Ubs-ak­ti­en un­be­rührt

SCHWEIZ Vor­schlä­ge von Knight Vin­ke zie­hen bis­lang kaum

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - RU­DOLF KEL­LER

JJDer UBS-Ak­tio­när Knight Vin­ke zeich­net auf, wie der Wert der Gross­bank in­ner­halb von drei Jah­ren ver­dop­pelt wer­den soll. Und nichts pas­siert. Der Ak­ti­en­kurs der UBS läuft un­be­ein­druckt vom Auf­tau­chen des ame­ri­ka­ni­schen Ak­ti­vis­ten im Gleich­schritt mit dem Ge­samt­markt. So­gar die Va­lo­ren der Cre­dit Suis­se ha­ben sich jüngst leicht bes­ser ent­wi­ckelt.

Be­reits An­fang Mai hat­te Knight Vin­ke in ei­nem of­fe­nen Brief die Ab­spal­tung der UBS-In­vest­ment­bank ge­for­dert. Seit ver­gan­ge­ner Wo­che wei­belt der Ame­ri­ka­ner nun ak­tiv bei In­ves­to­ren für sei­ne Idee, mit den Mit­teln, die mit ei­ner Ab­spal­tung frei­ge­schau­felt wür­den, das Wachs­tum der Ver­mö­gens­ver­wal­tung zu be­feu­ern.

Wachs­tums­be­schleu­ni­gung

Ei­ne Er­klä­rung da­für, dass die Ak­ti­en der UBS nicht auf die schein­bar ver­heis­sungs­vol­len Per­spek­ti­ven re­agiert, bie­tet ei­ne Ge­gen­über­stel­lung der Vor­schlä­ge von Knight Vin­ke und der ge­gen­wär­ti­gen UBS-Stra­te­gie un­ter Be­trach­tung der je­wei­li­gen Ri­si­ken: Knight Vin­ke fo­kus­siert in ers­ter Li­nie auf die Ri­si­ken des In­vest­ment­ban­king. Sie wür­den den wah­ren Wert des Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­schäfts nicht zum Tra­gen kom­men las­sen und das ei­gent­li­che Kern­ge­schäft der Bank zu­rück­bin­den. Wür­den so­wohl das von der In­vest­ment­bank be­an­spruch­te Ka­pi­tal als auch die Auf­merk­sam­keit des Ma­nage­ments auf das Wachs­tum der Ver­mö­gens­ver­wal­tung ge­lenkt, könn­te die­ses dop­pelt so schnell wach­sen wie ge­gen­wär­tig von der Füh­rung der UBS pro­gnos­ti­ziert, ar­gu­men­tiert der Ak­ti­vist. Mit der Stra­te­gie von Knight Vin­ke stün­den der Bank 20 bis 25 Mrd. Fr. zur Ver­fü­gung, die gross­teils in Ak­qui­si­tio­nen flies­sen könn­ten und UBS zum ak­ti­ven Kon­so­li­die­rer der Bran­che ma­chen wür­den.

Das ge­gen­tei­li­ge Bild ver­mit­telt die vom UBS-Ma­nage­ment ein­ge­schla­ge­ne Stra­te­gie: Sie ist auf ein ste­ti­ges Wachs­tum der Ver­mö­gens­ver­wal­tung aus­ge­rich­tet. Ak­qui­si­ti­ons­mög­lich­kei­ten schaut sich die Bank zwar an. Zu­ge­grif­fen hat sie jüngst al­ler­dings nicht.

Ste­ti­ge Ent­wick­lung

Zwar glaubt die Bank eben­falls, von der Kon­so­li­die­rung der Bran­che pro­fi­tie­ren zu kön­nen. Sie agiert aber vor­sich­tig und setzt in ers­ter Li­nie auf das Ab­wer­ben ein­zel­ner Teams. Über­nah­men gan­zer Fir­men sind ihr zu ris­kant. Das Ri­si­ko der In­vest­ment­bank will sie zäh­men, in­dem die­se re­du­ziert und auf die Be­dürf­nis­se der Kun­den der Ver­mö­gens­ver­wal­tung aus­ge­rich­tet wird. Das In­vest­ment­ban­king ganz auf­ge­ben will sie be­kannt­lich nicht. Ihr Ar­gu­ment da­für lau­tet – in Kon­trast zu Knight Vin­ke –, dass ein sol­cher Schritt das Wachs­tum in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung un­ter­gra­ben wür­de.

Beim Seg­ment der Su­per­rei­chen mit ei­nem Ver­mö­gen von über 50 Mio. Fr. (UHNW) wird gar ei­ne Schrump­fung be­fürch­tet, soll­te die UBS die­se nicht mehr mit haus­ei­ge­nen In­vest­ment­bank­pro­duk­ten be­die­nen kön­nen. Fast 45% der in­ves­tier­ten Ver­mö­gen der Bank stam­men von UHNW. Sie be­zah­len zwar ei­ne in Re­la­ti­on zum Ver­mö­gen klei­ne­re Ver­wal­tungs­ge­bühr als die we­ni­ger be­tuch­te Kli­en­tel. Un­ter dem Strich bleibt der UBS aber den­noch mehr Ge­winn, da ihr Auf­wand tie­fer ist.

Das Seg­ment wächst stark. Die UBS ge­winnt im­mer mehr Su­per­rei­che aus Asi­en und Latein­ame­ri­ka. Ob die­ser Trend oh­ne In­vest­ment­bank Be­stand hät­te, ist die zen­tra­le Glau­bens­fra­ge. Klar ist, dass ei­ne UBS mit haus­ei­ge­ner In­vest­ment­bank den die­sem Ge­schäft in­hä­ren­ten Ri­si­ken aus­ge­setzt bleibt. Ein ra­di­ka­ler Stra­te­gie­wech­sel wür­de um­ge­kehrt das Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­schäft neu­en Ri­si­ken aus­set­zen. Die In­dif­fe­renz der Bör­se zeigt, dass die un­ter­schied­li­chen Chan­cen und Ri­si­ken der bei­den Stra­te­gi­en in der Sum­me in et­wa gleich hoch ein­ge­schätzt wer­den.

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