Burck­hardt Com­pres­si­on er­war­tet nied­ri­ge­re Mar­ge

SCHWEIZ Wachs­tum bleibt ro­bust – Markt­an­tei­le sol­len ver­tei­digt wer­den – Ak­ti­en sind teu­er

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - ANDRE­AS MEI­ER

Der Win­ter­thu­rer Her­stel­ler von Kol­ben­kom­pres­so­ren, Burck­hardt Com­pres­si­on, hat das Ge­schäfts­jahr per En­de März er­neut mit gu­ten Zu­wachs­ra­ten be­wäl­tigt. Der Um­satz der ehe­ma­li­gen Sul­zer-Toch­ter stieg 11,5% auf 367 Mio. Fr., der Be­triebs­ge­winn wur­de 14,5% auf 74 Mio. Fr. er­höht.

Kom­pres­so­ren wer­den in vie­len Be­rei­chen der Öl- und Gas­för­de­rung, der -ver­wer­tung wie auch der Wei­ter­ver­ar­bei­tung von Öl­pro­duk­ten und in der Pe­tro­che­mi­schen In­dus­trie so­wie der Mo­to­ren­tech­nik ein­ge­setzt. In vie­len die­ser Sek­to­ren ist die In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft nach wie vor hoch, ob­wohl die Prei­se für Erd­öl und Gas ge­sun­ken sind.

Für Burck­hardt reicht es zum Vor­teil, dass Öl und Gas nicht am sel­ben Ort ver­braucht wer­den, wo sie ge­för­dert wer­den. Zum Trans­port und zur Ver­ar­bei­tung braucht es ne­ben Pum­pen auch Kom­pres­so­ren, et­wa um in­dus­tri­ell be­nö­tig­tes Gas zu ver­flüs­si­gen und da­mit trans­port­fä­hig zu ma­chen.

Viel­fäl­ti­ge Markt­chan­cen

Nach wie vor steigt welt­weit der Be­darf nach fos­si­ler Ener­gie, wo­bei die ho­hen Vor­kom­men an güns­tig zu för­dern­dem Schie­fer­gas für Burck­hardt ei­ne gros­se Markt­chan­ce be­deu­ten. Des­halb ist das Un­ter­neh­men dar­an, den Markt der Ölund Gas­för­de­rung stär­ker zu be­ar­bei­ten und da­für spe­zi­fi­sche Kom­pres­so­ren an­zu­bie­ten. Et­wa zur Rei­ni­gung von Schie-

Burck­hardt Com­pres­si­on N fer­gas, das in ver­schlamm­ter Form ge­för­dert wird oder zu neu­er­li­cher Nut­zung von al­ten Öl­fel­dern, wo mit mo­der­nen Tech­ni­ken Res­te al­ter Öl­vor­kom­men aus dem Bo­den ge­holt wer­den kön­nen – mit Ein­satz von Kom­pres­so­ren.

Der Ver­kauf von Kom­pres­so­ren hat letz­tes Jahr 59% zum Um­satz bei­ge­tra­gen, das Ser­vice-, Sup­port- und Kom­po­nen­ten­ge­schäft kommt auf ho­he 41%. Das zeigt, dass Burck­hardt ei­nen we­sent­li­chen Teil sei­nes Ge­schäfts mit sta­bi­len und mar­gen­star­ken Af­ter-Sa­les-Ak­ti­vi­tä­ten ge­ne­riert. Sie wer­fen ei­ne Brut­to­ge­winn­mar­ge von 51,9% ab, wäh­rend das Neu­ge­schäft auf 26,7% kommt.

Nach Ab­zug von Ver­kaufs- und Mar­ke­ting­kos­ten, Ad­mi­nis­tra­ti­on und Ent­wick­lungs­auf­wand re­sul­tier­te letz­tes Jahr grup­pen­weit ein Be­triebs­ge­winn von 74,2 Mio. Fr., was ei­nem Mar­gen­ni­veau von 20% ent­spricht. Der Ge­winn wuchs un­ter­pro­por­tio­nal 9,9% auf 55,5 Mio. Fr. Das Hin­ter­her­hin­ken hat steu­er­li­che Grün­de: Im Vor­jahr konn­ten Steu­er­rück­stel­lun­gen auf­ge­löst wer­den, was da­mals zu ei­ner nied­ri­ge­ren Steu­er­quo­te von 19,4% führ­te. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat sie sich auf knapp 24% nor­ma­li­siert.

Für 2013 er­war­tet Burck­hardt Com­pres­si­on ei­ne Stei­ge­rung von Um­satz und Be­stel­lungs­ein­gang in­ner­halb der mit­tel­fris­ti­gen Band­brei­te von 5 bis 8%. Die Be­triebs­ge­winn­mar­ge soll im mitt­le­ren Be­reich des Ziel­werts von 15 bis 20% zu lie­gen kom­men, was ei­nem Rück­gang im Ver­gleich zu 2012 ent­spricht.

Burck­hardt-CFO Rolf Bränd­li be­grün­det ge­gen­über FuW die vor­sich­ti­ger ge­hal- te­ne Ge­winn­per­spek­ti­ve mit Auf­bau­kos­ten im neu­en Kun­den­seg­ment Öl- und Gas­för­de­rung (Upst­ream Oil & Gas) so­wie ei­ner stär­ker auf Markt­an­teils­er­hal­tung aus­ge­rich­te­ten Ver­kaufs­po­li­tik.

Ti­tel aus der Mid-Cap-Eli­te

Die gu­te Er­trags­la­ge hat da­zu ge­führt, dass die Bi­lanz von Burck­hardt ei­ne Net­to­li­qui­di­tät von 151 Mio. Fr. auf­weist – 2010 wa­ren es erst 95 Mio. Fr. ge­we­sen. Dem ste­hen nied­ri­ge In­ves­ti­tio­nen ge­gen­über, wes­halb Burck­hardt be­schlos­sen hat, künf­tig mehr Di­vi­den­de aus­zu­schüt­ten. Der Aus­schüt­tungs­satz wird von den bis­her an­ge­peil­ten 40 bis 60% auf 50 bis 70% er­höht. Für 2012 wird die Di­vi­den­de denn auch 29% (und da­mit über­pro­por­tio­nal) von 7 auf 9 Fr. er­höht, wo­durch die Quo­te von 46 auf 54% steigt.

Fer­ner ist Burck­hardt-CEO Mar­cel Paw­licek of­fen für Über­nah­men. Of­fen­bar wur­den be­reits kon­kre­te Ob­jek­te aus­ge­macht.

Die kon­stant so­li­de Un­ter­neh­mens­leis­tung hat sich im Ak­ti­en­kurs nie­der­ge­schla­gen. Er no­tiert um die Höchst­kur­se von 2007, als der Ge­winn pro Ak­tie über 20 Fr. be­trug. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis ist heu­te mit 22 folg­lich hö­her als da­mals. Die Ti­tel zäh­len zwar zur Eli­te un­ter den Schwei­zer Mid-Cap-Wer­ten, den­noch soll­ten für Käu­fe nied­ri­ge­re Kur­se ab­ge­war­tet wer­den. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Burck­hardt im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/BCHN

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