We­ni­ger Aus­fäl­le trotz Fi­nanz­kri­se

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CP

War­um nur sind die Aus­fall­ra­ten der­zeit so nied­rig? Lo­gisch wä­re es doch um­ge­kehrt: In ei­nem kraft­lo­sen wirt­schaft­li­chen Um­feld er­zie­len Un­ter­neh­men we­ni­ger Ge­winn oder gar Ver­lust und ver­lie­ren da­mit die Fä­hig­keit, ih­re Schul­den zu­rück­zu­zah­len. Doch was lo­gisch ist, gilt der­zeit nicht.

Die Aus­ga­be 2013 der De­fault-Stu­die der Deut­schen Bank kommt ge­stützt auf Zah­len der Ra­tin­ga­gen­tur Moo­dy’s zum Schluss, dass in der letz­ten Fi­nanz­kri­se eher bes­ser be­no­te­te Schuld­ner ih­ren Ver­pflich­tun­gen nicht mehr nach­kom­men konn­ten.

Nach un­ten Über fünf Jah­re be­trach­tet sind es im lang­jäh­ri­gen Ver­gleich die Ra­ting­klas­sen Aa und A, die von 2008 bis 2012 hö­he­re Aus­fall­ra­ten ver­zeich­ne­ten als je zu­vor seit 1920. Im High-Yield-Spek­trum wa­ren hin­ge­gen die Aus­fall­quo­ten für die bes­ten zwei Ka­te­go­ri­en Ba und B ge­rin­ger als im Ver­gleich seit 1970 (dann be­gann die­se Klas­se zu exis­tie­ren), Aus­nah­me ist die spe­ku­la­ti­ve Klas­se C.

Na­he­lie­gend die Aus­le­gung: Die gross­zü­gi­ge Geld­po­li­tik hat schlech­te Schuld­ner über Was­ser ge­hal­ten (vgl. Haupt­text). Doch wie die Stu­die der Deut­schen Bank zeigt, sind die tie­fe­ren Aus­fall­ra­ten kein neu­es Phä­no­men. Die jähr­li­che Aus­fall­ra­te der gröss­ten Ra­ting­klas­se im Hig­hYield-Be­reich, No­te B, ist seit der Ent­ste­hung die­ses Mark­tes 1970 ge­sun­ken. Die Au­to­ren der Stu­die glau­ben, die nied­ri­gen Aus­fall­ra­ten sei­en ein vor­über­ge­hen­des Phä­no­men, ei­ne Funk­ti­on der Ren­di­ten und der Geld­po­li­tik; sie dürf­ten aber nicht ewig an­hal­ten.

In­ves­to­ren soll­ten da­her acht­ge­ben, fin­det Ho­ward Cun­ningham, Chef für Un­ter­neh­mens­an­lei­hen beim Fond­shaus New­ton. «Am un­te­ren En­de des Spek­trums ist es frag­wür­dig, ob die In­ves­to­ren für das Aus­fall­ri­si­ko ent­schä­digt wer­den», sagt er.

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