Sin­ga­pur rügt UBS und Cre­dit Suis­se

IN­TER­NA­TIO­NAL Zwan­zig Ban­ken wer­den für Ma­ni­pu­la­ti­ons­ver­su­che zur Re­chen­schaft ge­zo­gen

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - RUE­DI KEL­LER

Der Re­gu­la­tor des Fi­nanz­plat­zes von Sin­ga­pur (MAS) hat zwan­zig Ban­ken ge­mass­re­gelt, dar­un­ter die UBS und die CS. Die Rü­ge folgt ei­ner ein­jäh­ri­gen Un­ter­su­chung zum lo­ka­len Ver­hal­ten der In­sti­tu­te im Zu­sam­men­hang mit der Ma­ni­pu­la­ti­on der Sin­ga­po­re In­ter­bank Of­fe­red Ra­te (Si­bor), ei­nes Pen­dants des Lon­do­ner Li­bor. Da­ne­ben wa­ren zwei wei­te­re Re­fe­renz­wer­te Ge­gen­stand der Un­ter­su­chung.

MAS hat in den Ban­ken De­fi­zi­te in Fra­gen der Füh­rung und des Ri­si­ko­ma­nage­ments fest­ge­stellt. Kri­mi­nel­le Hand­lun­gen sei­en je­doch nicht er­sicht­lich ge­wor­den. Die Be­hör­de hat auch kei­ne schlüs­si­gen Be­wei­se ge­fun­den, dass die Ma­ni­pu­la­ti­ons­ver­su­che er­folg­reich ge­we­sen sei­en. Ei­ne di­rek­te Bus­se wur­de den In­sti­tu­ten nicht auf­er­legt. MAS rügt aber feh­len­de pro­fes­sio­nel­le Ethik ein­zel­ner Händ­ler. Ent­spre­chend der An­zahl und der Ernst­haf­tig­keit der Ma­ni­pu­la­ti­ons­ver­su­che müs­sen die be­trof­fe­nen Ban­ken zins­los zu­sätz­li­che Re­ser­ven beim Re­gu­la­tor hin­ter­le­gen.

Am meis­ten zu­schul­den kom­men lies­sen sich ge­mäss den An­ga­ben der Be­hör­den Mit­ar­bei­ter von ING, Roy­al Bank of Scot­land so­wie UBS. Ih­re In­sti­tu­te wer­den zu­sätz­li­che 1 bis 1,2 Mrd. sing. $ (733 bis 880 Mio. Fr.) für ein Jahr hin­ter­le­gen

Ban­ken müs­sen. Im Fall der Cre­dit Suis­se ist es rund die Hälf­te.

Den Zei­t­raum der Hin­ter­le­gung kann das MAS va­ri­ie­ren, ab­hän­gig von den Mass­nah­men, die die je­wei­li­gen Ban­ken er­grei­fen, um die fest­ge­stell­ten De­fi­zi­te zu be­he­ben. Die drei In­sti­tu­te UBS, RBS und Bar­clays hat­ten zu­vor im Li­bor-Skan­dal be­reits ho­he Bus­sen in den USA und Grossbritannien zah­len müs­sen.

Die von der Mass­re­ge­lung in Sin­ga­pur be­trof­fe­nen In­sti­tu­te um­fas­sen ent­spre­chend dem Ver­schul­den zu­dem Bank of Ame­ri­ca, BNP Pa­ri­bas, Over­sea-Chi­ne­se Ban­king Cor­po­ra­ti­on, Bar­clays, Cré­dit Agri­co­le, DBS Bank, Deut­sche Bank, Stan­dard Char­te­red, Uni­ted Over­seas Bank, Aus­tra­lia and New Ze­a­land Ban­king Group, Ci­ti­bank, J. P. Mor­gan Cha­se, Mac­qua­rie, To­kyo-Mitsu­bi­shi und HSBC.

MAS an­er­kennt, dass die ge­nann­ten Ban­ken be­reits Mass­nah­men zur Ber­ei­ni­gung der Si­tua­ti­on ein­ge­lei­tet ha­ben. Von den 133 Tra­dern, die Ver­su­che zur Ma­ni­pu­la­ti­on un­ter­nom­men ha­ben, sei­en drei Vier­tel nicht mehr bei den In­sti­tu­ten tä­tig oder sei­en an­ge­wie­sen wor­den, sie zu ver­las­sen. Die Ban­ken müs­sen der Be­hör­de vier­tel­jähr­lich über die wei­te­ren Fort­schrit­te be­rich­ten.

UBS schreibt, sie ar­bei­te eng mit der MAS zu­sam­men. Die Bank to­le­rie­re sol­ches Fehl­ver­hal­ten von Mit­ar­bei­ten­den nicht und ha­be ih­re in­ter­nen Pro­zes­se und Kon­trol­len deut­lich ver­stärkt. Auch die CS hat mit den Be­hör­den ko­ope­riert.

Gleich­zei­tig mit den Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­sen zu den Ma­ni­pu­la­ti­ons­vor­wür­fen hat die MAS ei­ne Ver­schär­fung der Vor­schrif­ten vor­ge­schla­gen. Der Re­gu­la­tor will neue straf- und zi­vil­recht­li­che Sank­ti­ons­in­stru­men­te ein­füh­ren. Sie stün­den im Ein­klang mit den Stan­dards der In­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on für Ef­fek­ten­han­dels- und Bör­sen­auf­sichts­be­hör­den (Iosco).

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