Schweiz fast al­lein

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - PM

Die Schweiz ist ne­ben Deutsch­land das ein­zi­ge Land, das als Fol­ge der Ka­ta­stro­phe von Fu­kus­hi­ma mit ei­nem Kraft­akt aus der Kern­ener­gie aus­stei­gen will. Dies will der Bun­des­rat mit der Ener­gie­stra­te­gie 2050 er­rei­chen. En­de Ja­nu­ar ist die Ver­nehm­las­sungs­frist für das ers­te Mass­nah­men­pa­ket ab­ge­lau­fen, bis 2014 soll ei­ne Ver­nehm­las­sungs­vor­la­ge prä­sen­tiert wer­den.

Der schritt­wei­se Aus­stieg ist zu­nächst über ei­nen Aus­bau der neu­en er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en ge­plant. Im Vor­der­grund steht die Strom­pro­duk­ti­on aus Son­ne und Wind. Ihr An­teil muss ge­mäss Stra­te­gie bis 2050 auf über 20% stei­gen. 2011 be­lief sich der An­teil von Son­ne und Wind zu­sam­men auf nicht ganz 0,4%. Der Gross­teil der Pro­duk­ti­on aus neu­en er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en von 2,6% (vgl. Gra­fik) stamm­te aus Ab­fall.

Die un­ter­stell­te Pro­duk­ti­ons­stei­ge­rung soll über Sub­ven­tio­nen, vor al­lem via das Sys­tem der kos­ten­de­cken­den Ein­spei­se­ver­gü­tung (KEV), er­reicht wer­den. Ob­wohl die­ses, zu­sam­men mit deut­schen Sub­ven­tio­nen, die Strom­prei­se so weit nach un­ten drückt, dass kon­ven­tio­nel­le Kraft­wer­ke nicht mehr ren­ta­bel ar­bei­ten kön­nen – der Ruf nach Sub­ven­tio­nen auch für sie ist schon er­schallt. Den­noch hat der Stän­de­rat als zwei­te Kam­mer ei­nem wei­te­ren Aus­bau der KEV zu Wo­chen­be­ginn zu­ge­stimmt.

Wei­ter soll der Pro-Kopf-Ver­brauch von Ener­gie mas­siv ge­senkt wer­den. Der Bun­des­rat setzt da­zu auf Vor­schrif­ten, Ver­bo­te und Ge­bo­te. Sie füh­ren bis hin zu Ra­tio­nie­rungs­mass­nah­men – dar­über wird im fe­der­füh­ren­den Bun­des­amt für Ener­gie nach­ge­dacht. In ei­nem zwei­ten Mass­nah­men­pa­ket soll dann ei­ne öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form um­ge­setzt wer­den.

Kri­tik an dem Vor­ha­ben rich­tet sich ge­gen die dras­ti­schen ver­zer­ren­den Ef­fek­te. Ge­mäss Wirt­schafts­dach­ver­band Eco­no­mie­su­is­se dro­hen der Schweiz Wachs­tum­s­ein­bus­sen von bis zu zwei Jahr­zehn­ten und ei­ne mas­si­ve Ver­teue­rung der Ener­gie. Die Denk­fa­brik Ave­nir Suis­se sieht zu­dem die star­ke fak­ti­sche Ver­net­zung mit dem Aus­land im Strom­markt zu we­nig be­rück­sich­tigt.

We­nig Wind und Son­ne

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