Neue Er­lös­mo­del­le ge­fragt

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - CC

Die An­for­de­run­gen an die Tele­com­net­ze neh­men zu. Der schwe­di­sche Netz­werk­aus­rüs­ter Erics­son kommt in ei­ner ak­tu­el­len Un­ter­su­chung zu dem Er­geb­nis, dass der mo­bi­le Da­ten­ver­kehr in den nächs­ten Jah­ren welt­weit wei­ter stark stei­gen wird. Bis En­de 2018 soll er um das Zwölf­fa­che wach­sen. Stärks­te Trieb­fe­der ist die mo­bi­le Vi­de­o­nut­zung, lau­tet das Fa­zit.

Die Tat­sa­che, dass den Smart­pho­ne- und Ta­blet­nut­zern mehr und mehr In­hal­te zur Ver­fü­gung ste­hen, spielt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le. Zu­dem er­mög­li­chen neue Tech­no­lo­gi­en im­mer schnel­le­re Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten auf den Net­zen. Ein für Tele­com­an­bie­ter wich­ti­ger Punkt be­trifft die Kun­den­treue. Ei­ne gu­te Netz­leis­tung ist der Haupt­grund für Kun­den, ih­ren Netz­be­trei­ber nicht zu wech­seln – noch vor Kos­ten-Nut­zen-Über­le­gun­gen.

Künf­tig sind neue Er­lös­mo­del­le ge­fragt: Der Netz­zu­gang dürf­te nach Ein­schät­zung von Bran­chen­ver­tre­tern wich­tigs­te Ein­nah­me­quel­le wer­den, wäh­rend die Be­deu­tung des Um­sat­zes aus Sprach­te­le­fo- nie und SMS zu­rück­geht. «Die Trans­for­ma­ti­on wird in den nächs­ten drei Jah­ren aus­ge­stan­den sein. Wir ge­hen da­von aus, dass nut­zungs­ab­hän­gi­ge Ge­büh­ren dann ge­gen null ten­die­ren», hat­te Swiss­com-Chef Cars­ten Schlo­ter im Fe­bru­ar an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz er­klärt. Im EU-Raum, der Schweiz und in Nor­we­gen dürf­te die­se Ent­wick­lung ins­ge­samt aber län­ger dau­ern, wie ei­ne Ana­ly­se des Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens A.T. Ke­ar­ney (vgl. Gra­fik oben) er­gab.

Tele­com­un­ter­neh­men in der EU müs­sen sich auf wei­te­re Ve­rän­de­run­gen ein­stel­len. Geht es nach EU-Kom­mis­sa­rin Nee­lie Kroes, sol­len grenz­über­schrei­ten­de Ge­büh­ren (Roa­ming) in­ner­halb der EU ganz weg­fal­len. Ein Ge­setz könn­te nach ih­ren Plä­nen bis Os­tern 2014 ver­ab­schie­det wer­den. Be­reits in den letz­ten Jah­ren wur­den den An­bie­tern kon­ti­nu­ier­lich Sen­kun­gen ver­ord­net. In der Schweiz ist das The­ma Roa­ming nicht ge­setz­lich ge­re­gelt, trotz ent­spre­chen­der Vor­stös­se. Die An­bie­ter plä­die­ren für ei­ne frei­wil­li­ge Lö­sung und ar­gu­men­tie­ren mit ho­hen Vor­leis­tungs­kos­ten.

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