Re­kord­ho­he phy­si­sche Gold­nach­fra­ge

EDEL­ME­TAL­LE

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - ANDRE­AS MAAG

Noch ist das zwei­te Quar­tal nicht zu En­de, doch be­reits bahnt sich ein Re­kord der phy­si­schen Nach­fra­ge nach Gold an. Der Goldpreis hat durch Ver­käu­fe aus den USA und Tei­len Eu­ro­pas stark ge­lit­ten. In Län­dern mit Gold­tra­di­ti­on hin­ge­gen er­freu­en die tie­fe­ren Prei­se: In In­di­en gab es die spe­zi­el­le Si­tua­ti­on, dass die Zen­tral­bank zu­sätz­li­che Mass­nah­men zur Re­duk­ti­on der Gold­im­por­te ein­ge­führt hat, um die ne­ga­ti­ve Zah­lungs­bi­lanz ein­zu­däm­men. Da der Goldpreis in Ru­pi­en at­trak­tiv ge­wor­den ist, soll­te die An­fang Jahr um 50% er- höh­te Im­port­steu­er mehr als kom­pen­siert wer­den. Das lös­te ei­nen An­sturm auf Bar­ren aus – es wur­den fast dop­pelt so vie­le nach In­di­en ein­ge­führt wie in der Vor­jah­res­pe­ri­ode. Die in­di­sche Na­tio­nal­bank hat nun den Ban­ken sämt­li­che Gold­la­ge­run­gen ver­bo­ten, die von aus­län­di­schen Ban­ken fi­nan­ziert wer­den. Zu­dem sind seit rund zwei Wo­chen Gold­im­por­te nur noch er­laubt, wenn das Gold in Form von Schmuck wie­der aus­ge­führt wer­den kann.

Eben­so scheint die Nach­fra­ge in Chi­na nicht ab­zu­bre­chen. Der An­stieg der phy­si­schen Nach­fra­ge kom­pen­siert im Mo­ment die ste­ti­gen Ab­ga­ben von ETF-In­ves­to­ren, die mehr an hö­he­re Ren­di­ten an der Bör­se glau­ben. Soll­te sich das Blatt an den Bör­sen wen­den, was in Ja­pan be­reits ge­schieht, müss­ten die Leer­ver­käu­fer an­fan­gen, ih­re in der Zwi­schen­zeit enorm ge­wach­se­nen Short-Po­si­tio­nen zu de­cken, was den Goldpreis kurz­fris­tig bis auf 1500 $ je Un­ze an­he­ben dürf­te.

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