Staats­ban­ken im Re­tour­gang

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH

Das Kes­sel­trei­ben macht die Kan­to­nal­ban­ken ner­vös. Die Waadt­län­der Kan­to­nal­bank (BCV) be­ton­te in ei­ner Me­di­en­mit­tei­lung vom Don­ners­tag­abend, dass sie nicht zu der Grup­pe von Schwei­zer Ban­ken ge­hört, die we­gen un­ver­steu­er­ter Kun­den­ver­mö­gen im Vi­sier der USBe­hör­den ist. Die BCV-Ak­tie hat in den letz­ten Ta­gen wie die Pa­pie­re an­de­rer Kan­to­nal­ban­ken Kurs­ver­lus­te hin­neh­men müs­sen. Aus­ge­hend von den kol­por­tier­ten Bus­sen­sät­zen und den – der Fin­ma be­kann­ten – un­ver­steu­er­ten USVer­mö­gen tu­schelt man von ei­nem er­war­te­ten Bus­sen­to­tal von 2 bis ge­gen 3,8 Mrd. Fr. für die ge­sam­te Kan­to­nal­ban­ken­grup­pe.

Gleich­zei­tig lau­fen bei den KB be­deu­ten­de stra­te­gi­sche An­pas­sun­gen an. So zieht die Bas­ler Kan­to­nal­bank (BKB) die Zü­gel an. «Im Sin­ne ei­ner op­ti­mier­ten Ri­si­ko­vor­sor­ge wer­den die Com­p­li­an­ce­und Kon­troll­funk­tio­nen ge­zielt ver­stärkt», er­klär­te sie die­se Wo­che. Zu­dem wer­de die Emis­si­on von struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten auf­grund un­zu­rei­chen­der Ren­ta­bi­li­täts- und Wachs­tums­aus­sich­ten ein­ge­stellt. Der im Durch­schnitt er­ziel­ba­re Han­dels­er­folg (oh­ne Son­der­ef­fek­te) wer­de da­durch nicht we­sent­lich be­ein­flusst. Be­mer­kens­wert ist der Wil­le zum Um­bau. Im März hat die Bank Tho­mas Gre­min­ger, Lei­ter Han­del so­wie Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung, «auf­grund un­ter­schied­li­cher Auf­fas­sun­gen be­tref­fend zu­künf­ti­ger Stra­te­gie und Füh­rung im Be­reich Han­del» per so­fort ent­las­sen. Mit Guy Lacha­pel­le wur­de En­de Fe­bru­ar auch ein neu­er CEO ein­ge­setzt.

Die BKB ver­fügt über ein im Ver­gleich mit an­de­ren Kan­to­nal­ban­ken gros­ses Han­dels­ge­schäft. Es lie­fert in der Re­gel 50 bis 100 Mio. Fr. Er­trag. 2012 wa­ren es so­gar 125 Mio. Fr., über 18% des Ge­samt­er­trags.

Auch die St. Gal­ler Kan­to­nal­bank (SGKB) ist im Um­bau. Sie prüft den Ver­kauf ein­zel­ner Be­rei­che der Hy­po­s­wiss (die be­son­ders vom US-Steu­er­streit be­trof­fen sein soll) im Rah­men ei­ner neu­en Stra­te­gie im grenz­über­schrei­ten­den Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­schäft. Im Zu­ge da­von wird der Ver­kauf des Cross­bor­derGe­schäfts der Hy­po­s­wiss an­ge­strebt, das von Zü­rich und Genf aus be­trie­ben wird. Ob­wohl sich durch­aus In­ter­es­sen­ten für die alt­ein­ge­ses­se­ne Hy­po­s­wiss fin­den – es sol­len Ge­sprä­che mit der VP Bank statt­ge­fun­den ha­ben –, ist es nicht ge­sagt, dass sich für das Cross­bor­derGe­schäft al­lein ein zah­lungs­wil­li­ger Käu­fer mel­den wird.

Auch bei der Ban­que Can­to­na­le Vau­doi­se (BCV) tut sich was. Die Pri­vat­bank Pi­guet Gal­land, die mehr­heit­lich zur BCV ge­hört, rich­tet sich auf Schwei­zer Kun­den aus. «In ei­ner Welt oh­ne Bank­ge­heim­nis vor dem Fis­kus müs­sen wir ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell ent­wi­ckeln», sag­te Ge­ne­ral­di­rek­tor Oli­vier Call­oud. Der­zeit re­si­diert gut die Hälf­te der Pri­vat­kun­den in der Schweiz. Pi­guet Gal­land be­schäf­tigt 130 An­ge­stell­te in Genf und to­tal 175 in der Schweiz.

Die Ba­sel­land­schaft­li­che Kan­to­nal­bank hat kürz­lich ent­schie­den, das grenz­über­schrei­ten­de Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­schäft fort­an nur noch für Neu­kun­den aus Deutsch­land und Frank­reich an­zu­bie­ten. Al­le Fi­nanz­da­ten zu den Un­ter­neh­men im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/BCVN, fuw.ch/BSKP, fuw.ch/SGKN, fuw.ch/BLKB,

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