Gu­te No­var­tis-da­ten, Ro­che-ge­fahr ge­bannt

SCHWEIZ Fort­schrit­te ge­gen Lun­gen­krebs – Ak­ti­en kau­fens­wert

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - PA

Erst sah es so aus, als ob No­var­tis am welt­gröss­ten Krebs­kon­gress Asco (Ame­ri­can So­cie­ty of Cli­ni­cal On­co­lo­gy) die­se Wo­che in Chi­ca­go nur Stu­di­en zu be­reits be­kann­ten Wirk­stof­fen prä­sen­tie­ren wer­de. An­ge­sichts der Da­ten­fül­le, die von Kon­kur­ren­tin Ro­che zu er­war­ten war, wä­re das ei­ne Ent­täu­schung ge­we­sen. Doch No­var­tis über­rasch­te die Markt­teil­neh­mer mit ei­ner po­si­ti­ven Stu­die zur An­wen­dung des Krebs­wirk­stoffs Afi­ni­tor ge­gen HER2+ me­ta­st­a­sie­ren­den Brust­krebs so­wie Da­ten zu LDK378 zur Be­kämp­fung von Lun­gen­krebs.

LDK378 ge­gen klein­zel­li­gen Lun­gen­krebs zeig­te in ei­ner Pha­se-I Stu­die an 114 Pa­ti­en­ten mit ver­schie­de­nen Do­sie­run­gen ein­drück­li­che Wir­kung im Ver­gleich zum Kon­kur­renz-Hemm­stoff Xal­ko­ri (Criz­o­ti­nib) von Pfi­zer. Xal­ko­ri gilt als Stan­dard­be­hand­lung ge­gen den sonst töd­lich ver­lau­fen­den Lun­gen­krebs. We­gen der gu­ten Re­sul­ta­te hat die US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA be­reits den «The­ra­pie­durch­bruch-Sta­tus» für LDK378 er­teilt. Wenn al­les gut läuft, wür­de die Zu­las­sung 2014 er­fol­gen. LDK378 könn­te da­mit rund drei bis vier Jah­re frü­her Um­satz ge­ne­rie­ren als auf dem üb­li­chen Weg. Ana­lys­ten der ZKB rech­nen mit ei­nem Spit­zen­um­satz von 1,5 Mrd. $.

Afi­ni­tor er­gänzt Stan­dard

Ab­ge­se­hen von LDK378 prä­sen­tier­te No­var­tis er­folg­rei­che Da­ten zu Afi­ni­tor. Die Ver­ab­rei­chung von Afi­ni­tor in Kom­bi­na­ti­on mit dem Ro­che-Me­di­ka­ment Her­cep­tin und der Che­mo­the­ra­pie Vi­nor­el­bi­ne ver­län­ger­te die Über­le­bens­zeit der be­trof­fe­nen Frau­en deut­lich. Die so­ge­nann­te «BO­LE­RO-3-Stu­die» un­ter­such­te 569 Frau­en mit HER2-po­si­ti­vem Brust­krebs. Ge­mäss den Da­ten ha­be die Bei­ga­be von Afi­ni­tor zur Stan­dard­the­ra­pie das Ri­si­ko des Fort­schrei­tens der Er­kran­kung um 22% ver­rin­gert. Al­le Pa­ti­en­tin­nen hat­ten zu­dem be­reits Re­sis­ten­zen ge­gen die al­lei­ni­ge Her­cep­tin-Be­hand­lung ent­wi­ckelt.

Ei­ne gu­te Nach­richt für Ro­che in Be­zug auf Her­cep­tin wa­ren die ent­täu­schen­den Pha­se-III-Da­ten von Cell­tri­on zu CT-P6. Der Wirk­stoff wur­de von Cell­tri­on als ein Bio­si­mi­lar zum Ro­che Krebs­me­di­ka­ment Her­cep­tin ent­wi­ckelt. Der Pa­tent­ver­fall von Her­cep­tin be­ginnt 2014. Doch CT-P6 er­reich­te sei­nen End­punkt nicht. Die Zeit bis zum Fort­schrei­ten der Er­kran­kung blieb im Ver­gleich zu Her­cep­tin tie­fer.

Nie­der­la­ge für Cell­tri­on

Ana­lys­ten der Bank Von­to­bel ge­hen da­von aus, dass die Ge­sund­heits­be­hör­den CT-P6 an­ge­sichts die­ser Er­geb­nis­se kaum zu­las­sen wer­den.

Die Ge­nuss­schei­ne von Ro­che und die Ak­ti­en No­var­tis ver­lo­ren in der ver­gan­ge­nen Wo­che an Wert. Das Ab­schnei­den der bei­den Un­ter­neh­men an der Asco ist kaum da­für ver­ant­wort­lich. An­le­ger ent­schie­den sich statt­des­sen für Ge­winn­mit­nah­men, was in An­be­tracht der über­ra­gen­den Per­for­mance bei­der Ti­tel seit Jah­res­be­ginn ver­ständ­lich ist. Ro­che GS und No­var­tis blei­ben kau­fens­wert.

Ro­che GS

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