Ban­ken schlies­sen die Rei­hen

SCHWEIZ Über­le­gun­gen zum Scha­den­po­ten­zi­al der Bus­sen – Zü­rich und Ap­pen­zell In­ner­rho­den ex­po­niert – Ner­vo­si­tät bei der Bas­ler KB

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MO­NI­CA HEGG­LIN

Das «Nein, aber» der stän­de­rät­li­chen Wirt­schafts­kom­mis­si­on ( WAK) zur Lex USA macht ei­nen bal­di­gen Ab­schluss des US-Steu­er­streits un­wahr­schein­lich. Die Ner­vo­si­tät steigt, weil das Ri­si­ko ei­ner Desta­bi­li­sie­rung der Ban­ken be­steht, zu­mal die na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Kon­kur­renz spielt.

Ein bis zwei Pro­zent der ver­wal­te­ten Ver­mö­gen (das ist der un­ge­fäh­re US-An­teil an den ver­wal­te­ten Ver­mö­gen der Kan­to­nal­ban­ken) kön­nen ge­wal­ti­gen Är­ger ver­ur­sa­chen. Die Ti­tel der Bas­ler Kan­to­nal­bank (BKB), ei­nes der In­sti­tu­te im Vi­sier der US-Steu­er­be­hör­den, ge­rie­ten er­neut un­ter Druck. So­wohl der Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent als auch der CEO gin­gen in die kom­mu­ni­ka­ti­ve Of­fen­si­ve. BKB-CEO Guy Lach­ap­pel­le sag­te: «Wir hat­ten bis­her kei­ne grös­se­ren Geld­ab­flüs­se.» Sein Prä­si­dent Andre­as Al­brecht be­teu­er­te: «Wir ge­hen nicht da­von aus, dass wir die Bank auf­spal­ten müs­sen.»

Un­ter den Ban­ken, ge­ra­de auch un­ter den skep­ti­schen Kan­to­nal­ban­ken, scheint sich die An­sicht zu er­här­ten, dass der Fi­nanz­platz Scha­den nimmt, je län­ger die Sa­che dau­ert. Ge­gen­über der WAK ha­ben die Ban­ken je­den­falls die Rei­hen ge­schlos­sen und sich hin­ter den bun­des- rät­li­chen Vor­schlag ge­stellt. Zwar wird im­mer kla­rer, dass die USA ein eng­ma­schi­ges Netz aus­wer­fen und ei­ne Ablass­zah­lung auf al­len un­ver­steu­er­ten Gel­dern von US-Per­sons wol­len – und nicht nur von in den USA wohn­haf­ten Per­so­nen (vgl. Box im oben­ste­hen­den Bei­trag). Für die BEK be­deu­tet die­ser Un­ter­schied den Sprung von 500 auf 600 Mio. Fr. be­trof­fe­ne As­sets.

Gleich­zei­tig ma­chen die Kan­to­nal­ban­ken und die Kan­to­ne Über­le­gun­gen zum Scha­den­po­ten­zi­al. Wie die Ta­bel­le zeigt, sind die Kan­to­ne in ganz un­ter­schied­li­chem Aus­mass von den Zu­wen­dun­gen ih­rer Kan­to­nal­ban­ken ab­hän­gig. Am stärks­ten (über 5% der Er­trä­ge) ist Ap­pen­zell In­ner­rho­den mit sei­ner Bank ver­bun­den. Die Schwy­zer, Thur­gau­er, Schaff­hau­ser und Grau­bünd­ner Kan­to­nal­ban­ken tra­gen mehr als 3% zu den Er­trä­gen bei. Die Zürcher Kan­to­nal­bank ist für den Kan­ton ver­gleichs­wei­se we­ni­ger wich­tig. Von den 330 Mio. Fr. Ge­winn­ab­lie­fe­rung ge­hen 110 an die Ge­mein­den. Trotz­dem dürf­te das teu­re En­de des Steu­er­streits dem Kan­ton sehr weh tun. Denn auch Ju­li­us Bär und Cre­dit Suis­se wer­den ih­re Bus­sen steu­er­wirk­sam ver­bu­chen.

Der­weil bleibt um­strit­ten, ob die Ban­ken der Ka­te­go­rie 2 (noch nicht im US-Vi­sier, aber mit un­ver­steu­er­ten US-Kun­den) mit oder oh­ne Ver­trag bes­ser fah­ren. Da die ers­te Ban­ken­grup­pe ih­re Leaver-Lis­ten frü­her oder spä­ter so­wie­so den Ame­ri­ka­nern lie­fern wer­den, bleibt ih- nen kei­ne Wahl, als sich den US-Be­hör­den zu of­fen­ba­ren. Zu­mal die USA Da­ten aus Zehn­tau­sen­den von Selbst­an­zei­gen aus­wer­ten kön­nen. In­wie­fern der Vor­schlag aber auch Zu­si­che­run­gen ent­hält für ei­nen ge­ord­ne­ten Ablass­han­del, ist völ­lig of­fen.

Zum The­ma Auf­spal­tung der Ban­ken ma­chen aben­teu­er­li­che Theo­ri­en die Run­de. Si­cher ist, dass die Fin­ma die Ban­ken von der Wie­ge bis zur Bah­re be­glei­tet. Bei ei­ner Ab­spal­tung wür­de sie si­cher­stel­len, dass ge­nug Geld ver­bleibt, um ei­ne all­fäl­li­ge Bus­se zu be­zah­len. Im Fall We­ge­lin un­ter­band sie je­den­falls Ab­sich­ten, sich durch Auf­spal­tung der Ver­ant­wor­tung in den USA zu ent­zie­hen. Dies mit der Be­grün­dung, das Pro­blem müs­se ein­ge­grenzt und nicht noch auf neue Ban­ken über­tra­gen wer­den.

Ab­ga­ben der Kan­to­nal­ban­ken an ih­ren Kan­ton

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