Er­freu­li­che Us-job­da­ten

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

Der ame­ri­ka­ni­sche Ar­beits­markt er­holt sich wei­ter gra­du­ell. Im Mai hat er un­ter dem Strich 175 000 Stel­len ge­schaf­fen. Das ist et­was bes­ser als die von Öko­no­men im Vor­feld ge­schätz­ten 169 000 Jobs. We­ni­ger er­freu­lich fiel hin­ge­gen die Re­vi­si­on zu den zwei vor­an­ge­gan­ge­nen Mo­na­ten aus. Ge­mäss über­ar­bei­te­ten Zah­len sind im März und April ins­ge­samt 12 000 Stel­len we­ni­ger hin­zu­ge­kom­men als ur­sprüng­lich be­rech­net. Die in ei­ner se­pa­ra­ten Um­fra­ge er­mit­tel­te Ar­beits­lo­sen­quo­te stieg ver­gli­chen zum April von 7,5 auf 7,6%.

An der Bör­se sorg­ten die Nach­rich­ten für Ent­span­nung. Der S&P 500 no­tier­te am Frei­tag in den ers­ten Han­dels­stun­den deut­lich im Plus. Die Ren­di­te auf zehn­jäh­ri­ge US-Staats­an­lei­hen zog leicht an, und der Dol­lar ten­dier­te fes­ter. «Ins­ge­samt ein so­li­der Ar­beits­markt­be­richt – bes­ser, als nach dem ADP-Re­port und dem ISM-In­dex im frü­he­ren Ver­lauf der Wo­che er­war­tet», sagt Jim O’Sul­li­van, US-Chef­öko­nom des Re­se­arch­diensts High Fre­quen­cy Eco­no­mics. «Dra­ma­tisch stark sind die Zah­len aber auch nicht», fügt er hin­zu.

In­ves­to­ren wer­den ner­vös

Die Ent­wick­lung am Ar­beits­markt ist ent­schei­dend für den wei­te­ren Kurs der US-Geld­po­li­tik. Das Fe­deral Re­ser­ve hat den Leit­zins seit der Fi­nanz­kri­se auf na­he­zu null ge­senkt und pumpt mit dem Sti­mu­lus­pro­gramm QE3 je­den Mo­nat 85 Mrd. $ ins Fi­nanz­sys­tem, in­dem es lang­fris­ti­ge An­lei­hen kauft. Seit Fed-Chef Ben Bernan­ke am 22. Mai in Er­wä­gung ge­zo­gen hat, dass die US-No­ten­bank das Tem­po spä­ter in die­sem Jahr dros­seln könn­te, hat die Ner­vo­si­tät an den Fi­nanz­märk­ten spür­bar zu­ge­nom­men.

Die Un­si­cher­heit dürf­te vor­erst an­hal­ten, denn ein kla­rer Schluss für die nächs­te Sit­zung des Fed vom 18. und 19. Ju­ni lässt sich aus den Da­ten vom Frei­tag nicht zie­hen. Sie be­we­gen sich im ge­wohn­ten Rah­men, zu­mal das Job­wachs­tum über die letz­ten zwölf Mo­na­ten durch­schnitt­lich 172 000 be­tra­gen hat­te. Auch die Lang­zeit­ar­beits­lo­sen­ra­te hat sich mit 37,3% we­nig ver­än­dert, und die Par­ti­zi­pa­ti­ons­ra­te, die al­le be­schäf­tig­ten so­wie die nach ei­ner Stel­le su­chen­den Ame­ri­ka­ner um­fasst, ver­harr­te auf rund 63%. Wäh­rend der Di­enst­leis­tungs­sek­tor im Mai 179 000 Stel­len ge­schaf­fen hat­te, gin­gen in der In­dus­trie 8000 Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren. Eben­falls rück­läu­fig ist der Trend im öf­fent­li­chen Sek­tor, wo in den letz­ten drei Mo­na­ten 45 000 Jobs ab­ge­baut wur­den.

Fed ent­schei­det im Herbst

Der Ent­scheid des Fed, et­was an QE3 zu än­dern, wird von In­ves­to­ren frü­hes­tens an der Sit­zung von Mit­te Sep­tem­ber er­war­tet. Bis da­hin wer­den noch drei Be­rich­te zum Ar­beits­markt ver­öf­fent­licht. Hält der ak­tu­el­le Trend an, spricht vie­les da­für, dass die US-No­ten­bank im Herbst den Fuss erst­mals leicht vom Gas­pe­dal neh­men wird. Das auch des­halb, weil Fed-Chef Bernan­ke vor­aus­sicht­lich En­de Jahr zu­rück­tritt und sei­nem/sei­ner Nach­fol­ger/in da­durch et­was mehr Fle­xi­bi­li­tät in der künf­ti­gen Geld­po­li­tik ein­ge­räumt wür­de.

Die Fi­nanz­märk­te ha­ben sich in­zwi­schen je­doch fest an die fort­wäh­ren­den Li­qui­di­täts­sprit­zen ge­wöhnt. Ei­ne Sen­kung der Do­sis wird für das Fed da­mit zu ei­nem äus­serst schwie­ri­gen Ma­nö­ver.

US-Ar­beits­markt

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