No­bel Bio­ca­re ver­la­gert von Gö­te­borg nach Zü­rich

SCHWEIZ Zahn­im­plan­tat­her­stel­ler be­sei­tigt Dop­pel­spu­rig­kei­ten – Ak­ti­en fehlt es an Reiz

Finanz und Wirtschaft - - LESERBRIEFE/GESUNDHEIT - DO­MI­NIK FELD­GES

Schwar­zer Tag für die schwe­di­schen Mit­ar­bei­ter von No­bel Bio­ca­re: Der nach St­raumann welt­weit zweit­gröss­te Zahn­im­plan­tat­her­stel­ler wird an sei­nem eins­ti­gen Haupt­sitz in Gö­te­borg kei­ne Grup­pen­funk­tio­nen mehr un­ter­hal­ten, wie am Di­ens­tag be­kannt wur­de.

Die dort an­ge­sie­del­ten Ein­hei­ten in For­schung und Ent­wick­lung, Rechts­we­sen und IT ver­schwin­den al­le­samt. In Gö­te­borg, wo ge­gen­wär­tig noch knapp hun­dert Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt sind, wird künf­tig nur noch die Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on für Skan­di­na­vi­en be­hei­ma­tet sein.

Auf­wand von 6,2 Mio. €

Nutz­nies­ser der Re­or­ga­ni­sa­ti­on ist die Kon­zern­zen­tra­le in Klo­ten beim Zürcher Flug­ha­fen mit der­zeit rund 200 An­ge­stell­ten. Sie soll künf­tig der al­lei­ni­ge Stand­ort für grup­pen­wei­te Funk­tio­nen sein. Wie vie­le der in Gö­te­borg von der Um­struk­tu­rie­rung be­trof­fe­nen sieb­zig Mit­ar­bei­ter in der Schweiz ei­nen neu­en Ar­beits­platz er­hal­ten, ist noch nicht be­kannt. Ein Teil der Be­schäf­tig­ten muss in­des da­mit rech­nen, ent­we­der ent­las­sen oder in Früh­pen­si­on ge­schickt zu wer­den. No­bel Bio­ca­re be­zif­fert den ein­ma­li­gen Auf­wand für den Ab­bau in Gö­te­borg auf 6,2 Mio. €. Er soll der Rech­nung noch im lau­fen­den zwei­ten Quar­tal be­las­tet wer­den.

Der Rechts­sitz von No­bel Bio­ca­re war be­reits 2001, da­mals noch un­ter der Lei­tung von Kon­zern­che­fin He­lia­ne Ca­ne­pa, von Gö­te­borg in die Schweiz ver­legt wor­den. Trotz kon­ti­nu­ier­lich sin­ken­den Um­sat­zes und Er­trags seit 2007 bau­te das Un­ter­neh­men bis vor kur­zem Per­so­nal auf.

Der Mit­ar­bei­ter­be­stand er­reich­te mit 2547 Be­schäf­tig­ten im drit­ten Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res ei­nen Hö­he­punkt. Seit­her wur­den – noch oh­ne Ein­rech­nung der Mass­nah­men in Gö­te­borg – rund sieb­zig Ar­beits­plät­ze oder knapp 3% des ge­sam­ten Per­so­nals ab­ge­baut. No­bel Bio­ca­re be­hält sich die Strei­chung wei­te­rer Stel­len vor, wie Fi­nanz­chef Oli­ver Wal­ker an der Prä­sen­ta­ti­on der Ge- schäfts­zah­len für das ers­te Quar­tal 2013 ge­stützt auf ei­ne Fo­lie zur Per­so­nal­ent­wick­lung aus­führ­te.

Mar­gen­ziel un­ver­än­dert

Die Ak­ti­en der Den­tal­grup­pe hat­ten am Di­ens­tag an­fangs mit leich­ten Avan­cen re­agiert, ehe auch sie we­gen des schwa­chen Ge­samt­markts un­ter Druck ge­rie­ten. Zur zu­nächst po­si­ti­ven Stim­mung trug bei, dass das Ma­nage­ment 2013 wei­ter­hin ein leich­tes Um­satz­wachs­tum und auch nach wie vor – un­ter Aus­klam­me­rung des jetzt ver­buch­ten Son­der­auf­wands – ei­ne Zu­nah­me der Ebit-Mar­ge um 50 bis 100 Ba­sis­punk­te er­war­tet.

Kau­fens­wert sind No­bel Bio­ca­re des­we­gen gleich­wohl nicht. Für die Ti­tel gilt ähn­lich wie für die Pa­pie­re des eben­falls zu Per­so­nal­kür­zun­gen ge­zwun­ge­nen Wett­be­wer­bers St­raumann: So­lan­ge sich kei­ne Er­ho­lung der Nach­fra­ge nach Zahn­im­plan­ta­ten ab­zeich­net, drän­gen sich En­ga­ge­ments nicht auf. Al­le Fi­nanz­da­ten zu No­bel Bio­ca­re im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/NOBN

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