4600 Mrd. $ für Ver­si­che­rung

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TH

Die Fern­seh­bil­der der ver­hee­ren­den Über­schwem­mun­gen in Deutsch­land und wei­te­ren mit­tel­eu­ro­päi­schen Län­dern ver­deut­li­chen ein wei­te­res Mal, wie ex­po­niert die Be­völ­ke­rung auch in wirt­schaft­lich hoch ent­wi­ckel­ten Ge­gen­den ist. Noch ist das Scha­den­aus­mass erst grob ein­zu­schät­zen. Der füh­ren­de deut­sche Ver­si­che­rer Al­li­anz geht von brut­to 0,5 Mrd. und net­to nach Rück­ver­si­che­rungs­an­tei­len 0,35 Mrd. € Er­eig­nis­ver­lust aus. Ana­lys­ten ver­mu­ten, dass die Na­tur­ka­ta­stro­phe die As­se­ku­ranz­bran­che ins­ge­samt 2,75 Mrd. € kos­ten wird. Da­mit wür­de der 2002 er­lit­te­ne Ver­lust noch über­trof­fen (um­ge­rech­net rund 2,3 Mrd. €, vgl. Ta­bel­le).

Welt­weit zah­len Pri­va­te und Un­ter­neh­men jähr­lich rund 4600 Mrd. $ in Form von Prä­mi­en an die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft. Et­was mehr als die Hälf­te be­trifft Ein­zah­lun­gen in Vor­sor­ge- und Le­bens­ver­si­che­run­gen mit oft ka­pi­tal­bil­den­dem Cha­rak­ter. Die­ses Seg­ment gilt als ex­pan­siv, da ei­ne grös­ser wer­den­de Zahl von Men­schen nicht nur Sor­ge um die Be­wäl­ti­gung des Al­ters hat, son­dern auch den fi­nan­zi­el­len Spiel­raum für ei­ne in­di­vi­du­el­le Vor­sor­ge. Für Sach- und Haft­pflicht­de­ckun­gen wer­den welt­weit rund 2000 Mrd. $ be­zahlt. Im Schnitt et­wa zwei Drit­tel des Be­trags flies­sen an die­je­ni­gen Ver­si­che­rungs­neh­mer, die ein ver­si­cher­tes Scha­de­ner­eig­nis er­lit­ten oder Drit­te zu ent­schä­di­gen ha­ben. Ge­mäss Sta­tis­ti­ken von Swiss Re ist die Zahl fol­gen­schwe­rer Gross­er­eig­nis­se seit den Acht­zi­ger­jah­ren um die Hälf­te ge­stie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den 318 sol­cher Er­eig­nis­se ge­zählt, die ei­nen fi­nan­zi­el­len Scha­den von 186 Mrd. $ ver­ur­sach­ten und 14 000 Men­schen­le­ben ge­for­dert ha­ben.

Be­son­ders kost­spie­lig wa­ren die Fol­gen des Wir­bel­sturms San­dy und der lang­an­hal­ten­den Dür­re im mitt­le­ren Wes­ten der USA. Ver­si­che­rungs­mäs­sig ge­deckt wur­den mit knapp 80 Mrd. $ we­ni­ger als die Hälf­te al­ler 2012 welt­weit nach Gross­er­eig­nis­sen ver­zeich­ne­ten Zer­stö­run­gen.

Das Aus­mass von Ver­si­che­rungs­de­ckung ist wei­ter­hin ex­trem un­ter­schied­lich. In vie­len Län­dern sind pri­va­te Sach­ver­mö­gen und auch die öf­fent­li­che In­fra­struk­tur höchst un­zu­läng­lich ver­si­chert, wie der Blick auf die ta­bel­la­risch auf­ge­führ­te Scha­den­bi­lanz von Ka­ta­stro­phen und De­sas­tern der zu­rück­lie­gen­den Jah­re zeigt.

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