Bar­ry Cal­le­baut fi­nan­ziert Pe­tra-über­nah­me

SCHWEIZ Ak­ti­en und An­lei­he plat­ziert – 6% Ge­winn­ver­wäs­se­rung

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - WOLF­GANG GAM­MA

Bar­ry Cal­le­baut N Die Fi­nan­zie­rung von Bar­ry Cal­le­bauts Über­nah­me der Ka­kao­s­par­te von Pe­tra Foods steht. Da­zu wur­den 318 858 neue Ak­ti­en plat­ziert und ei­ne 5,5%-An­lei­he über 400 Mio. $ mit zehn Jah­ren Lauf­zeit aus­ge­ge­ben. Für die rest­li­chen 200 Mio. $ wird ein be­ste­hen­der Kre­dit wei­ter­ge­führt. Mit dem Ab­schluss der Pe­tra-Trans­ak­ti­on ist in der ers­ten Ju­li­hälf­te zu rech­nen.

Durch die zu 875 Fr. plat­zier­ten Ak­ti­en wächst das Ak­ti­en­ka­pi­tal um 6,2%, was ei­ne ent­spre­chen­de Ge­winn­ver­wäs­se­rung mit sich bringt. Die Ja­cobs Hol­ding als Mehr­heits­ak­tio­nä­rin (50,1%) be­tei­ligt sich an­teils­mäs­sig an der Ka­pi­tal­er­hö­hung aus ge­neh­mig­tem Ka­pi­tal. Die üb­ri­gen Ti­tel des Scho­ko­la­de- und Ka­kao­pro­du­zen­ten gin­gen in ei­nem be­schleu­nig­ten Book­buil­ding-Ver­fah­ren an in­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger – «be­ste­hen­de wie neue», wie Spre­cher Ra­pha­el Wer­muth prä­zi­siert. Die Ja­cobs Hol­ding und das Un­ter­neh­men ha­ben zu­ge­stimmt, die ab dem 18. Ju­ni ge­han­del­ten Ak­ti­en wäh­rend 180 Ta­gen nicht zu ver­äus­sern. Sinn des Lock-ups ist es, dem Ak­ti­en­kurs ei­ne ge­wis­se Sta­bi­li­tät zu ge­wäh­ren. Aus Sicht des Un­ter­neh­mens, so Wer­muth, «be­steht kei­ner­lei An­halts­punkt, dass die Ja­cobs Hol­ding ih­re Mehr­heit ab­ge­ben wol­le».

Un­er­war­tet ho­her Cou­pon

Was die An­lei­he be­trifft, war Bar­ry Cal­le­baut mit ei­nem vo­la­ti­len Bond­markt und un­er­war­tet ho­hen Zins­vor­stel­lun­gen kon­fron­tiert. Für die Pa­pie­re mit zehn­jäh­ri­ger Lauf­zeit sind 5,5% Zins zu be­zah­len. We­gen die­ser für den Emit­ten­ten we­nig at­trak­ti­ven Be­din­gun­gen wur­de der An­lei- he­be­trag von 600 auf 400 Mio. $ re­du­ziert. Denn es kommt Bar­ry Cal­le­baut güns­ti­ger, vom Über­brü­ckungs­kre­dit zur Pe­traTrans­ak­ti­on 200 Mio. $ ste­hen zu las­sen, als die An­lei­he in der zu­nächst ge­plan­ten Hö­he aus­zu­ge­ben und zu ver­zin­sen.

In­so­fern lässt sich der Scho­ko­la­de­kon­zern durch die Dreh­buch­än­de­rung nicht die Stim­mung ver­der­ben. Dass die An­lei­he deut­lich über­zeich­net war, wird als Ver­trau­ens­be­weis er­ach­tet.

We­nig Spiel­raum für Ak­ti­en

Durch den Er­werb des ent­spre­chen­den Ge­schäfts von Pe­tra Foods aus Sin­ga­pur wird Bar­ry Cal­le­baut zum welt­weit gröss­ten Ka­kao­ver­ar­bei­ter auf­stei­gen vor den US-Kon­kur­ren­ten Car­gill und Archer Da­ni­els Mid­land. Die Be­schaf­fung von Ka­kao wird auf ei­ne brei­te­re Ba­sis ge­stellt, in­dem Süd­ost­asi­en als Her­kunfts­re­gi­on an Ge­wicht ge­winnt. Der Um­satz der Spar­te Be­schaf­fung & Ka­kao ver­dop­pelt sich auf 2,6 Mrd. Fr. Ihr An­teil am Kon­zern­um­satz steigt auf 45%. Die 950 Mio. $ kos­ten­de Pe­tra Foods – im Kauf­preis sind Ak­ti­va wie La­ger­be­stand ein­ge­schlos­sen – er­wirt­schaf­tet ge­rin­ge­re Mar­gen als Bar­ry Cal­le­baut. Vier Jah­re dürf­te es dau­ern, um die Mar­ge auf Kon­zern­ni­veau zu brin­gen.

Die Ak­zen­tu­ie­rung des Ka­kao­ge­schäfts passt in Bar­ry Cal­le­bauts Stra­te­gie. Ka­kao ist nur be­grenzt ver­füg­bar, und die Nach­fra­ge steigt. Mit dem De­al si­chert sich der Kon­zern den Roh­stoff­zugang, um die Out­sour­cingstra­te­gie wei­ter­füh­ren und so­mit wei­ter am Wachs­tum der Scho­ko­lade­indus­trie teil­ha­ben zu kön­nen.

Durch den hö­he­ren An­teil des vo­la­ti­le­ren Roh­stoff­ge­schäfts muss ein In­ves­tor ein er­höh­tes Ri­si­ko­pro­fil in Kauf neh­men. An­de­rer­seits soll­te die ge­lun­ge­ne Fi­nan­zie­rung des Pe­tra-De­als Un­si­cher­heit aus dem Kurs ge­nom­men ha­ben. Der Kon­zern will bis 2014/15 durch­schnitt­lich ei­nen An­stieg der Ver­kaufs­men­ge von 6 bis 8% so­wie ein min­des­tens gleich ho­hes EbitWachs­tum er­rei­chen. Sub­stan­zi­el­le Kurs­ge­win­ne sind auf dem ak­tu­el­len Be­wer­tungs­ni­veau (KGV 18 für 2013/14) auf kur­ze Sicht nicht zu er­war­ten. Lang­fris­tig sind die Er­folgs­aus­sich­ten ei­nes En­ga­ge­ments nach wie vor in­takt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.