«Re­fe­renz­zins nicht auf­drü­cken»

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Der Li­bor hat seit dem gleich­na­mi­gen Skan­dal ein Re­pu­ta­ti­ons­pro­blem – die Ma­ni­pu­la­to­ren Bar­clays, Roy­al Bank of Scot­land und UBS muss­ten Stra­fen in Mil­li­ar­den­hö­he be­zah­len. Der Re­fe­renz­zins wird für wich­ti­ge Wäh­run­gen durch ei­ne Grup­pe von Ban­ken fi­xiert und re­gelt un­be­si­cher­te Geld­markt­ge­schäf­te. Er ist Grund­la­ge für vie­le Ver­trä­ge wie va­ria­ble Hy­po­the­ken und De­ri­va­te, so­wie Ziel­grös­se für die Geld­po­li­tik der SNB.

Die­se gab im ver­gan­ge­nen De­zem­ber Ent­war­nung: Es sei­en kei­ne geld­po­li­tisch re­le­van­ten Ver­zer­run­gen beim Fran­kenLi­bor fest­ge­stellt wor­den. Das be­stä­tig­te Fritz Zur­brügg letz­te Wo­che in Zü­rich (vgl. Haupt­text). Al­ler­dings stel­le sich die Fra­ge, wie lan­ge der Li­bor noch exis­tie­re, führ­te Zur­brügg aus. Es ha­be sich ge­zeigt, dass ein Re­fe­renz­satz auf Trans­ak­tio­nen ab­stüt­zen müs­se, doch sol­che ge­be es im un­be­si­cher­ten In­ter­ban­ken­markt der­zeit kaum mehr. «Das ist ei­ne gros­se Her­aus­for­de­rung».

Frü­her sei es für Ban­ken ein Pri­vi­leg ge­we­sen, für das Li­bor-Fi­xing aus­er­ko­ren zu wer­den, heu­te wol­le die Com­p­li­an­ceAb­tei­lung so bald als mög­lich aus­stei­gen. Den­noch ver­trau­ten vie­le Ban­ken dar­auf, dass der Li­bor un­ver­än­dert wei­ter be­ste­he – das sei aber Wunsch­den­ken. «Al­ler­dings wird die SNB den Fi­nanz­markt­teil­neh­mern kei­nen Re­fe­renz­zins auf­drü­cken, das muss aus dem Markt kom­men.»

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