Fast schon schi­zo­phren

WANDELANLEIHEN

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MA­XI­ME PERRIN,

Die Stim­mung der An­le­ger ist fast schon schi­zo­phren. Ei­ner­seits sind sie be­geis­tert von der be­mer­kens­wer­ten Ral­ly, an­de­rer­seits sind sie be­sorgt über die wei­te­re Kon­junk­tur­ent­wick­lung. Hin­ter der Dis­kre­panz zwi­schen Markt und Rea­li­tät ste­hen die Zen­tral­ban­ken. Wei­tet ei­ne ih­re Bi­lanz aus, re­agie­ren auch die an­de­ren.

Die Zen­tral­ban­ken schei­nen kaum ei­ne an­de­re Wahl zu ha­ben, als ih­re ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik fort­zu­set­zen, um das schein­bar un­er­reich­ba­re Wirt­schafts­wachs­tum doch noch zu er­zie­len. Die bei­spiel­lo­se mo­ne­tä­re Un­ter­stüt­zung führt da­zu, dass die Fun­da­men­tal­da­ten und die Markt­ent­wick­lung aus­ein­an­der­drif­ten. Trotz der Ak­ti­en­ral­ly müs­sen sich die An­le­ger ein­ge­ste­hen, dass die un­ge­wöhn­li­chen Mass­nah­men bis­her das Wirt­schafts­wachs­tum nicht bis auf die Ziel­ra­te an­zu­he­ben ver­moch­ten, wie ein Be­richt der US-No­ten­bank deut­lich ge­macht hat.

In den USA zo­gen er­mu­ti­gen­de Kon­junk­tur­da­ten (Be­schäf­ti­gung) das In­ter­es­se auf sich. Al­ler­dings gab es kei­ne An­zei­chen für ei­ne Er­ho­lung, die so stark ist, dass ei­ne Ab­kehr von der Null­zins­po­li­tik ge­recht­fer­tigt wä­re. In Eu­ro­pa schie­nen die Märk­te die schwa­chen Wirt­schafts­da­ten zu igno­rie­ren, und in Chi­na be­rei­tet das Kre­dit­wachs­tum Sor­gen.

Wäh­rend die An­le­ger Ren­di­te su­chen, ver­en­gen sich die Ri­si­ko­auf­schlä­ge (Cre­dit Spreads) wei­ter. Die Be­wer­tun­gen der Wandelanleihen wer­den durch die Ri­si­ko­be­reit­schaft und das In­ter­es­se an Un­ter­neh­mens­an­lei­hen gut ge­stützt. Aus­ser­dem er­war­ten wir, dass Wandelanleihen durch die an­hal­ten­de Stär­ke der Ak­ti­en­märk­te, die ver­hal­te­ne Vo­la­ti­li­tät von Un­ter­neh­mens­an­lei­hen und die nied­ri­gen Zin­sen mit­tel­fris­tig star­ken Halt fin­den wer­den. Die Ab­schwä­chung am Pri­mär­markt der Wand­ler könn­te in Ver­bin­dung mit der gros­sen An­zahl bald fäl­lig wer­den­der Ti­tel zu hö­he­ren tech­ni­schen Be­wer­tun­gen füh­ren.

Den­noch über­traf das Emis­si­ons­vo­lu­men in den ers­ten vier Mo­na­ten des Jah­res das Ni­veau des Vor­jah­res. Er­freu­lich war die Ent­wick­lung vor al­lem in Ja­pan. Der Rück­gang der Kre­dit­ver­ga­be durch die Ban­ken und die fäl­lig wer­den­den Wandelanleihen dürf­ten die Ak­ti­vi­tä­ten auf dem Pri­mär­markt in den kom­men­den Mo­na­ten be­flü­geln.

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