Ar­tig­kei­ten fürs Port­fo­lio

Blue Chips und Wachs­tums­wer­te an der Art Basel – Wert­be­stän­dig­keit hat ih­ren Preis

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - CHRIS­TI­AN VON FA­BER- CA­S­TELL

Wer Kunst­wer­ke nur als Ka­pi­tal­an­la­ge kauft, ver­zich­tet auf das Bes­te, was Kunst ih­ren Be­trach­tern ge­ben kann: Ge­nuss und An­re­gung. Rea­lis­ti­scher­wei­se ist Kunst­be­sitz aber auch ei­ne Ka­pi­tal­an­la­ge. An Kun­st­an­läs­sen wie der vom 13. bis 16. Ju­ni statt­fin­den­den Art Basel be­geg­net man da­bei ganz un­ter­schied­li­chen An­la­ge­klas­sen. Sie sind hier so­gar räum­lich auf­ge­teilt: Im Erd­ge­schoss des Haupt­ge­bäu­des fin­den sich die mu­se­ums­be­währ­ten Blue Chips von Pi­cas­so bis War­hol. Doch nur ih­re bes­te Ar­bei­ten bie­ten Wert­er­halt, und die sind ent­spre­chend teu­er.

Wer War­hol liebt, aber kei­nen Mil­lio­nen­be­trag für ein gu­tes Werk flüs­sig hat, mag un­ter sei­nen Hand­zeich­nun­gen fün­dig wer­den. Sol­che gibt es an der Art in span­nen­den, zu­kunfts­träch­ti­gen Bei­spie­len schon ab et­wa 20 000 $.

Zeich­nun­gen statt Gra­fik

Auch bei an­dern Mu­se­ums­künst­lern lohnt sich die Su­che nach Zeich­nun­gen, Skiz­zen, Aqua­rel­len oder Gou­achen. Sol­che Ar­bei­ten kos­ten oft nur ei­nen Bruch­teil der Prei­se re­prä­sen­ta­ti­ver Ge­mäl­de. Oft sind sol­che Wer­ke so­gar noch bil­li­ger als ei­ne auf­fäl­li­ge­re Gra­fik, die aber in zig Ex­em­pla­ren exis­tiert und die nie den glei­chen Ori­gi­nal­cha­rak­ter be­sitzt.

Im Ober­ge­schoss der Art und auf ih­ren di­ver­sen Sa­tel­li­ten­ver­an­stal­tun­gen ist die Ka­pi­tal­an­la­ge­qua­li­tät tie­fer. Ne­ben BWer­ken be­kann­ter Na­men sind hier Ar­bei­ten jün­ge­rer, noch we­nig mark­ter­prob­ter Künst­ler ver­eint. Ent­spre­chend durch­mischt ist die Qua­li­tät, die von Kunst­kitsch bis zu ab­so­lu­ter Meis­ter­klas­se reicht. Aus An­la­ge­sicht ha­ben die­se jün­ge­ren Wer­ke op­tio­nen­ähn­li­chen Cha­rak­ter. Wenn die­se Künst­ler in den kom­men­den zehn Jah­ren auch auf dem Se­kun­där­markt – sprich auf Auk­tio­nen – ein so­li­des fünf­stel­li­ges Preis­ni­veau mit stei­gen­der Ten­denz er­rei­chen, dann win­ken den heu­ti­gen Käu­fern ih­rer Wer­ke tat­säch­lich spek­ta­ku­lä­re Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­ne. Soll­ten ih­re Wer­ke dies je­doch nicht schaf­fen, dann droht ih­ren Be­sit­zern no­mi­nell be­trach­tet zwar kein To­tal­ver­lust. Aber sie oder ih­re Er­ben dürf­ten dann Mü­he ha­ben, die­se Wer­ke zu ih­ren heu­ti­gen Ar­tP­rei­sen zu ver­kau­fen.

Gol­de­ner Mit­tel­weg

Der gol­de­ne Mit­tel­weg zwi­schen Blue Chip und ris­kan­ter Op­ti­on führt zu Künst­lern, die sich ih­re ers­ten Markt­spo­ren be­reits ab­ver­dient ha­ben, aber noch nicht zur Markt­pro­mi­nenz ge­hö­ren. Kenn­zeich­nend hier­für sind die Teil­nah­me an in­ter­na­tio­na­len Aus­stel­lun­gen, die Prä­senz in Mu­se­en und Samm- lun­gen so­wie die Ver­tre­tung durch ei­ne er­folg­rei­che Ga­le­rie.

Bei­spie­le hier­für gibt es auch an der Art. So kann man am Stand der seit Jah­ren zu die­ser Eli­te­schau zu­ge­las­se­nen Zürcher Ga­le­rie Mark Mül­ler zum Preis ei­ner An­dy-War­hol-Zeich­nung ein mu­se­um­staug­li­ches Werk von Chris­ti­ne Streu­li kau­fen. Die 38-jäh­ri­ge Schwei­ze­rin hat­te 2007 ihr Hei­mat­land an der Bi­en­na­le in Venedig ver­tre­ten und be­fin­det sich heu­te mit ih­ren at­trak­ti­ven, un­ge­niert de­ko­ra­ti­ven Ar­bei­ten auf der Ziel­gra­den zu in­ter­na­tio­na­ler Markta­n­er­ken­nung.

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