Mar­chion­ne sorgt sich wei­ter um die SGS

SCHWEIZ Wa­ren­prüf­kon­zern er­hält mit Par­ge­sa ei­nen neu­en Gross­ak­tio­när – Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent bleibt – An­le­ger er­leich­tert – Ak­ti­en ak­tu­ell nicht kau­fens­wert

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM/INDUSTRIE - ANDRE­AS KÄ­LIN

Am Mon­tag hat der Wa­ren­prüf­kon­zern SGS mit ei­ner über­ra­schen­den Nach­richt auf­ge­war­tet: Die an der ita­lie­ni­schen Bör­se ko­tier­te Exor, hin­ter der die ita­lie­ni­sche Ag­nel­li-Fa­mi­lie steht, ver­kauft ih­re Be­tei­li­gung von 15% an die Grou­pe Bru­xel­les Lam­bert (GBL), die von Par­ge­sa kon­trol­liert wird. Der Trans­ak­ti­ons­preis be­trägt to­tal 2,5 Mrd. Fr. oder 2162 Fr. je Ak­tie (was ei­nen Ab­schlag von 2% zum Frei­tags­schluss­kurs be­deu­tet).

Der sprin­gen­de Punkt für die An­le­ger ist da­bei, ob der Cha­ris­ma­ti­ker Mar­chion­ne, der im Auf­sichts­rat von Exor sitzt, als Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent von SGS ab­tre­ten wird. Er wer­de sein Amt wei­ter­füh­ren, liess der Wa­ren­prü­fer um­ge­hend ver­lau­ten – und der Markt hat dies für glaub­wür­dig be­fun­den: Am Mon­tag leg­ten die SGS-Ak­ti­en zeit­wei­se bis zu 2% zu und gin­gen, ge­gen den all­ge­mei­nen Trend, mit ei­nem Plus von 1,1% aus dem Han­del. Wä­re Mar­chion­ne ab­ge­tre­ten, hät­te dies die Ak­tie gut ein­mal um 3 bis 5% zu­rück­wer­fen kön­nen, schätzt Von­to­bel-Ana­lyst Je­an-Phil­ip­pe Bert­s­chy.

Kon­zern trans­for­miert

Mar­chion­ne hat Ent­schei­den­des für die SGS ge­tan: Von 2002 bis 2004 agier­te er als CEO und hat den Kon­zern trans­for- miert. Seit 2006 wirkt er als VR-Prä­si­dent und hat in die­ser Funk­ti­on das Sei­ni­ge zur For­mu­lie­rung der ehr­gei­zi­gen Mit­tel­frist­zie­le für 2014 bei­ge­tra­gen. Im Markt scheint man da­von aus­zu­ge­hen, dass der (auch als Fi­at-Chef viel­be­schäf­tig­te) Ita­lo-Ka­na­di­er min­des­tens bis 2015 blei­ben und für «sein Ba­by», so Bert­s­chy, sor­gen wird.

Dem­ge­gen­über ha­ben John El­kann, Prä­si­dent von Exor und Fi­at, so­wie Ti­ber­to Ruy Bran­do­li­ni d’Ad­da, eben­falls im Auf- sichts­rat von Exor, jetzt ih­ren Rück­tritt aus dem acht­köp­fi­gen Ver­wal­tungs­rat von SGS an­ge­kün­digt. Der Prüf­kon­zern will bald ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ge­ne­ral­ver­samm­lung ein­be­ru­fen, um zwei neue Ver­wal­tungs­rä­te zu er­nen­nen – die­ser Wech­sel soll­te für kei­ne Ve­r­un­si­che­rung sor­gen.

Statt­lich be­wer­tet

Der Ak­tio­närs­wech­sel von Exor zur Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Par­ge­sa muss die An­le­ger nicht be­un­ru­hi­gen – das soll­te eher die statt­li­che Be­wer­tung der Ak­ti­en, die ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2013 um 23 auf­wei­sen. Dar­in spie­geln sich die Wachs­tums­plä­ne der SGS (an­hand de­ren der Um­satz von 2010 bis 2014 im Schnitt um jähr­lich 13,7% und der Be­triebs­ge­winn um knapp 19% stei­gen soll). Am­bi­tiö­se Vor­ga­ben sind für das Gen­fer Un­ter­neh­men zwar nichts Neu­es, in der Ver­gan­gen­heit wur­den sie al­ler­dings nicht im­mer er­reicht.

Seit Mit­te März be­fin­den sich die Ak­ti­en denn auch in ei­ner leicht fal­len­den Seit­wärts­be­we­gung, zwi­schen et­wa 2150 und 2125 Fr. ist ei­ne Un­ter­stüt­zungs­zo­ne aus­zu­ma­chen (wird sie nach un­ten durch­bro­chen, könn­ten die Ak­ti­en bis auf die Mar­ke von 2000 Fr. zu­rück­fal­len). Als Warn­si­gnal in­ter­pre­tie­ren kann man auch, dass ein (oder mehr als ein) exe­ku­ti­ves Füh­rungs­mit­glied ab Mit­te bis En­de Mai Call-Op­tio­nen im Ge­samt­wert von 2 Mio. Fr. ver­äus­sert hat.

SGS N

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