Kauf­si­gna­le in Schwä­che­pha­sen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - ROLAND VOGT

Noch Mit­te März zähl­ten Syn­gen­ta Na­men zu den stärks­ten eu­ro­päi­schen Blue Chips. Die Re­la­ti­ve-Per­for­mance-In­di­ka­to­ren eil­ten von Hoch zu Hoch. Ein­fa­che Ana­ly­sen sind so rasch ge­macht und dem Pu­bli­kum er­klärt, schliess­lich wird der Be­fund durch den Sta­tus quo be­stä­tigt. Ge­gen­über den No­tie­run­gen von Mit­te März büss­ten Syn­gen­ta in­zwi­schen 10% ein. Der Auf­wärts­trend ist an sei­nem ei­ge­nen Er­folg er­stickt.

Der Agro­che­mieti­tel be­fin­det sich in ei­nem se­kun­dä­ren Kor­rek­tur­trend, der nach dem zu­letzt of­fen­sicht­lich über­zo­ge­nen Auf­wärts­trend wie­der ein Gleich­ge­wicht her­stellt. Die­se Kor­rek­tur ist je­doch noch nicht voll­endet. Oft neh­men sol­che Ge­gen­be­we­gun­gen 30 bis 40% der Kurs­ge­win­ne wie­der weg. Dies könn­te Syn­gen­ta mit­tel­fris­tig noch in den Be­reich um 340 Fr. brin­gen. Der in den Som­mer 2011 zu­rück­rei­chen­de Pri­mär­trend star­te­te auf 220 Fr.

Syn­gen­ta

Kor­rek­tu­ren ver­lau­fen mehr­stu­fig. Das Kurs­bild der ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te be­stä­tigt da­her die Ein­schät­zung, dass sich Syn­gen­ta in ei­ner Kor­rek­tur be­fin­den. Es lässt aber auch er­war­ten, dass der Ti­tel un­mit­tel­bar vor ei­ner in­ner­halb des Kor­rek­tur­trends ver­lau­fen­den Auf­wärts­be­we­gung steht. Aus Tra­din­gas­pek­ten sind Syn­gen­ta mit No­tie­run­gen um 370 Fr. ei­nem Kau­f­im­puls mit Be­we­gungs­po­ten­zi­al bis 400 Fr. ziem­lich nah. In ei­ner län­ger­fris­ti­gen Ent­wick­lung dürf­te ein Eins­tig wahr­schein­lich noch güns­ti­ger mög­lich sein, des­we­gen in­ter­es­sie­ren aus lang­fris­ti­gen Über­le­gun­gen sol­che kurz­fris­ti­gen Be­we­gun­gen noch nicht.

Syn­gen­ta N

ABB Na­men be­fin­den sich seit März in ei­ner Kon­so­li­die­rung. Ih­re Pa­ra­me­ter sind schon seit De­zem­ber durch­schnitt­lich. Das hat­te im ers­ten Quar­tal den Nach­teil, dass die Jä­ger re­la­ti­ver Per­for­mance nicht auf der Fähr­te die­ser Ak­tie wa­ren. Das ist nun zum Vor­teil ge­wor­den, denn ih­re In­ves­to­ren ar­bei­ten of­fen­sicht­lich we­ni­ger mit Stopps und me­cha­ni­schen Li­ni­en, son­dern ha­ben wei­ter­rei­chen­de Vi­sio­nen. ABB ist des­we­gen we­der be­son­ders ver­letz­lich noch aus­ser­or­dent­lich vo­la­til.

ABB

Die kom­men­den ein bis vier Wo­chen wer­den ABB kaum gros­se Sprün­ge ma­chen. Sie dürf­te in­ner­halb der be­reits ab­ge­steck­ten Ran­ge seit­wärts zie­hen. Spä­ter ist dann ei­ne Auf­lö­sung der Tra­din­gran­ge nach oben zu er­war­ten. Wer Kauf­si­gna­le se­hen will, muss zu­erst sich selbst ken­nen. Wie viel Vo­la­ti­li­tät ist er ge­willt zu er­tra­gen? Wie nah will er dem Ge­samt­markt fol­gen, wenn die In­di­zes mal wie­der wäh­rend ei­nes Mo­nats steil stei­gen, um die­sen Buch­ge­winn in­ner­halb ei­ner Wo­che wie­der zu ver­lie­ren?

Kei­ne Ana­ly­se ver­mag Si­gna­le zu ge­ne­rie­ren, aber ei­ne Stra­te­gie kann das. Die Stra­te­gie ei­nes mit­tel- bis län­ger­fris­ti­gen In­ves­tors könn­te für ABB so aus­se­hen, dass wäh­rend der kom­men­den Wo­chen oh­ne kurz­fris­ti­ge Ge­winn­mo­ti­ve in Schwä­che­mo­men­ten und auf Hö­he von seit­wärts­tech­nisch sinn­vol­lem Kurs­ni­veau ab­ge­stuft zu­ge­kauft wird.

ABB N Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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