Ubs-re­bell auf Road­show

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Knight Vin­ke ist auf Road­show. Seit zehn Ta­gen klap­pert der Ak­ti­vist und Ei­gen­tü­mer von 1,2% der Ak­ti­en der Schwei­zer Gross­bank UBS In­ves­to­ren und Me­di­en ab. Der Ame­ri­ka­ner will die UBS-In­vest­ment­bank nicht mehr un­ter ei­nem Dach mit der Ver­mö­gens­ver­wal­tung se­hen. «Mit der Ab­spal­tung der In­vest­ment­bank von der Ver­mö­gens­ver­wal­tung er­schliesst sich ein rie­si­ges Po­ten­zi­al», ar­gu­men­tiert Fir­men­grün­der Eric Knight bei sei­nem Be­such bei der «Fi­nanz und Wirt­schaft». Ei­ne Ver­dop­pe­lung des Ak­ti­en­kur­ses in­ner­halb von drei Jah­ren sei da­mit zu er­rei­chen.

Bei der UBS «we­delt der Schwanz noch im­mer mit dem Hund», mo­niert der Ak­ti­vist. Die Auf­merk­sam­keit des Ma­nage­ments wer­de gröss­ten­teils von der In­vest­ment­bank ab­sor­biert. Die­se aber ma­che nur et­wa 10% des Werts der Bank aus. Die aus dem Un­gleich­ge­wicht ent­ste­hen­den Op­por­tu­ni­täts­kos­ten sei­en enorm: 20 bis 25 Mrd. Fr. an Ei­gen­ka­pi­tal wür­de ein be­schleu­nig­ter Rück­bau der In­vest­ment­bank und des Alt­las­ten­port­fo­li­os mit an­schlies­sen­dem Ver­kauf der ein­ge­dampf­ten IB-Ak­ti­vi­tä­ten frei­set­zen, rech­net Knight Vin­ke in ei­ner knapp fünf­zigsei­ti­gen Prä­sen­ta­ti­on vor.

Zum Ver­gleich: Die UBS-ei­ge­nen Rück­bau­plä­ne dürf­ten über die nächs­ten drei Jah­re rund 8 Mrd. Fr. frei­set­zen. Mit dem nach den Plä­nen von Knight Vin­ke zu­sätz­lich frei­ge­schau­fel­ten Ri­si­ko­ka­pi­tal soll das Wachs­tum der Ver­mö­gens­ver­wal­tung be­feu­ert wer­den. Die UBS wür­de zum Kon­so­li­die­rer der Bran­che. Knight Vin­ke geht da­von aus, dass ei­ne neue UBS – be­ste­hend aus dem Schwei­zer Ge­schäft und dem in­ter­na­tio­na­len We­alth Ma­nage­ment – ein­zig­ar­tig da­ste­hen und ei­nen mit 10% dop­pelt so ho­hen Net­to­neu­geld­zu­fluss an­zie­hen wür­de, wie ihn das Ma­nage­ment ge­gen­wär­tig ver­an­schlagt. Die Bank ge­wän­ne aus­ser­dem an Sta­bi­li­tät.

Noch ist das Echo ge­ring, und der Re­bell rech­net da­mit, dass die Dis­kus­si­on sei­ner Vor­schlä­ge sechs bis zwölf Mo­na­te dau­ern könn­te, ehe sich Wir­kung zeigt. Ei­nen lan­gen Atem be­wie­sen hat­te Knight Vin­ke be­reits bei der eng­li­schen Bank HSBC, die 2011 Stra­te­gie­an­pas­sun­gen vor­nahm, die der Ak­ti­vist vier Jah­re zu­vor ein­ge­for­dert hat­te.

Ge­fan­gen in der ei­ge­nen Ge­schich­te: Der Bun­des­rat hat sich in ei­ne schwie­ri­ge Po­si­ti­on ma­nö­vriert. Die SNB ist eben­falls ge­for­dert.

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