Chan­cen für Swiss­com-an­le­ger

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Vo­da­fo­nes Über­nah­me­hun­ger ist of­fen­bar noch nicht ge­stillt: Der bri­ti­sche Mo­bil­funk­rie­se soll auch den Er­werb der Swiss­com-Toch­ter Fast­web prü­fen, be­rich­te­te die Wirt­schafts­nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg mit Ver­weis auf mit dem Vor­gang ver­trau­te Per­so­nen. Der Mo­bil­funk­kon­zern will die Prä­senz im Fest­netz­breit­band aus­bau­en, die ita­lie­ni­sche Ge­sell­schaft wür­de zum ge­such­ten Pro­fil pas­sen. Die Fast­web-Mut­ter Swiss­com gibt sich of­fi­zi­ell be­deckt. «Wie üb­lich kom­men­tie­ren wir sol­che Spe­ku­la­tio­nen nicht», er­klär­te ein Spre­cher auf An­fra­ge. Je nach Hö­he des An­ge­bots für den ita­lie­ni­schen Breit­ban­d­an­bie­ter ist ei­ne sol­che Trans­ak­ti­on nicht ab­we­gig.

Das mei­nen auch Ana­lys­ten. J. P. Mor­gan sieht Vor­tei­le für bei­de Sei­ten, falls Fast­web und Vo­da­fo­ne zu­sam­men­ge­hen. Es sei kein Ge­heim­nis, dass Swiss­com dem ita­lie­ni­schen Ge­schäft op­por­tu­nis­tisch ge­gen­über­ste­he, meint der­weil die Bank Von­to­bel. Ein Ver­kauf sei mit­tel­fris­tig nicht aus­zu­schlies­sen. Für Swiss­com-Ak­tio­nä­re bie­tet dies Chan­cen. In den Bü­chern von Swiss­com ist Fast­web mit 3,5 Mrd. Fr. be­wer­tet. Der Tele­com­kon­zern könn­te nach Schät­zun­gen von Bran­chen­ken­nern mit der Trans­ak­ti­on et­wa 3 Mrd. Fr. ein­neh­men und die Mit­tel – zu­min­dest teil­wei­se – an die In­ves­to­ren aus­schüt­ten.

Mo­ti­va­ti­on für den Zu­kauf in Ita­li­en war für Swiss­com im Jahr 2007 die ho­he er­war­te­te Um­satz­dy­na­mik von Fast­web zum Zeit­punkt der Mehr­heits­über­nah­me (für 6,9 Mrd. Fr. in­klu­si­ve Schul­den). Der Schwei­zer Markt­füh­rer hoff­te auf ein über­durch­schnitt­li­ches jähr­li­ches Wachs­tum von fast 10% im Nach­bar­land. In den fol­gen­den Jah­ren wur­de der Wert je­doch schritt­wei­se nach un­ten kor­ri­giert, bis auf 2,5%.

Der ita­lie­ni­sche Tele­com­markt war wett­be­werbs­in­ten­si­ver, die Zah­lungs­mo­ral der Pri­vat­kun­den ge­rin­ger als er­war­tet. Auch Eu­ro- und Schul­den­kri­se schwäch­ten das Ge­schäft, hin­zu ka­men Er­mitt­lun­gen der Jus­tiz in der Tele­com­bran­che. Ei­ni­ge An­bie­ter soll­ten mit fik­ti­ven Ge­schäf­ten Geld­wä­sche be­trie­ben und die Mehr­wert­steu­er hin­ter­zo­gen ha­ben, lau­te­te der Vor­wurf. Ei­nen Tief­punkt stell­te das Jahr 2011 dar, als Swiss­com 1,3 Mrd. € auf Fast­web ab­schrei­ben muss­te und des­halb fast zwei Drit­tel we­ni­ger Ge­winn aus­wies.

In­zwi­schen ist Swiss­com wie­der op­ti­mis­ti­scher und geht von ei­nem jähr­li­chen Wachs­tum von 3,6% im Schnitt bis 2017 für Fast­web aus. 2013 soll die Toch­ter in Lo­kal­wäh­rung ei­nen sta­bi­len Um­satz von 1,6 Mrd. € er­wirt­schaf­ten, be­rei­nigt um den Wei­ter­ver­kauf von Te­le­fo­nie­mi­nu­ten.

Swiss­com-Ak­ti­en sind trotz ei­nes nicht mehr ganz güns­ti­gen Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis­ses von 13 für 2013 vor al­lem we­gen der er­war­te­ten Di­vi­den­den­ren­di­te von 5,4% at­trak­tiv. Falls es zu ei­nem Ver­kauf von Fast­web kommt, er­öff­net dies An­le­gern zu­sätz­li­che Ren­di­te­per­spek­ti­ven.

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