Was ist Mehr­wert?

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - AK

Um die Qua­li­tät ei­nes Un­ter­neh­mens zu be­ur­tei­len, die­nen fol­gen­de Kenn­zah­len: – Ren­di­te auf das in­ves­tier­te Ka­pi­tal (Re­turn on In­vested Ca­pi­tal, ROIC): Die­se viel be­ach­te­te Kenn­zahl misst, wie ef­fek­tiv ein Un­ter­neh­men mit sei­nem Ka­pi­tal um­geht. – ge­wich­te­ter durch­schnitt­li­cher Ka­pi­tal­kos­ten­satz ( Weigh­ted Aver­a­ge Cost of Ca­pi­tal, WACC): Er setzt sich zu­sam­men aus dem Zins für das Fremd­ka­pi­tal und der Ver­zin­sung, die das (als teu­rer ein­ge­stuf­te) Ei­gen­ka­pi­tal ab­wer­fen soll­te. In der Re­gel liegt er zwi­schen 7 und 10%. Je mehr der ROIC über dem WACC liegt, um­so mehr Mehr­wert wird ge­ne­riert. – Ka­pi­tal­in­ten­si­tät: Je we­ni­ger ka­pi­tal­in­ten­siv ein Ge­schäft ist, um­so ge­rin­ger sind die Ri­si­ken. Als ei­ne gu­te Richt­grös­se da­für dient das Ver­hält­nis von Ab­schrei­bun­gen zu Um­satz. Es gilt: je tie­fer, je bes­ser.

Ak­ti­en mit Son­der­sta­tus

Ver­wandt mit dem Fak­tor Sta­bi­li­tät ist die Ka­pi­tal­in­ten­si­tät. Es gilt: Je ge­rin­ger der Ka­pi­tal- und In­ves­ti­ti­ons­be­darf, um­so tie­fer das Ri­si­ko. Es zeigt sich, dass die Ge­schäf­te der acht «Su­per­un­ter­neh­men» nicht ka­pi­tal­in­ten­siv sind – das spie­gelt sich in den re­la­tiv tie­fen Ab­schrei­bun­gen: Im Fall von Schind­ler be­tra­gen die Ab­schrei­bun­gen auf Sach­an­la­gen nur 1% des Um­sat­zes von 2012. Ein Ge­gen­bei­spiel bie­tet Hol­cim, wo der An­teil 7,4% be­trägt. Die ho­he Ka­pi­tal­in­ten­si­tät des Ze­ment­kon­zerns spie­gelt sich in ei­nem Ra­ting der Kre­dit­agen­tu­ren, das nur zwei Stu­fen über dem Ram­schan­lei­hen­sta­tus liegt. Was gut ist, hat sei­nen Preis. Die acht Qua­li­täts­ti­tel sind recht teu­er. So hat «Fi­nanz und Wirt­schaft» jüngst (vgl. FuW vom Mitt­woch, 5. Ju­ni) die Ak­ti­en von Em­sChe­mie als ge­fähr­lich klas­si­fi­ziert, weil der Be­wer­tungs­auf­schlag zum Ge­samt­markt sie «an­fäl­lig für Kor­rek­tu­ren macht». Das gilt be­son­ders an­ge­sichts des vor­an­ge­gan­ge­nen Hö­hen­flugs, als die Pa­pie­re in den zwölf Mo­na­ten bis zum All­zeit­hoch am 22. Mai um spek­ta­ku­lä­re 73% nach oben schos­sen. In ei­ner Kor­rek­tur­pha­se sind sol­che Ti­tel ge­fähr­det: An­le­ger tren­nen sich dann von den Ak­ti­en, die zu­vor am bes­ten ge­lau­fen sind.

Lang­fris­tig ori­en­tier­te An­le­ger, die in ei­ne der acht Ak­ti­en in­ves­tiert sind, soll­ten nicht in Gr­ü­be­lei­en ver­fal­len – sie hal­ten da­mit gu­te bis höchs­te Qua­li­tät. Kor­rek­tu­ren wie die ak­tu­el­le, die noch nicht ab­ge­schlos­sen ist, las­sen sich für Zu­käu­fe nut­zen. Ein Blick auf die Ta­bel­le, auf die lang­fris­ti­gen Wachs­tums­ra­ten und vor al­lem auf die Wert­ge­ne­rie­rung zeigt, wel­che Un­ter­neh­men selbst un­ter den Bes­ten noch ei­nen Son­der­sta­tus ge­nies­sen: Ge­be­rit, Schind­ler und Küh­ne + Na­gel.

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