Prä­si­dent Oba­mas neu­er Steu­er­vogt

Der frisch er­nann­te Chef des In­ter­nal Re­ve­nue Ser­vice IRS soll den Skan­dal um die Us-steu­er­be­hör­de ent­schär­fen und ver­schwen­de­ri­sche Aus­ga­ben ab­stel­len.

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - CG

Nach­fol­ger wird da­mit schon zum zwei­ten Mal in we­ni­gen Mo­na­ten ein de­li­ka­ter Job an­ge­tra­gen. Vor sei­ner Be­ru­fung zum IRS-Com­mis­sio­ner war Wer­fel für die Um­set­zung des Se­ques­ter ver­ant­wort­lich. So wer­den in Wa­shing­ton die au­to­ma­ti­schen Bud­get­kür­zun­gen im Um­fang von jähr­lich rund 100 Mrd. $ be­zeich­net, die im März in Kraft ge­tre­ten sind und vom Pen­ta­gon bis zur staat­li­chen Ge­sund­heits­ver­si­che­rung Me­di­ca­re di­ver­se Be­hör­den­stel­len tan­gie­ren. Zum Vor­teil ge­reicht Wer­fel, dass er po­li­tisch we­nig be­fan­gen ist. Auch ist der ge­lern­te Rechts­an­walt, der nicht sel­ten mit dem Foot­ball-Spie­ler Dan­ny Wu­erf­fel ver­wech­selt wird und des­halb spas­ses­hal­ber ein Bild des Sport­pro­fis in sei­nem Bü­ro auf­ge­stellt hat, mit der in­ne­ren Mecha­nik der ame­ri­ka­ni­schen Bü­ro­kra­tie gut ver­traut. Be­reits un­ter Bill Cl­in­ton wie auch un­ter Ge­or­ge W. Bush stand er in Di­ens­ten der US-Re­gie­rung und hat für die Bud­get­stel­le des Weis­sen Hau­ses so­wie für das Jus­tiz­de­par­te­ment ge­ar­bei­tet. Vor der In­kraft­set­zung des Se­ques­ter wirk­te er zu­letzt bei der Kon­trol­le des An­fang 2009 ver­ab­schie­de­ten Kon­junk­tur­pro­gramms mit. Als obers­ter Be­am­ter ei­ner Be­hör­de, die jähr­lich rund 2400 Mrd. $ an Steu­er­gel­dern ein­sam­melt und an­näh­rend 90 000 Mit­ar­bei­ten­de zählt, hat der zwei­fa­che Fa­mi­li­en­va­ter in sei­ner be­ruf­li­chen Kar­rie­re nun ei­nen gros­sen Schritt vor­wärts ge­macht. «Wir wer­den der Sa­che auf dem Grund ge­hen und das Ver­trau­en in den IRS wie­der her­stel­len. Dan­ny hat die nö­ti­ge Er­fah­rung und Fä­hig­kei­ten, die Be­hör­de in die­ser ent­schei­den­den Pha­se zu füh­ren», sag­te Prä­si­dent Oba­ma, als er Wer­fel zu sei­nem Pos­ten er­nann­te. Der neue IRSVor­ste­her soll nicht nur das Feu­er lö­schen, son­dern den ge­sam­ten La­den auf­räu­men. Wie erst letz­te Wo­che ans Licht ge­kom­men ist, ha­ben Mit­ar­bei­ten­de des IRS zwi­schen 2010 und 2012 mehr als 200 in­ter­ne Kon­fe­ren­zen ab­ge­hal­ten und da­für 50 Mio. $ an Steu­er­mit­teln aus­ge­ge­ben – un­ter an­de­rem auch für zwei kost­spie­li­ge Vi­de­os, die zur Te­am­bil­dung aus­ge­strahlt wur­den und in de­nen rang­ho­he An­ge­stell­te die Fern­seh­se­ri­en «Star Trek» und «Gil­li­gan’s Is­land» par­odier­ten.

Zeit, sich ne­ben all die­sen An­ge­le­gen­hei­ten auch noch per­sön­lich mit dem Streit über die Gel­der in der Schweiz zu be­fas­sen, dürf­te dem neu­en US-Steu­er­vogt da­mit kaum blei­ben.

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