der Auf­sto­ckung fünf- und zehn­jäh­ri­ger BTP über ins­ge­samt 5,75 Mrd. € erst­mals seit drei Mo­na­ten wie­der hö­he­re Kon­di­tio­nen bie­ten müs­sen. Die Durch­schnitts­ren­di­ten stie­gen auf 3,01 bzw. 4,14%. Das sind nach An­ga­ben der Ban­ca d’Ita­lia 17 bzw. 20 Bp mehr als auf der vor­an­ge­gan­ge­nen Auk­ti­on im April. Die Nach­fra­ge blieb je­doch gut, die Über­zeich­nungs­quo­ten la­gen bei rund 1,4. So wer­den auch nicht in­ter­ne Fak­to­ren für den jüngs­ten Ren­di­te­trend ge­nannt, son­dern die Be­fürch­tung, die US-No­ten­bank könn­te ih­re li­qui­di­täts­spen­den­den An­lei­hen­käu­fe dem­nächst zu­rück­fah­ren.

Die bei­den BTP-Auk­tio­nen am Don­ners­tag mit­ge­rech­net, bringt es die Eu­ro­zo­ne seit Jah­res­be­ginn auf 455,5 Mrd. € Neu­emis­sio­nen. Das sind nach fünf Mo­na­ten 51,9% des für das Ge­samt­jahr avi­sier­ten Emis­si­ons­vo­lu­mens, schreibt HSBC Trink­aus. Die Staa­ten nutz­ten die güns­ti­gen Be­din­gun­gen der letz­ten Mo­na­te für Plat­zie­run­gen «auf Vor­rat». Denn tie­fe Ren­di­ten sen­ken die Re­fi­nan­zie­rungs­kos­ten. Zu­sätz­lich kön­nen die Fi­nanz­mi­nis­ter bei den Auk­tio­nen auch auf Mehr­ein­nah­men hof­fen – doch manch­mal müs­sen sie sich mit Min­der­ein­nah­men zu­frie­den­ge­ben. Denn An­lei­hen wer­den nur sel­ten zu pa­ri ab­ge­setzt. Je nach­dem, wie sich die Zin­sen seit der Ers­te­mis­si­on ent­wi­ckeln, kön­nen die Prei­se bei Auf­sto­ckun­gen deut­lich über oder un­ter pa­ri lie­gen.

So stock­te Spa­ni­en im Ja­nu­ar den 2009 emit­tier­ten und 2041 fäl­li­gen Bo­no mit 4,7% Cou­pon um 512 Mio. € auf. Bei ei­ner Durch­schnitts­ren­di­te von 5,696% und dem so er­ziel­ten Emis­si­ons­preis von 86.068 € nahm das Land ef­fek­tiv nur 441 Mio. € (statt no­mi­nal 512 Mio.) ein. Frank­reich stock­te im Fe­bru­ar die 2032 fäl­li­ge OAT mit 53⁄ Cou­pon um 990 Mio. € auf. Aus der Durch­schnitts­ren­di­te von 2,5% re­sul­tier­te ein Emis­si­ons­preis von 149.51 €, der die Ein­nah­men auf 1,48 Mrd. € er­höh­te.

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