Der «ve­l­over­rück­te» As­set-ma­na­ger

Der Grün­der des Gen­fer Ver­mö­gens­ver­wal­ters IAM han­delt nicht nur im Be­ruf an­ti­zy­klisch. Er ist über­zeugt, dass es sich jetzt lohnt, Mil­lio­nen in den Schwei­zer Rad­sport zu in­ves­tie­ren.

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hun­dert Pen­si­ons­kas­sen und Fa­mi­ly Of­fices als Kun­den und ver­wal­tet mit 45 Mit­ar­bei­tern 7 Mrd. Fr. Ver­mö­gen.

Mit IAM Cy­cling ist ganz klar auch ein kom­mer­zi­el­les Ziel ver­bun­den: den Na­men in der Öf­fent­lich­keit be­kannt zu ma­chen. Die sie­ben Fonds, die IAM of­fe­riert, sol­len fort­an auch Pri­vat­in­ves­to­ren an­ge­bo­ten wer­den. Gros­se Wachs­tums­plä­ne hegt Thé­taz aber nicht: «Wir wol­len fo­kus­siert blei­ben.» Mit­ar­bei­ter wer­den sehr sorg­fäl­tig aus­ge­wählt: nach frü­hes­tens fünf Ge­sprä­chen mit dem Pa­tron. Dem­ent­spre­chend ge­ring sind die Per­so­nal­wech­sel: «Wir sind, wie IAM Cy­cling auch, ein Team», sagt Thé­taz.

Die bes­ten In­vest­ment­ide­en kom­men ihm auf dem Fahr­rad. 5000 Ki­lo­me­ter pro Jahr legt er auf dem Draht­esel zu­rück; die­ses Jahr dürf­ten es «nur» 3000 bis 4000 wer­den. Vie­le Wo­che­n­en­den sind nun für IAM Cy­cling re­ser­viert, der­zeit ist es die Tour de Suis­se. Thé­taz ist kein Geld­ge­ber, der sich im Hin­ter­grund hält und al­les an ei­nen Ge­ne­ral Ma­na­ger de­le­giert. «Ich will di­rekt in­vol­viert sein, dem Team ein Ge­sicht und ei­ne per­sön­li­che Iden­ti­fi­ka­ti­on ge­ben», be­tont er. Mit dem bis­her Er­reich­ten ist er zu­frie­den. Was ihm be­son­de­re Ge­nug­tu­ung ver­schafft: In der Te­am­wer­tung ist IAM Cy­cling je­weils vorn da­bei. Für 2014 sind die Am­bi­tio­nen hö­her. «Gros­se Na­men» hät­ten an­ge­klopft, sagt Thé­taz. Ei­nen wirk­lich gros­sen Na­men – wie Fa­bi­an Can­cel­la­ra – kann sich das Team aber schwer­lich leis­ten. Thé­taz hofft, die Mann­schaft kön­ne spä­tes­tens über­nächs­tes Jahr an der World Tour (al­so vor al­lem an der Tour de Fran­ce) teil­neh­men. Da­zu bräuch­te er ei­nen Co-Spon­sor, der 6 bis 7 Mio. Fr. zu­sätz­lich bei­steu­ern und den­sel­ben Geist mit­tra­gen müss­te.

Der Rad­sport sei wie ei­ne un­ter­be­wer­te­te Ak­tie, die viel Po­ten­zi­al ha­be, meint Mi­chel Thé­taz. Er glaubt an ei­nen «Cy­clis­me nou­veau» oh­ne in­dus­tri­ell or­ga­ni­sier­tes Do­ping auf Mann­schafts­stu­fe. «In zwei bis vier Jah­ren wird der Rad­sport ei­ne viel bes­se­re Re­pu­ta­ti­on ha­ben als heu­te», ist er über­zeugt.

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