S+B prä­zi­siert Um­bau­mass­nah­men

SCHWEIZ Ma­nage­ment des Stahl­her­stel­lers nimmt Dis­tri­bu­ti­on ins Vi­sier – Gros­se He­be­lef­fek­te

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - BA

Im Streit zwi­schen Ver­wal­tungs­rat und Gross­ak­tio­när im Hau­se Schmolz+Bi­cken­bach geht es un­ter an­de­rem um die Fra­ge, wie viel Ka­pi­tal be­schafft wer­den muss. Die Ak­tio­närs­grup­pe be­ste­hend aus der Er­ben­ge­mein­schaft und Vek­sel­bergs Re­no­va meint, es sei­en 435 Mio. Fr., der Ver­wal­tungs­rat hält 330 Mio. Fr. für aus­rei­chend. Um Letz­te­res zu un­ter­mau­ern, hat die Kon­zern­lei­tung De­tails zur Re­struk­tu­rie­rung be­kannt­ge­ge­ben. Das Ma­nage­ment wird die Grup­pe stär­ker auf die Pro­duk­ti­on (DEW, Finkl, So­rel, Ugi­tech, Swiss Steel, Steel­tec und Blank­stahl) aus­rich­ten und stellt die Di­vi­si­on Dis­tri­bu­ti­on + Ser­vices auf den Prüf­stand.

Dis­tri­bu­ti­on + Ser­vices hat in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit nur ma­ge­re Span­nen er­wirt­schaf­tet und bei wei­tem nicht die Ka­pi­tal­kos­ten ver­dient. Im Ge­schäfts­jahr 2012 er­gab sich aus 1,3 Mrd. € Um­satz ein ope­ra­ti­ves Er­geb­nis vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen (Ebitda) von ge­ra­de mal 16 Mio. € (vor Re­struk­tu­rie­rungs­auf­wand). Die Di­vi­si­on be­steht aus drei Be­rei­chen: Deutsch­land, Eu­ro­pa und In­ter­na­tio­nal. Vor al­lem Dis­tri­bu­ti­on Deutsch­land be­rei­tet Sor­gen. Dort sei die In­te­gra­ti­on am we­nigs­ten fort­ge­schrit­ten, heisst es aus der Kon­zern­lei­tung. Der Jah­res­um­satz von et­wa 700 Mio. € stammt nur zu rund 15% aus ei­ge­nen Pro­duk­ten, wie CFO Hans-Jür­gen Wie­cha im Ge­spräch mit FuW aus­führt. Der Rest wird mit zu­ge­kauf­ten Er­zeug­nis­sen er­zielt. Im Be­reich Dis­tri­bu­ti­on Eu­ro­pa, in dem der An­teil ei­ge­ner Pro­duk­te im­mer­hin 30% be­tra­ge, be­ste­he nur ver­ein­zelt Re­or­ga­ni­sa­ti­ons­be­darf. Der Be­reich In­ter­na­tio­nal, mit ei­nem An­teil von 90%, soll aus­ge­baut wer­den. Wie­cha prä­zi­siert, das Ma­nage­ment prä­fe­rie­re den Kom­plett­ver­kauf des Be­reichs Dis­tri­bu­ti­on Deutsch­land. Dies wür­de wich­ti­ge Kenn­zah­len der Grup­pe, wie ope­ra­ti­ve Mar­ge und Net­to­ver­schul­dung, er­heb­lich ver­bes­sern. Die ge­sam­te Di­vi­si­on wird in Sa­les & Ser­vices um­ge­tauft, was wohl die Ab­kehr vom Han­del mit frem­den Pro­duk­ten spie­geln soll. Sa­les & Ser­vices bün­delt da­bei die Ak­ti­vi­tä­ten der Dis­tri­bu­ti­on un­ter ei­ner zen­tra­len Füh­rung. Bis­her gab es drei Lei­ter.

Die ge­sam­te Grup­pe wird aus­ser­dem künf­tig in­te­griert aus ei­ner Hol­ding ge­führt, um Sy­ner­gi­en zwi­schen den Ein­hei­ten zu rea­li­sie­ren, vor al­lem in Ver­trieb, Markt-/Pro­dukt­seg­men­tie­rung so­wie For­schung & Ent­wick­lung. Zur Ver­bes­se­rung der ope­ra­ti­ven Er­trags­kraft und der Ka­pi­tal­struk­tur ins­ge­samt gibt es ein Wachs­tums- und Er­geb­nis­ver­bes­se­rungs­pro­gramm über al­le Ge­schäfts­be­rei­che hin­weg. Der Ge­samtef­fekt auf den Ebitda be­trägt 230 Mio. €, aus­ge­hend vom Er­geb­nis­ni­veau 2012 (Ebitda: gut 150 Mio. €) und un­ter­stell­ten zu­künf­ti­gen Kos­ten­preis­stei­ge­run­gen. Al­lein gut 100 Mio. € ent­fal­len auf Kos­ten­sen­kungs- und Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rungs­mass­nah­men.

Ge­plant ist, bis 2016 das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis (Ebitda) auf über 300 Mio. € zu ver­bes­sern und da­mit das Ver­hält­nis zu den Net­to­schul­den auf un­ter 2,5 zu drü­cken (vgl. Bal­ken­dia­gramm un­ten rechts). Die Ak­ti­en Schmolz+Bi­cken­bach blei­ben aber Spiel­ball der ju­ris­ti­schen Strei­te­rei­en zwi­schen den In­ter­es­sen­grup­pen und so­mit hoch spe­ku­la­tiv.

Net­to­schul­den und Ebitda

AAl­le Da­ten zu Schmolz+Bi­cken­bach im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/STLN

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