Bes­ser schla­fen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DF

Seit dem Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring 1995 hat das Me­di­zi­nal­tech­nik­un­ter­neh­men ResMed (Nas­daq: RMD, 47.22 $ am Di­ens­tag, 6,7 Mrd. $ Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung) den Ge­winn pro Ak­tie al­le drei Mo­na­te ge­stei­gert. Im En­de März ab­ge­schlos­se­nen drit­ten Ge­schäfts­quar­tal ge­lang der Ge­sell­schaft aus der süd­ka­li­for­ni­schen Stadt San Die­go die­ses Kunst­stück zum 73. Mal in Fol­ge.

ResMed ist Markt­füh­rer in der Be­hand­lung des Schlaf­apnoe-Syn­droms. Be­trof­fen von die­ser Krank­heit, die durch län­ge­re Atem­un­ter­brü­che wäh­rend des Schlafs be­glei­tet ist, sind in Eu­ro­pa «Mil­lio­nen Frau­en», wie das Un­ter­neh­men in an Ärz­te ge­rich­te­ten An­zei­gen schreibt. Ins­ge­samt sol­len bis zu 5% der Be­völ­ke­rung dar­un­ter lei­den, wo­mit Schlaf­apnoe ähn­lich ver­brei­tet ist wie Dia­be­tes und De­pres­sio­nen.

Be­trof­fe­ne lei­den nicht nur nachts, wo­bei die Bett­part­ner durch lau­tes, un­re­gel­mäs­si­ges Schnar­chen in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wer­den. Auch tags­über stel­len sich Pro­ble­me wie Mü­dig­keit, Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che und Ge­reizt­heit ein. Län­ger un­be­han­del­te Pa­ti­en­ten müs­sen be­fürch­ten, an Blut­hoch­druck, De­pres­sio­nen, Im­po­tenz oder gar an ei­nem Herz­in­farkt oder ei­nem Schlag­an­fall zu er­kran­ken. Zu­dem dro­hen Ver­kehrs­un­fäl­le: ResMed zu­fol­ge lei­den 28% der ame­ri­ka­ni­schen Last­wa­gen­fah­rer an Schlaf­apnoe. Wür­den sämt­li­che Be­trof­fe­nen be­han­delt, lies­sen sich pro Jahr bei­na­he tau­send Ver­kehrs­to­te und Kol­li­si­ons­kos­ten von über 11 Mrd. $ ver­mei­den, schätzt das Un­ter­neh­men.

ResMed bie­tet Ge­rä­te für die Dia­gno­se­stel­lung wie auch für die Be­hand­lung von Schlaf­apnoe an. Die her­kömm­li­che Be­hand­lungs­art ist ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che Über­druck­be­at­mung durch die Na­se, wo­für das Un­ter­neh­men Mas­ken in zahl­rei­chen Aus­füh­run­gen so­wie elek­tri­sche Atem­the­ra­pie­sys­te­me ver­schie­de­ner Preis­klas­sen an­bie­tet. Rund 45% des Um­sat­zes, der im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr (per En­de Ju­ni 2012) 1,4 Mrd. $ er­reich­te, ent­fal­len auf Mas­ken und wei­te­res Ver­brauchs­ma­te­ri­al, wäh­rend die rest­li­chen 55% ge­rä­te­be­zo­gen sind.

Die Grup­pe hat es auch ge­schafft, sich geo­gra­fisch zu di­ver­si­fi­zie­ren: Auf Nord­und Süd­ame­ri­ka ent­fällt noch gut die Hälf­te der Ein­nah­men, auf Eu­ro­pa 35% und das – wei­ter stark aus­bau­ba­re – Ge­schäft in Asi­en 9%. Für Kon­ti­nui­tät sorgt der Um­stand, dass der bis­he­ri­ge CEO, der sieb­zig­jäh­ri­ge Pe­ter Far­rell, im Fe­bru­ar die Ver­ant­wor­tung für das Ta­ges­ge­schäft sei­nem vier­zig­jäh­ri­gen Sohn und vor­he­ri­gen Ame­ri­ka­chef Mick Far­rell über­tra­gen hat.

Die ResMed-Ak­ti­en wer­den auf Ba­sis des für 2013/14 er­war­te­ten Ge­winns mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 20 ge­han­delt. Für ein wachs­tums­star­kes Un­ter­neh­men ist das nicht über­trie­ben.

Kurz no­tiert Schweiz Swiss­com kauft zu: Der Tele­com­kon­zern er­wirbt En­tris Ope­ra­ti­ons mit 220 Mit­ar­bei­ten­den von der RBA-Hol­ding und der Ber­ner Kan­to­nal­bank. Das Un­ter­neh­men mit Sitz in Güm­li­gen wi­ckelt den Zah­lungs­ver­kehr und das Wert­schrif­ten­ge­schäft für rund 50 Ban­ken ab, was im Vor­jahr 65 Mio. Zah­lungs­trans­ak­tio­nen und ei­nem ver­ar­bei­te­ten De­pot­vo­lu­men von 35 Mrd. Fr. ent­sprach. Ein Kauf­preis wur­de nicht ge­nannt. Swiss­com IT Ser­vices ver­stärkt die Ban­ken­kom­pe­tenz im Bu­si­ness Pro­cess Out­sour­cing – nach dem Er­werb des IT-Out­sour­cing-Ge­schäfts von En­tris Ban­king vor we­ni­gen Mo­na­ten. Bar­ry Cal­le­baut lan­ciert An­lei­he: Der Scho­ko­la­de­pro­du­zent macht vor­wärts bei der Fi­nan­zie­rung zur Über­nah­me der Ka­kao­pro­duk­te-Di­vi­si­on von Pe­tra Foods. Er lan­ciert ei­ne An­lei­he über 600 Mio. $ zur Teil­fi­nan­zie­rung der Über­nah­me. Die An­lei­he dürf­te ge­mäss Bar­ry Cal­le­baut an der Bör­se in Lu­xem­burg zum Han­del zu­ge­las­sen wer­den. Nebst der An­lei­he will Bar­ry Cal­le­baut für die Fi­nan­zie­rung der Über­nah­me zur Re­fi­nan­zie­rung ei­nes Über­brü­ckungs­kre­dits neu­es Ei­gen­ka­pi­tal in der Hö­he von rund 300 Mio. $ schaf­fen. Der Kauf­preis für die Ka­kao­pro­duk­te-Di­vi­si­on liegt bei 950 Mio. $. Ad­dex zieht den Ste­cker: Das Bio­tech­Un­ter­neh­men Ad­dex streicht 17 von 19 Stel­len, ein­schliess­lich der Pos­ten des Exe­cu­ti­ve-Ma­nage­ments. Ge­schäfts­füh­rer Bha­ratt Chowr­i­ra ist be­reits zu­rück­ge­tre­ten. In­te­ri­mis­tisch wer­de Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent André Mu­el­ler das Un­ter­neh­men füh­ren. Zu­dem soll Mit­grün­der und Fi­nanz­chef Tim Dy­er als ex­ter­ner Be­ra­ter die wei­te­re Sen­kung der Be­triebs­kos­ten vor­an­trei­ben und neue In­ves­to­ren ge­win­nen. Da­durch sol­len die Pro­dukt­pipe­line und Tech­no­lo­gie-Platt­form wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Viel Hoff­nung gibt es nicht mehr. Die Ak­ti­en Ad­dex no­tie­ren mitt­ler­wei­le auf nur noch 3.97 Fr. CKW reicht Be­schwer­de ein: Der Ver­sor­ger zieht in der Fra­ge, wel­che Ener­gie­kos­ten für die Kal­ku­la­ti­on der Strom­ta­ri­fe im Ge­schäfts­jahr 2008/09 an­ge­rech­net wer­den dür­fen, vor das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Die Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on (El­Com) als Re­gu­la­tor er­kennt die vom Un­ter­neh­men de­kla­rier­ten Kos­ten nicht voll­stän­dig an. En­de Ja­nu­ar hat­te CKW be­reits in ei­nem an­de­ren Ver­fah­ren vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ei­nen po­si­ti­ven Be­scheid er­hal­ten, sei­ner­zeit wur­den die an­ge­ge­be­nen Netz­kos­ten für 2008/09 von den Rich­tern als kor­rekt be­ur­teilt.

Kurz no­tiert Aus­land Kla­ge ge­gen HSBC: Der bri­ti­schen Bank steht ein Pro­zess in den USA ins Haus. Der New Yor­ker Ge­ne­ral­staats­an­walt Eric Schnei­der­man wirft HSBC vor, die Ge­setz­ge­bung miss­ach­tet und da­durch die Zwangs­voll­stre­ckung von Hy­po­the­ken (Fo­re­clo­sure) be­schleu­nigt zu ha­ben. Nicht aus­zu­schlies­sen, dass Kla­gen ge­gen an­de­re In­sti­tu­te ein­ge­reicht wer­den. Zyn­ga schrumpft wei­ter: Seit dem Bör­sen­gang En­de 2011 geht es für den So­ci­alGa­ming-Spe­zia­lis­ten (Farm­vil­le) nur noch berg­ab. Über 500 An­ge­stell­te sol­len ent­las­sen wer­den. Nach dem Ab­bau wird Zyn­ga da­mit we­ni­ger Ar­beits­plät­ze ha­ben als vor dem IPO. Dem Un­ter­neh­men feh­len neue Spie­le­hits. Die Ak­ti­en, die am Mon­tag und Di­ens­tag ins­ge­samt 12% fie­len, no­tie­ren 70% un­ter dem IPO-Preis. Ama­zon kauft Spon­ge Bob: Der On­li­neein­zel­händ­ler spielt auf al­len Hoch­zei­ten. Um im Vi­deo-Strea­m­ing-Ge­schäft ge­gen Net­flix und Hu­lu Bo­den gut­zu­ma­chen, hat Ama­zon von Vi­a­com für über 200 Mio. $ die ex­klu­si­ven Rech­te für Kin­derTV-Shows wie Spon­ge Bob, Blue’s Clues und Do­ra The Ex­plo­rer ge­kauft. Der De­al bringt über 4000 TV-Fol­gen ins An­ge­bot von Ama­zon Pri­me. Wie­der To­te in der Nä­he von Lon­min-Mi­ne: Die Span­nun­gen in Süd­afri­kas Mi­nen sind er­neut auf­ge­flammt, nach­dem ein Ge­werk­schaf­ter er­schos­sen und 1000 Berg­leu­te nach ei­nem wil­den Streik ent­las­sen wur­den. Der Mi­nen­sek­tor steht vor ei­ner wich­ti­gen Run­de von Lohn­ge­sprä­chen. Der Ge­werk­schaf­ter war ei­ner von zwei Lon­min-An­ge­stell­ten, die am Mon­tag in der Nä­he der Ma­ri­ka­na-Mi­ne zu To­de ka­men. In der Mi­ne wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 34 Ar­bei­ter von Po­li­zis­ten er­schos­sen. Zu den Un­ru­hen trägt auch ei­ne zu­neh­men­de Ri­va­li­tät zwi­schen der ein­ge­ses­se­nen und ei­ner neu­en Ge­werk­schaft bei. Ki­on Group will an die Bör­se: Der deut­sche Ga­bel­stap­ler­her­stel­ler Ki­on (Mar­ken­na­men: Lin­de, Still, Bao­li) will in den nächs­ten vier bis sechs Wo­chen ei­ne Ak­ti­en­plat­zie­rung durch­füh­ren und die Ti­tel an der Frank­fur­ter Bör­se ko­tie­ren las­sen. Die zu plat­zie­ren­den Ti­tel stam­men aus ei­ner Ka­pi­tal­er­hö­hung und aus dem Be­sitz der Gross­ak­tio­nä­re KKR und Gold­man Sachs. Der chi­ne­si­sche An­ker­ak­tio­när von Ki­on, Weich­ai, will sei­nen An­teil im Zu­ge des Bör­sen­gan­ges auf 30% er­hö­hen. Über den Um­fang der Plat­zie­rung ist noch nichts be­kannt. Das Un­ter­neh­men weist für 2012 ei­nen Um­satz von 4,7 Mrd. € aus.

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