Neu­emis­sio­nen für Mu­ti­ge

WANDELANLEIHEN

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CARS­TEN KRÖ­GER,

Im Mai hat sich das Ge­schäft mit den Neu­emis­sio­nen noch ein­mal deut­lich be­lebt. In der Spit­ze wur­den al­lein in den USA bis zu drei Pa­pie­re täg­lich plat­ziert (Ne­tsui­te, Con­cur so­wie Pri­ce­li­ne. com ge­gen En­de des Mo­nats). Letz­te­re Emis­si­on war im­mer­hin 1 Mrd. $ schwer.

Da­ne­ben gab es auch in Asi­en und in Eu­ro­pa zahl­rei­che Neu­er­schei­nun­gen am Wan­del­an­lei­hen­markt. Ih­re Be­wer­tung er­scheint in­zwi­schen teil­wei­se recht am­bi­tio­niert. Denn wer wür­de schon oh­ne wei­te­res ei­ne Prä­mie von 35% auf ei­nen Ak­ti­en­kurs be­zah­len, der ei­ne neun­zehn­fa­che Kurs-Um­satz-Be­wer­tung aus­drückt, für ein Un­ter­neh­men, das nach GAAP-Bi­lan­zie­rungs­re­geln ei­nen Ver­lust pro Ak­tie aus­weist? Das Mo­men­tum aber winkt mo­men­tan ei­ni­ge Emis­sio­nen durch, und viel­leicht wächst so ein Un­ter­neh­men mit der Zeit ja noch in das Be­wer­tungs­sche­ma hin­ein.

Hedge Funds dürf­ten sol­che Wandelanleihen den­noch at­trak­tiv fin­den, da sie die zu­ge­hö­ri­gen Ak­ti­en leer ver­kau­fen. Tes­la Mo­tors ge­gen Mit­te des Mo­nats war ei­ne wei­te­re Emis­si­on, die po­la­ri­sier­te. Hat­te die zu­grun­de­lie­gen­de Ak­tie of­fen­bar auf­grund ei­nes Short Squee­ze seit Mo­nats­an­fang be­reits um 70% zu­ge­legt, nutz­te das Un­ter­neh­men (Kurs-Um­sat­zBe­wer­tung rund 11) die Gunst der St­un­de und of­fe­rier­te ei­nen Wand­ler mit 35% Prä­mie. Auf die­sem We­ge sam­mel­te Tes­la 600 Mio. $ ein. Skep­ti­ker wur­den an­schlies­send ei­nes Bes­se­ren be­lehrt: Die Ak­tie setz­te ih­ren Hö­hen­flug kurz­fris­tig na­he­zu un­ge­bremst fort, und die Wan­del­an­lei­he wur­de ge­gen En­de Mo­nat um 111% nach­ge­fragt. So­gar Mer­rill Lynch hat­te sich in ei­ner Stu­die am 14. Mai skep­tisch ge­äus­sert, am Kurs­ziel von 35 $ fest­ge­hal­ten und die Ti­tel als «Un­der­per­for­mer» ein­ge­stuft. So­lan­ge nicht auch noch all die Kauf­emp­feh­lun­gen der Ana­lys­ten zu­rück­keh­ren, müs­sen wir uns vor­erst al­so kei­ne Sor­gen ma­chen. Pri­ce­li­ne.com setz­te mit ei­ner Prä­mie von 66% auf ei­ne Me­gaAn­lei­he noch ei­nen ein­drucks­vol­len Schluss­punkt.

Wem die Emis­sio­nen der­zeit zu teu­er sind oder wer es fun­da­men­tal in ei­ni­gen Fäl­len nicht nach­voll­zie­hen kann, der steigt viel­leicht künf­tig zu ei­nem güns­ti­ge­ren Zeit­punkt ein. Vie­le Emis­sio­nen lau­fen ja über fünf oder sechs Jah­re.

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