De­vi­sen­re­ser­ven

Finanz und Wirtschaft - - LESERBRIEFE/GESUNDHEIT - MARC MEY­ER,

FuW Nr. 43 vom 5. Ju­ni Der Ar­ti­kel «De­vi­sen­re­ser­ven kein Staats­fonds» ist ei­ne Plat­ti­tü­de. Die gros­sen Pro­ble­me im Zu­sam­men­hang mit den über 400 Mrd. SNB-Aus­lan­din­ves­ti­tio­nen wer­den nicht an­ge­spro­chen. Ers­tens han­delt es sich bei den In­ves­ti­tio­nen der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank in Devisen nicht um «De­vi­sen­re­ser­ven», son­dern um «De­vi­sen­be­stän­de». Re­ser­ven wä­ren Ei­gen­ka­pi­tal. Die Devisen der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank wur­den je­doch zu rund 90% mit Fremd­ka­pi­tal fi­nan­ziert. Zu­dem wird ein Fonds i. d. R. mit Ei­gen­ka­pi­tal fi­nan­ziert. Das gilt für die zi­tier­ten Staats­fonds von Nor­we­gen und Sin­ga­pur. Un­se­re Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank hin­ge­gen hat ih­re Aus­land­an­la­gen mit Schul­den – Staats­schul­den – fi­nan­ziert (SNB-Schul­den sind Staats­schul­den).

Das Schwei­zer­volk hat die so­ge­nann­te Schul­den­brem­se an­ge­nom­men. Die SNB hat sich ein­fach dar­über hin­weg­ge­setzt und fi­nan­ziert mit Schul­den aus­län­di­sche staat­li­che und pri­va­te Pro­jek­te. Be­reits im Jah­re 1996 hat­te ich mich für Ak­ti­en­käu­fe der SNB aus­ge­spro­chen (sie­he u. a. «Die SNB-In­ves­ti­ti­ons­po­li­tik ist zu über­den­ken», FuW, 31. Ja­nu­ar 1996). Da­mals ging ich aber da­von aus, dass die SNB ih­re Ak­ti­en mit Ei­gen­ka­pi­tal fi­nan­zie­re und zu­dem die Schwei­zer Wirt­schaft un­ter­stüt­ze – nicht die aus­län­di­schen! Be­un­ru­hi­gend ist die Aus­sa­ge von Di­rek­to­ri­ums­mit­glied Fritz Zur­brügg, die SNB neh­me Pro­ble­me in ih­re Bü­cher, die­se wür­den sich lö­sen, und dann ver­kau­fe die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank die Wer­te wie­der. Aus «Pro­ble­men» wer­den «Wer­te» – so ein­fach geht das! Dank sei SNB! Kann ein Zen­tral­ban­ker nai­ver ar­gu­men­tie­ren?

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.