Auf al­len vie­ren

FAHR­BE­RICHT Der Ja­gu­ar XJ ist nun auch mit All­rad er­hält­lich

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Heck­be­tont

Der Ja­gu­ar XJ der neu­es­ten Ge­ne­ra­ti­on fin­det nicht über­all An­klang. Frei­lich, mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Form­spra­che der seit 1968 ge­bau­ten Lu­xus­li­mou­si­ne hat der Neue nichts am Hut, so­mit ist er für ein­ge­fleisch­te Tra­di­tio­na­lis­ten wohl ein Graus. Für ob­jek­ti­ve Be­trach­ter ist er hin­ge­gen ein gross­ar­ti­ges Au­to­mo­bil – ich bin ein gros­ser Fan der bri­ti­schen Fünf­me­ter­li­mou­si­ne, das Fahr­zeug wur­de an die­ser Stel­le schon mehr­fach ge­lobt.

Für das neue Mo­dell­jahr wur­den dem XJ neue Mo­to­ren ver­passt. Die wich­ti­ge­re Neu­heit ist hin­ge­gen der All­rad­an­trieb: Die Ver­si­on mit dem neu­en 3-l-V6-Kom­pres­sormo­tor wird über al­le vier Rä­der an­ge­trie­ben, was be­son­ders hier­zu­lan­de sehr ge­schätzt wird. Wir sind die neue Mo­dell­va­ri­an­te aus­führ­lich Pro­be ge­fah­ren. Der Ja­gu­ar XJ ist trotz sei­ner Grös­se (Län­ge: 5,12 m) ein ath­le­ti­scher Typ – Sit­ze, Sitz­po­si­ti­on, Lenk­rad, aber vor­wie­gend das Fahr­ver­hal­ten sind im Klas­sen­ver­gleich be­tont sport­lich. Das än­dert auch der neue All­rad­an­trieb nicht: Im Nor­mal­fall wer­den nur 10% der An­triebs­kraft auf die Vor­der­ach­se ge­lei­tet, die Cha­rak­te­ris­tik ei­nes Heck­trieb­lers bleibt. Ver­langt es die Si­tua­ti­on, wird blitz­schnell mehr Kraft nach vorn ge­lei­tet, im Ex­trem­fall bis 100%. Der Fah­rer kann mit ei­nem Win­termo­dus die Grund­ein­stel­lung auf rut­schi­ge Ver­hält­nis­se pro­gram­mie­ren. Dann ge­lan­gen 30% der An­triebs­last auf die Vor­der­ach­se, gleich­zei­tig legt die Au­to­ma­tik beim An­fah­ren den zwei­ten Gang ein, das Gas­pe­dal ist we­ni­ger di­rekt und das ESP ent­spre­chend ge­wapp­net.

Sport­lich ist auch der Sechs­zy­lin­der, vor­erst der ein­zi­ge Mo­tor, der mit All­rad­an­trieb an­ge­bo­ten wird. Der neu ent­wi­ckel­te 3-l-V6-Ben­zin­mo­tor, der auch im neu­en F-Ty­pe ein­ge­setzt wird, ist wohl Ja­gu­ars In­ter­pre­ta­ti­on von Down­si­zing; zwar ist neu auch ein auf­ge­la­de­ner 2-lVier­zy­lin­der (177 kW/240 PS) im An­ge­bot, je­doch oh­ne All­rad­an­trieb und nur in der Ein­stiegs­ver­si­on Exe­cu­ti­ve mit kur­zem Rad­stand.

Sport­lich

Der V6 leis­tet dank Kom­pres­sor­auf­la­dung 250 kW/340 PS und stemmt ein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von 450 Nm zwi­schen 3500 und 5000 U/min auf die Kur­bel­wel­le. Ge­kop­pelt ist der Sechs­zy­lin­der – wie al­le Mo­tor­ver­sio­nen – an ei­ne but­ter­weich schal­ten­de Acht­stu­fenau­to­ma­tik. Das Re­sul­tat ist er­freu­lich: Der V6 läuft sehr ge­schmei­dig und mit ei­nem sat­ten Klang, bie­tet je­der­zeit aus­rei­chend Kraft­re­ser­ven und kann durch­aus mit den Fahr­leis­tun­gen ei­nes Acht­zy­lin­ders mit­hal­ten: In 6,4 s be­schleu­nigt der All­rad-XJ von 0 auf 100 km/h, die Höchst­ge­schwin­dig­keit wird elek­tro­nisch bei 250 km/h ab­ge­re­gelt – mit die­ser Mo­to­ri­sie­rung ist die Lu­xus­li­mou­si­ne gut auf­ge­stellt.

Selbst­ver­ständ­lich muss ei­ne neue Mo­to­ren­ge­ne­ra­ti­on spar­sa­mer sein – das gilt auch für den neu­en 3-l-V6-Kom­pres­sorben­zi­ner. Dank in­tel­li­gen­tem Leicht­bau und dem se­ri­en­mäs­si­gen Stopp-Start-Sys­tem ver­braucht der All­rad-XJ ge­mäss Her­stel­ler 9,9 l/100 km. Wir ver­brauch­ten nur we­nig mehr – für ei­ne Lu­xus­li­mou­si­ne mit All­rad­an­trieb mit die­sen Fahr­leis­tun­gen ein gu­ter Wert. Der Preis: ab 128 000 Fr.

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