Ost­wind

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - MR

Auf der Ka­na­ren­in­sel Lan­za­ro­te bud­deln die Win­zer bis zu drei Me­ter tie­fe Lö­cher. Auf de­ren Grund pflan­zen sie Re­ben an. So wird die di­cke Schicht von Vul­kan­asche nutz­bar: Am Tag spei­chert sie Wär­me, in der Nacht Feuch­tig­keit aus der Luft. Die Mäu­er­chen wei­sen gen Nord­ost – von dort pfeift der Pas­sat. Der­zeit be­son­ders hef­tig, im über­tra­ge­nen Sinn: Chi­na lässt sich von der EU kei­ne Straf­zöl­le auf So­lar­mo­du­le bie­ten und droht mit An­ti­dum­ping-Ver­fah­ren ge­gen eu­ro­päi­sche Wei­ne. Das kommt zur Un­zeit. In den tra­di­tio­nel­len Heim­märk­ten sta­gniert oder sinkt der Ab­satz; in Spa­ni­en et­wa ist er von 2007 bis 2011 rund 20% zu­rück­ge­gan­gen. Un­ter­des­sen ist Chi­na der fünft­gröss­te Wein­markt der Welt (hin­ter Frank­reich, den USA, Ita­li­en und Deutsch­land) und weist die höchs­ten Wachs­tums­ra­ten aus: 2011 gut 7% bzw. gar zwei­stel­lig in hö­her­prei­si­gen Seg­men­ten. Pe­king hat den öno­lo­gi­schen Ge­gen­zug ge­ris­sen aus­bal­do­wert. Er be­droht die EU an ei­ner schwa­chen Flan­ke, ei­nem saft­lo­sen Seg­ment der Land­wirt­schaft, vor­nehm­lich erst noch in lei­den­den la­tei­ni­schen Län­dern. Ei­ne Re­gel im chi­ne­si­schen Zeit­ver­treib Mah-Jongg lau­tet: Der­je­ni­ge, der den Platz­stein «Ost­wind» er­hält, wird Spiel­lei­ter in der ers­ten Run­de.

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