Ein har­ter Mo­nat für Bond­an­le­ger

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - SE­BAS­TI­AN HOFMEISTER,

Den In­ves­to­ren prä­sen­tier­te sich der An­lei­hen­markt im Mai als har­tes Pflas­ter. Die An­deu­tun­gen von US-No­ten­bank­chef Ben Bernan­ke, die An­lei­hen­an­käu­fe mög­li­cher­wei­se be­reits in na­her Zu­kunft zu­rück­zu­fah­ren, schreck­ten auf. Der ab­rup­te Fall des ja­pa­ni­schen Ak­ti­en­markts zur sel­ben Zeit dürf­te auch kei­ne Lin­de­rung ge­bo­ten ha­ben. Der Zeit­plan der US-No­ten­bank bleibt un­klar, da das Ur­teil über die tat­säch­li­che Sta­bi­li­tät der US-Kon­junk­tur wei­ter­hin aus­steht. Si­cher ist, dass die Markt­vo­la­ti­li­tät zu­ge­nom­men hat. Bernan­kes Wor­te ha­ben ge­hol­fen, die Zin­sen am lan­gen En­de merk­lich an­zu­he­ben. Zehn­jäh­ri­ge UST­re­a­su­ries ren­tie­ren der­zeit 2,13% − gan­ze 50 Bp mehr als An­fang Mai, wo­mit wie­der der Stand von April 2012 er­reicht ist. Zu­dem wur­de im Mai ein Kurs­rück­gang von 1,5 % am glo­ba­len Bond­markt ver­zeich­net, ge­mes­sen am Glo­bal Broad Mar­ket In­dex der Bank of Ame­ri­ca Mer­rill Lynch. Das ist der kräf­tigs­te Kurs­rück­gang in ei­nem Mo­nat seit neun Jah­ren. Eu­ro­päi­schen Staats­an­lei­hen er­ging es an­ge­sichts des Ren­di­te­an­stiegs um 40 Bp im zehn­jäh­ri­gen Be­reich nicht viel bes­ser, ob­wohl im Ge­gen­satz zu den USA die Zin­sen noch nicht ganz wie­der den Stand er­reicht ha­ben, den sie in die­sem Jahr schon ein­mal hat­ten. So ren­tier­ten am Di­ens­tag zehn­jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen aus Deutsch­land 1,554%, aus Grossbritannien 2,036%, Frank­reich 2,094%, aus Ita­li­en 4,086% und aus Spa­ni­en 4,4%. Der Blick auf die Ent­wick­lung der Staats­an­lei­hen auf­stre­ben­der Märk­te zeig­te nach den jüngs­ten Nach­rich­ten von den Un­ru­hen kei­ne si­gni­fi­kan­ten, über­pro­por­tio­na­len Glatt­stel­lun­gen von Po­si­tio­nen in tür­ki­schen Staats­pa­pie­ren. Eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­mens­an­lei­hen mit An­la­ge­qua­li­tät ent­wi­ckeln sich seit den Äus­se­run­gen Bernan­kes recht sta­bil. Je­doch sind in den sen­si­ti­ve­ren syn­the­tisch nach­ge­bil­de­ten In­di­zes neue Preis­bil­dun­gen zu se­hen. Der fünf­jäh­ri­ge iTra­xx-CDS ver­brei­ter­te sich um gut 20 Bp. Der eu­ro­päi­sche Hoch­zins-Markt hat sich eben­falls ab­ge­schwächt, der Cross­over-CDS-In­dex stieg auf 440 Bp, 73 Bp über sein Mo­nats­tief. Den­noch er­reich­te die Emis­si­on hoch­ver­zins­li­cher Ti­tel neue Re­kor­de, denn die Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren wei­ter­hin von reich­lich vor­han­de­ner Li­qui­di­tät.

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